Professor Harald Walach leitet das Institut für Transkulturelle Gesundheitswissenschaften, wo kürzlich eine Masterarbeit zum Hellsehen für Furore sorgte.von Edith Kresta
der herr doktor (achtung wichtig und staatlich zertifiziert) niels kennt die aktuelle studienlage nicht oder er ignoriert sie. die ständige wiederholung von halb oder - unwissen macht aus so einer ignoranten äusserung weder tatsächliches wissen noch wahrheit. es handelt sich hier schlicht um eine behauptung. und so bitter das für den titelträger ist: der titel ( dr.) macht aus der behauptung nicht die wahrheit.
19.07.2012 15:47 Uhr
von TheJoke:
Bei mir ist das umgekehrt: Wenn mir ein Arzt "was Homöopathisches" oder "was Pflanzliches" verschreibt, weiss ich dass ich eigentlich gesund bin und gehe zufrieden meiner Wege.
17.07.2012 23:41 Uhr
von FMH:
Tatsächlich vertritt Walach eine Kernbetätigung der Aufklärung, die vor allem vom aufgeklärten Adel, Klerus und gehobenem Bürgertum getätigt wurde: durch reines Nachdenken im Kämmerlein und Versuche am Salontisch Lersätze zu Themen erstellen, zu welchen man keinerlei Ahnung hat und dann versuchen, diese Ansichten der Fachwelt auf's Auge zu drücken.
Ich verstehe auch nicht, wieso der Herr Professor immer wieder behauptet, die besagte Masterarbeit würde wegen ihres Themas kritisiert. Ich habe schon sehr gut gemachte geisteswissenschaftliche Arbeiten zu viel seltsameren Sachen gelesen(z.B. Archäologie der Hanseatischen Bierzapfhähne oder das Aufspannen des Raumes durch Nierentische in drei Jahrzehnten). Nur diese Arbeit war eben auch vom Inhalt her lächerlich.
17.07.2012 17:09 Uhr
von Herr Bach:
@Dirk Dann benennen Sie doch bitte eine einzige Studie, die wissenschaftlicher Methodik standhält.
19.06.2012 07:18 Uhr
von Joseph Kuhn:
Was die zu Beginn des Interviews erneut verteidigte Masterarbeit angeht, kann ich nur jedem empfehlen, selbst einmal einen Blick in diese Arbeit (und es gibt weitere von ähnlicher Qualität) zu werfen. Den Link zur Masterarbeit und eine ausführliche Kritik daran findet man unter: http://www.scienceblogs.de/gesundheits-check/2012/04/wissenschaftstheorie-wissenschaftspraxis-wissenschaftspolitik-die-unendliche-geschichte-esoterischer-betatigungen-an-der-viadrina.php
Die taz wäre gut beraten gewesen, das auch einmal zu tun, dann hätte sie an einigen Punkten besser nachfragen können, statt ein Gefälligkeitsinterview zu führen. Das gilt auch für Punkte, die nichts mit der Masterarbeit zu tun haben. Zurecht kritisiert man die "Anwendungsbeobachtungen" der Pharmaindustrie, Herr Walach schlägt nun so etwas für die Untersuchung komplementärmedizinischer Verfahren vor - und der taz fällt dazu nichts ein.
18.06.2012 16:54 Uhr
von Heidi:
@Fee: Glück gehabt!
@Wolfgang T: Und was soll uns das sagen? Ich gehöre nicht zu diesen Frauen... und kenne viel zu viele Männer, auf die Ihre Beschreibung auch zutrifft. Kann mich also genau so wunderbar von den Opfern der Komplementär-"Medizin" distanzieren wie Sie. ;-)
16.06.2012 09:46 Uhr
von Arnold:
Die Taz abzubestellen bzw gar nicht erst zu ordern ist noch immer eine gute Idee, wie ich sehe. Ich hatte das zweifelhafte Vergnügen, Herrn Wallach als Dozenten zu erleben. Zu der zeit nannte sich sein Institut noch "Institut für Psychohygiene". Wäre er doch bei dieser Bezeichnung geblieben.
Behauptungen ohne Evidenz bleiben Behauptungen, auch wenn der Herr Dozent sich nun Professor nennt.
16.06.2012 09:20 Uhr
von Wolfgang T:
Es sind vor allem Frauen die der Ideologie der "Alternativmedizin" anhängen. FAMEs (Female, Affluent, Middle-Aged, Educated) , solche Frauen sind für allen blödsinn zu haben.
