Die Polizei Hannover hat dieses Jahr acht Verbrechen durch Tipps bei Facebook aufgeklärt. Sie betrachtet ihren Auftritt im sozialen Netzwerk als Erfolg.von Daniel Kummetz

Die Polizei in Hannvover nutzt Facebook für ihre Fahndung. Bild: dapd
BERLIN taz | Mehrere Polizeibehörden experimentieren mit Fahndungsaufrufen per Facebook – teils mit enormer Reichweite. Etwa in Hannover: Ein Unbekannter sticht eine 20-jährige Studentin auf der Straße in der Nähe des Hauptbahnhofs nieder, sie stirbt im Krankenaus.
Die Mordkommission braucht Hinweise – und veröffentlicht drei Tage später einen Aufruf auf ihrer Facebook-Seite: Wer etwa mit der getöteten Studentin gechattet habe, solle sich bitte telefonisch melden.
Nutzer in dem sozialen Netz verbreiten den Aufruf weiter – über 58.000 Mal bis zum heutigen Tag. Über 500 Hinweise landen bei der Polizei, viele aufgrund des Facebook-Aufrufs. "Das sind mehr Hinweise, als wir früher bekommen haben in vergleichbaren Fällen", sagt Polizeisprecher Heiko Steiner.
Aufgeklärt ist das Verbrechen bisher allerdings noch nicht. "Wir stellen Fahndungsaufrufe bei Facebook ein, wenn die Delikte vor allem eine jüngere Zielgruppe betreffen, im Computerbereich spielen oder herausragend sind", sagt Steiner.
Die Polizei Hannover ist seit März mit einer eigenen Seite bei Facebook vertreten – erst mal nur zur Probe. Im neuen Jahr entscheidet das niedersächsische Innenministerium, wie es weitergeht. Die Beamten werben auf ihrer Facebook-Seite auch um Nachwuchs oder bieten auch mal Chats mit dem Polizeipräsidenten an.
Über 80.000 Nutzern "gefällt" die Seite, wie es in der Facebook-Sprache heißt. Die meisten von ihnen sehen die Nachrichten der Polizei auf ihrer Facebook-Startseite – Tausende verbreiten sie weiter. Acht geklärte Fälle schreibt die Polizei Hannover Tippgebern von Facebook zu.
Die Ermittler in Hannover sind nicht die einzigen deutschen Polizisten, die bei Facebook vertreten sind. Das BKA etwa bittet um Hinweise zu den Rechtsterroristen auf seiner Facebookseite, die Kriminalpolizei Bremerhaven, das LKA Mecklenburg-Vorpommern und auch die Polizeiinspektion im niedersächsischen Landkreis Harburg verbreiten Aufrufe über Facebook.
Niedersachsens Landesdatenschutzbeauftragter gilt als Skeptiker, was die Polizeiarbeit bei Facebook angeht. Sein Kritikpunkt: Der Server von Facebook sei in den USA. Er vermisst eine Rechtsgrundlage, um die Daten dorthin zu übertragen. Das Innenministerium will ihn hierzu im Januar hören.
Nach dem Facebook-Börsengang werden nun die US-Finanzbehörden aktiv: Die Investmentbank Morgan Stanley soll die Aktien überteuert an Börse gebracht haben. von Tarik Ahmia

Die computergesteuerte Grenzsicherung der EU ist teuer, ineffektiv und vor allem menschenrechtswidrig, sagt Ben Hayes. Die EU sei zu sehr auf ihre Sicherheitsagenda fixiert.

Facebook sammelt riesige Datenmengen. Und will immer mehr von seinen Nutzern wissen. Datenschützer sind entsetzt. Denn niemand weiß, wie viel und was Facebook tatsächlich speichert.
Und Facebook dient keineswegs dem Nutzer. Denn nicht die Profilbesitzer sind die Kunden, sondern die Werbeindustrie. Zuckerberg will ein perfektes System für die Werbung schaffen. Eine Empfehlung von Freunden ist mehr Wert als jede Plakatanzeige, jeder Werbespot und jede Printreklame.
Die Reichweite von Facebook kann sich sehen lassen: Mehr als 800 Millionen Menschen aus aller Welt und mehr als 20 Millionen Deutsche nutzen die Social-Network-Plattform. Damit hält Zuckerbergs Firma bei jungen Menschen fast schon ein Monopol und verdrängte Konkurrenten wie "Studivz". Wer seine Kontakte und Freundschaften – vor allem international – pflegen will, ist gewissermaßen auf das soziale Netzwerk angewiesen.
Im Schwerpunkt "Datenkrake Facebook" sollen Artikel über den Kampf der User um ihre gespeicherten Daten bei Facebook zusammengefasst werden. Die taz dokumentiert dabei den österreichischen Jura-Studenten Maximilian Schrems, der bei Facebook nachhakte, Kampfgeist zeigte, nicht locker ließ und am Ende mit der Zusendung vieler Daten, die Facebook von ihm speicherte, quasi "belohnt " wurde.
Die Facebook-Grafiken im Detail:
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Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

Leserkommentare
04.01.2012 16:39 | Pastor
Ich schließe mich dem Kommentar von H. Schaar an: Das Netz vergisst nichts! ...