Die Regierung bezeichnet sie als „Terroristen“. Die reagieren mit schweigendem Protest: Sie bleiben einfach stehen – stumm, reglos, stundenlang. von Jürgen Gottschlich

2012 fristeten so viele Menschen ein Dasein als Flüchtlinge wie seit etlichen Jahren nicht mehr. Arme Länder tragen die Last, unter den reichen ist Deutschland Vorbild. von Thomas Burmeister

Der „Fünf-Sterne“-Bewegung, die schon bei der Kommunalwahl abstürzte, droht die Spaltung. Hardliner und Pragmatiker finden keine Kompromisse. von Michael Braun

Wenn die Bewegung ruht: Immer mehr Türken, die mit dem autoritären Kurs Erdogans unzufrieden sind, bringen das durch stundenlanges Herumstehen zum Ausdruck.

Die Königstochter soll Immobilien und Grundstücke im Gesamtwert von 1,43 Millionen Euro verkauft und keine Abgaben entrichtet haben. von Reiner Wandler

Die Istanbuler Staatsanwaltschaft hat 90 Mitglieder der Sozialistischen Partei der Unterdrückten festnehmen lassen. Innenminister Güler spricht von „Terroristen“.

IWF-Chefin Lagardes unterwürfiger Brief an den Präsidenten Sarkozy war persönlich. Nun wurden die Bitten nach Führung und Unterstützung öffentlich. von Rudolf Balmer

Über Waffenlieferungen nach Syrien herrscht Uneinigkeit beim G8-Gipfel. Die USA und Deutschland verdoppeln ihre Hilfe. Zum Abschluss geht es um die Bekämpfung von Steuerflucht.

Ein Mann steht still auf dem Taksim-Platz in Istanbul und starrt auf ein Atatürk-Porträt. Die türkische Polizei greift ein. Ansonsten bleibt es ruhig, erstmals seit Tagen.

Eigentlich wollten die EU-Politiker den Dialog mit der Türkei wiederaufnehmen. Doch angesichts der Eskalation der Proteste zögern sie. von Eric Bonse

Auf dem Gipfeltreffen in Nordirland scheint ein Konsens zwischen den USA und Russland über Waffen für die syrischen Rebellen ausgeschlossen. von Ralf Sotscheck

Petr Necas tritt zurück. Hauptgrund: Die Büroleiterin des tschechischen Regierungschefs – mit der er liiert ist – hat seine Ehefrau bespitzelt. Wie es weitergeht, ist unklar. von Alexandra Mostyn

Mit massivem Polizeiaufgebot blockiert die Regierung am Montag Protestmärsche von Gewerkschaftern. Erdogan plant jetzt, das Militär zur Aufstandsbekämpfung einzusetzen. von Jürgen Gottschlich

Die Ästhetik des Despoten: Warum Türkeis Premier Recep Tayyip Erdogan anstelle des Gezi-Parks eine alte Kaserne wiedererrichten möchte. Und dafür zu allem bereit ist. von Fatma Aydemir

Italiens Küstenwache holte mehr als 900 Flüchtlinge aus dem Wasser. Sieben Menschen sollen umgekommen sein. Sie seien umgebracht worden, berichten Überlebende.

Die Auseinandersetzungen in der Türkei wirken anziehend: Dutzende deutsche Aktivisten unterstützen inzwischen vor Ort die Demonstranten in Istanbul. von Martin Kaul

In der Nacht sind wieder Polizisten gegen Demonstranten vorgegangen. Allein am Sonntag sollen in Istanbul über 400 Menschen festgenommen worden sein.

Neue Enthüllungen von Edward Snowden: Der britische Geheimdienst soll 2009 Delegierte des G-20-Gipfels in London ausgespäht haben, berichtet der „Guardian“.

Der wegen eines Korruptionsskandals unter Druck geratene Premier Petr Necas gibt sein Amt auf. Erwartet wird, dass Präsident Zeman nun ein Übergangskabinett ernennt.

Den ganzen Tag über liefern sich in Istanbul tausende Demonstranten Auseinandersetzungen mit der Polizei. Und zum ersten Mal betreten Erdogan-Anhänger den Protestort. von Deniz Yücel

Auf der Flucht vor Polizei und Reizgas finden die aus dem Gezi-Park Vertriebenen Hilfe in den Räumen einer Nobelherberge. Polizisten feuern Gaspatronen hinein. von Yasemin Ergin

Präsident Milos Zeman legt Regierungschef Petr Necas den Rücktritt nahe. Und inzwischen haben die oppositionellen Sozialdemokraten einen Misstrauensantrag eingereicht.

Der Gezi-Park ist voll, als die Polizei das Camp stürmte. In den Stunden danach herrscht auf den Straßen Istanbuls Chaos. Das Protokoll einer gewaltsamen Nacht. von Deniz Yücel

Norwegens Parlament segnet mit den Stimmen der Opposition die geschlechtsneutrale Wehrpflicht ab. Auslöser der Initiative ist eine 15-jährige Nachwuchspolitikerin. von Reinhard Wolff

Gaswolken, tränende Augen, verätzte Haut, schreiende Menschen. Wie unsere Autorin die Nacht in einem Hotel neben dem Gezi-Park erlebt hat. von Frauke Böger

Durch das brutale Vorgehen der Polizei soll es hunderte Verletzte gegeben haben. Für Sonntag ruft das Protestbündnis zu einer Massendemo in Istanbul auf.

Am Abend stürmen Sicherheitskräfte den Gezi-Park. Sie setzen Wasserwerfer und Tränengas ein. Es gibt mehrere Verletzte. Augenzeugen berichten von dramatischen Szenen.

Radikal oder gemäßigt? Basisdemokratie oder Delegierte? Maximal- oder Minimalforderungen? Das Protestbündnis ist uneins, wie der Widerstand fortgesetzt werden soll. von Yasemin Ergin & Deniz Yücel

Die Demonstranten widersetzen sich der Forderung von Erdogan. Sie wollen im Gezi-Park ausharren. Der Konflikt droht sich erneut zu verschärfen.

Der türkische Premier Erdogan hat das Bauprojekt im Istanbuler Gezi-Park vorerst gestoppt. Nun sollten die Demonstranten aber auch gehen, fordert er.

Ein Pferd beim Plantschen, jede Menge Mangos und Herr Müller-Lüdenscheidts Alptraum. Unsere Bilder der Woche.

Körperfülle, Farben, Bärte oder Buchstaben. Gehörlose haben eindeutige Bezeichungen für Politiker.

Die Demonstranten in Istanbul sind hartnäckig. Trotz harter Polizeieinsätze verharren sie auf dem Taksim-Platz.

Demonstranten auf dem Taksim-Platz, Wasser auf dem Autobahnkreuz, Nadeln auf dem Tiger. Unsere Bilder der Woche.


Kommentar von Andreas Rüttenauer
Brasilien könnte das letzte demokratische Land sein, das eine Fußball-WM veranstaltet. Wenn endlich auch die Deutschen aufwachen.