Prof. Ernst hat es bei der Homöopathie so ausgedrückt http://findarticles.com/p/articles/mi_m0689/is_8_52/ai_106471672/ “Virtually all survey data agree that those most fascinated with complementary medicine are predominantly female, affluent, middle-aged, and well-educated. Seventy-eight percent of all Medicaid programs provide coverage of at least 1 form of complementary medicine.”
Den Begriff “complementary medicine” kann man durch anderen Unsinn ersetzen, den Fames anhängen
16.06.2012 01:40 Uhr
von Gartentor:
Interessant, dass das Thema Komplementärmedizin so viel Emotion auslöst. Aber es geht bei der Diskussion um dieses Thema auch um Machterhalt und um die Geborgenheit, die darin liegt, dass man der Mehrheit angehört und dass man um einen Paradigmenwechsel herumkommt. Professor Walach formuliert viele wichtige Gedanken in dem Interview. Ein zentraler Satz, der meiner Erfahrung entspricht: In der Medizin sind die Methoden wichtig, aber die persönlichen Fähigkeiten der medizinischen Fachkraft spielen beim Stimulieren der Selbstheilungskräfte des Patienten die entscheidende Rolle. Das gilt auch für gute Schulmediziner.
15.06.2012 19:00 Uhr
von Micha:
@Karl Ihre 5%-Behauptung ist schlicht und einfach Unsinn. Sie verwechseln da etwas. Wenn in einem Test mit einem 5% Signifikanzniveau gearbeitet wird, dann bedeutet das etwas ganz anderes. Es bedeutet nämlich, dass die Wahrscheinlichkeit dafür, dass es der Verumgruppe rein zufällig besser geht bei unter 5% liegt. Oder anschaulicher: Bei jedem 20. Versuch dieser Art kommt ein positives Ergebnis rein zufällig zustande.
15.06.2012 17:43 Uhr
von Fee:
@dr. nils: Wieviel eigene praktische Erfahrung haben Sie mit "unwirksamen" Behandlungsmethoden? Wir haben Sie in der Familie aus fast 30 Jahren! Ergebnis: gesundheitlich stabile, inzwischen erwachsene Kinder, die in ihrem Leben nur einmal! antibiotisch behandelt werden mussten, Ausheilung chronischer Beschwerden bei mir selbst. Voraussetzung: ein kompetenter Behandler/Arzt, der nicht nur auf einem Trend reitet.
Freundliche Grüße
15.06.2012 17:24 Uhr
von Claus:
Gegendarstellung: Ein Plädoyer für die Medizin
Herr Walach verknüft vollkommen unzusammenhängende Fakten zu etwas, das mir etwas sauer aufstößt. Natürlich ist es nicht gut, einen Patienten als "die Gallenblase in Zimmer 3" zu sehen, und selbstverständlich fühlen sich die meisten Patienten nicht wohl wenn sie als Körper gesehen werden, der stellenweise nicht mehr optimal funktioniert. Aber es zur Disziplin der "alternativen Heilkunde" zu erklären, einen Menschen nicht nur als Krankheit wahrzunehmen, sondern als ein Wesen mit körperlichen, geistigen/seelischen und sozialen Bedürfnissen, ist meines Erachtens falsch - das ist genau so gewollt in der verteufelten "Schulmedizin". Natürlich funktioniert das nicht immer so, natürlich gibt es schlechte Ärzte - aber den Patienten in seiner Gesamtheit mit all seinen Stärken und Schwächen zu sehen und zu helfen, wo Hilfe nötig ist (körperlich wie geistig und sozial) rückt immer mehr in den Fokus der Mediziner.
Immer mehr Hausärzte machen Zusatzqualifikationen und Lehrgänge in der Psychosomatik, um bespielsweise besser mit Patienten umgehen zu können, die Probleme wie Depression oder Angststörungen haben. In Krankenhäusern ist es teilweise schon der Fall, dass Psychosomatiker, Psychiater und Sozialarbeiter abteilungsübergreifend mit den Organmedizinern zusammenarbeiten, um jeden Patienten optimal und in allen Bereichen zu versorgen, und dahin sollte die Entwicklung gehen. Nicht zu Pseudowissenschaftlern, die sich "ganzheitlich" als Werbespruch aufs Banner schreiben, aber diesen Anspruch letztlich nicht erfüllen können - zur Gesamtheit des Menschen gehören eben auch die körperlichen Beschwerden.
15.06.2012 16:46 Uhr
von Karl:
Was ist "wirksam"? meines Wissens müssen neue Medikamente der Medizin lediglich 5 % wirkungsvoller als der Placebo-effekt sein um als wirkungsvoll zugelassen zu werden. Wenn ich wirklich an alternative Medizin glaube steigere ich sicher den Placeboeffekt um mind. 5%, sodass dies im Einzelfall als durchaus wirksam anzusehen ist. Hirschhausen zitiert: Glaube, Liebe, Hoffnung sind die beste Medizin und es ist verdammt schwer ein Medikament zu entwickeln, was wirkungsvoller als der Placebo-effekt ist.
15.06.2012 16:39 Uhr
von Dirk:
@Dr. Nils Jena: Das hab ich schon so oft gelesen, aber es wird durch Wiederholung doch nicht wahrer. Unterschlagen dass wissenschaftliche Studien zur Wirksamkeit bestehen und daraus die Generalkritik abzuleiten, ist unfair diskutiert und zeugt von Vorurteilen. "nach allen vorliegenden Studien" - da dürften Ihnen wohl doch nicht alle Studien vorliegen, sonst würden Sie dergleichen nicht behaupten.
15.06.2012 15:42 Uhr
von Martin B.:
Der Herr Walach missversteht.
Dass unser Gesundheitssystem ineffizient und entmenschlicht arbeitet, steht außer Frage. Viele Abläufe haben mit Sicherheit keinen positiven Einfluss auf den Krankheitsverlauf und die psychischen Bürden, die damit kommen.
Aber man kann keine vorwissenschaftliche Methodik propagieren, Magie und Zauberei bewerben, wenn es nur die unspezifische Wirkung ist, die da „wirkt“. Der Placeboeffekt hat nichts mit den Selbstheilungskräften zu tun; das ist Konditionierung und der Einfluss von Erwartungshaltungen – kurz gesagt, er beeinflusst unsere Wahrnehmung.
Aber um den Placeboeffekt anzuwenden, und er wird auch in der „konventionellen“ Medizin angewendet, dafür braucht man keine Magie!
15.06.2012 15:25 Uhr
von Mongie:
@ Nils Jena: Haben Sie den Artikel überhaupt gelesen?
15.06.2012 14:48 Uhr
von Dr. Nils Jena:
Es gibt keine Komplementärmedizin sondern nur wirksame und unwirksame Medizin. Homöopathie, Antroposophische Medizin, Akupunktur, Bachblüten usw. gehören nach allen vorliegenden Studien zur zweiten Kategorie.
Leserkommentare
13.02.2013 21:33 Uhr
von johannes sprenger:
der herr doktor (achtung wichtig und staatlich zertifiziert) niels kennt die aktuelle studienlage nicht oder er ignoriert sie. die ständige wiederholung von halb oder - unwissen macht aus so einer ignoranten äusserung weder tatsächliches wissen noch wahrheit. es handelt sich hier schlicht um eine behauptung. und so bitter das für den titelträger ist: der titel ( dr.) macht aus der behauptung nicht die wahrheit.
19.07.2012 15:47 Uhr
von TheJoke:
Bei mir ist das umgekehrt: Wenn mir ein Arzt "was Homöopathisches" oder "was Pflanzliches" verschreibt, weiss ich dass ich eigentlich gesund bin und gehe zufrieden meiner Wege.
17.07.2012 23:41 Uhr
von FMH:
Tatsächlich vertritt Walach eine Kernbetätigung der Aufklärung, die vor allem vom aufgeklärten Adel, Klerus und gehobenem Bürgertum getätigt wurde: durch reines Nachdenken im Kämmerlein und Versuche am Salontisch Lersätze zu Themen erstellen, zu welchen man keinerlei Ahnung hat und dann versuchen, diese Ansichten der Fachwelt auf's Auge zu drücken.
Ich verstehe auch nicht, wieso der Herr Professor immer wieder behauptet, die besagte Masterarbeit würde wegen ihres Themas kritisiert. Ich habe schon sehr gut gemachte geisteswissenschaftliche Arbeiten zu viel seltsameren Sachen gelesen(z.B. Archäologie der Hanseatischen Bierzapfhähne oder das Aufspannen des Raumes durch Nierentische in drei Jahrzehnten). Nur diese Arbeit war eben auch vom Inhalt her lächerlich.
17.07.2012 17:09 Uhr
von Herr Bach:
@Dirk
Dann benennen Sie doch bitte eine einzige Studie, die wissenschaftlicher Methodik standhält.
19.06.2012 07:18 Uhr
von Joseph Kuhn:
Was die zu Beginn des Interviews erneut verteidigte Masterarbeit angeht, kann ich nur jedem empfehlen, selbst einmal einen Blick in diese Arbeit (und es gibt weitere von ähnlicher Qualität) zu werfen. Den Link zur Masterarbeit und eine ausführliche Kritik daran findet man unter:
http://www.scienceblogs.de/gesundheits-check/2012/04/wissenschaftstheorie-wissenschaftspraxis-wissenschaftspolitik-die-unendliche-geschichte-esoterischer-betatigungen-an-der-viadrina.php
Die taz wäre gut beraten gewesen, das auch einmal zu tun, dann hätte sie an einigen Punkten besser nachfragen können, statt ein Gefälligkeitsinterview zu führen. Das gilt auch für Punkte, die nichts mit der Masterarbeit zu tun haben. Zurecht kritisiert man die "Anwendungsbeobachtungen" der Pharmaindustrie, Herr Walach schlägt nun so etwas für die Untersuchung komplementärmedizinischer Verfahren vor - und der taz fällt dazu nichts ein.
18.06.2012 16:54 Uhr
von Heidi:
@Fee: Glück gehabt!
@Wolfgang T: Und was soll uns das sagen?
Ich gehöre nicht zu diesen Frauen... und kenne viel zu viele Männer, auf die Ihre Beschreibung auch zutrifft.
Kann mich also genau so wunderbar von den Opfern der Komplementär-"Medizin" distanzieren wie Sie. ;-)
16.06.2012 09:46 Uhr
von Arnold:
Die Taz abzubestellen bzw gar nicht erst zu ordern ist noch immer eine gute Idee, wie ich sehe.
Ich hatte das zweifelhafte Vergnügen, Herrn Wallach als Dozenten zu erleben.
Zu der zeit nannte sich sein Institut noch "Institut für Psychohygiene".
Wäre er doch bei dieser Bezeichnung geblieben.
Behauptungen ohne Evidenz bleiben Behauptungen, auch wenn der Herr Dozent sich nun Professor nennt.
16.06.2012 09:20 Uhr
von Wolfgang T:
Es sind vor allem Frauen die der Ideologie der "Alternativmedizin" anhängen.
FAMEs (Female, Affluent, Middle-Aged, Educated)
, solche Frauen sind für allen blödsinn zu haben.
Prof. Ernst hat es bei der Homöopathie so ausgedrückt
http://findarticles.com/p/articles/mi_m0689/is_8_52/ai_106471672/
“Virtually all survey data agree that those most fascinated with complementary medicine are predominantly female, affluent, middle-aged, and well-educated. Seventy-eight percent of all Medicaid programs provide coverage of at least 1 form of complementary medicine.”
Den Begriff “complementary medicine” kann man durch anderen Unsinn ersetzen, den Fames anhängen
16.06.2012 01:40 Uhr
von Gartentor:
Interessant, dass das Thema Komplementärmedizin so viel Emotion auslöst.
Aber es geht bei der Diskussion um dieses Thema auch um Machterhalt und um die Geborgenheit, die darin liegt, dass man der Mehrheit angehört und dass man um einen Paradigmenwechsel herumkommt.
Professor Walach formuliert viele wichtige Gedanken in dem Interview.
Ein zentraler Satz, der meiner Erfahrung entspricht: In der Medizin sind die Methoden wichtig, aber die persönlichen Fähigkeiten der medizinischen Fachkraft spielen beim Stimulieren der Selbstheilungskräfte des Patienten die entscheidende Rolle. Das gilt auch für gute Schulmediziner.
15.06.2012 19:00 Uhr
von Micha:
@Karl
Ihre 5%-Behauptung ist schlicht und einfach Unsinn. Sie verwechseln da etwas. Wenn in einem Test mit einem 5% Signifikanzniveau gearbeitet wird, dann bedeutet das etwas ganz anderes. Es bedeutet nämlich, dass die Wahrscheinlichkeit dafür, dass es der Verumgruppe rein zufällig besser geht bei unter 5% liegt. Oder anschaulicher: Bei jedem 20. Versuch dieser Art kommt ein positives Ergebnis rein zufällig zustande.
15.06.2012 17:43 Uhr
von Fee:
@dr. nils:
Wieviel eigene praktische Erfahrung haben Sie mit "unwirksamen" Behandlungsmethoden?
Wir haben Sie in der Familie aus fast 30 Jahren! Ergebnis: gesundheitlich stabile, inzwischen erwachsene Kinder, die in ihrem Leben nur einmal! antibiotisch behandelt werden mussten, Ausheilung chronischer Beschwerden bei mir selbst. Voraussetzung: ein kompetenter Behandler/Arzt, der nicht nur auf einem Trend reitet.
Freundliche Grüße
15.06.2012 17:24 Uhr
von Claus:
Gegendarstellung: Ein Plädoyer für die Medizin
Herr Walach verknüft vollkommen unzusammenhängende Fakten zu etwas, das mir etwas sauer aufstößt.
Natürlich ist es nicht gut, einen Patienten als "die Gallenblase in Zimmer 3" zu sehen, und selbstverständlich fühlen sich die meisten Patienten nicht wohl wenn sie als Körper gesehen werden, der stellenweise nicht mehr optimal funktioniert. Aber es zur Disziplin der "alternativen Heilkunde" zu erklären, einen Menschen nicht nur als Krankheit wahrzunehmen, sondern als ein Wesen mit körperlichen, geistigen/seelischen und sozialen Bedürfnissen, ist meines Erachtens falsch - das ist genau so gewollt in der verteufelten "Schulmedizin". Natürlich funktioniert das nicht immer so, natürlich gibt es schlechte Ärzte - aber den Patienten in seiner Gesamtheit mit all seinen Stärken und Schwächen zu sehen und zu helfen, wo Hilfe nötig ist (körperlich wie geistig und sozial) rückt immer mehr in den Fokus der Mediziner.
Immer mehr Hausärzte machen Zusatzqualifikationen und Lehrgänge in der Psychosomatik, um bespielsweise besser mit Patienten umgehen zu können, die Probleme wie Depression oder Angststörungen haben. In Krankenhäusern ist es teilweise schon der Fall, dass Psychosomatiker, Psychiater und Sozialarbeiter abteilungsübergreifend mit den Organmedizinern zusammenarbeiten, um jeden Patienten optimal und in allen Bereichen zu versorgen, und dahin sollte die Entwicklung gehen. Nicht zu Pseudowissenschaftlern, die sich "ganzheitlich" als Werbespruch aufs Banner schreiben, aber diesen Anspruch letztlich nicht erfüllen können - zur Gesamtheit des Menschen gehören eben auch die körperlichen Beschwerden.
15.06.2012 16:46 Uhr
von Karl:
Was ist "wirksam"? meines Wissens müssen neue Medikamente der Medizin lediglich 5 % wirkungsvoller als der Placebo-effekt sein um als wirkungsvoll zugelassen zu werden. Wenn ich wirklich an alternative Medizin glaube steigere ich sicher den Placeboeffekt um mind. 5%, sodass dies im Einzelfall als durchaus wirksam anzusehen ist.
Hirschhausen zitiert: Glaube, Liebe, Hoffnung sind die beste Medizin und es ist verdammt schwer ein Medikament zu entwickeln, was wirkungsvoller als der Placebo-effekt ist.
15.06.2012 16:39 Uhr
von Dirk:
@Dr. Nils Jena:
Das hab ich schon so oft gelesen, aber es wird durch Wiederholung doch nicht wahrer. Unterschlagen dass wissenschaftliche Studien zur Wirksamkeit bestehen und daraus die Generalkritik abzuleiten, ist unfair diskutiert und zeugt von Vorurteilen. "nach allen vorliegenden Studien" - da dürften Ihnen wohl doch nicht alle Studien vorliegen, sonst würden Sie dergleichen nicht behaupten.
15.06.2012 15:42 Uhr
von Martin B.:
Der Herr Walach missversteht.
Dass unser Gesundheitssystem ineffizient und entmenschlicht arbeitet, steht außer Frage. Viele Abläufe haben mit Sicherheit keinen positiven Einfluss auf den Krankheitsverlauf und die psychischen Bürden, die damit kommen.
Aber man kann keine vorwissenschaftliche Methodik propagieren, Magie und Zauberei bewerben, wenn es nur die unspezifische Wirkung ist, die da „wirkt“. Der Placeboeffekt hat nichts mit den Selbstheilungskräften zu tun; das ist Konditionierung und der Einfluss von Erwartungshaltungen – kurz gesagt, er beeinflusst unsere Wahrnehmung.
Aber um den Placeboeffekt anzuwenden, und er wird auch in der „konventionellen“ Medizin angewendet, dafür braucht man keine Magie!
15.06.2012 15:25 Uhr
von Mongie:
@ Nils Jena: Haben Sie den Artikel überhaupt gelesen?
15.06.2012 14:48 Uhr
von Dr. Nils Jena:
Es gibt keine Komplementärmedizin sondern nur wirksame und unwirksame Medizin. Homöopathie, Antroposophische Medizin, Akupunktur, Bachblüten usw. gehören nach allen vorliegenden Studien zur zweiten Kategorie.