Der Tod eines kranken palästinensischen Häftlings führt zu Protesten. Zum ersten Mal seit November griff die israelische Luftwaffe wieder Ziele im Gazastreifen an. von Susanne Knaul

Mitglieder der Hamas protestieren im Norden Gazas nach dem Tod des krebskranken Häftlings Maissara Abu Hamdijeh. Bild: reuters
JERUSALEM taz | Kaum sind die israelischen Pessah-Ferien vorbei, rumort es gleich an drei Grenzen. Zum ersten Mal seit dem Krieg zwischen Israel und der Hamas im vergangenen November griff die israelische Luftwaffe in der Nacht zu Mittwoch wieder Ziele im Gazastreifen an. Stunden vorher hatten Palästinenser zwei Mörsergranaten auf Israel abgeschossen.
Ist Ihnen dieser Artikel etwas wert?
Eine möglicherweise verirrte Granate aus Syrien landete am Dienstag auf den von Israel annektierten Golanhöhen. Zu schweren Unruhen kam es zudem im Westjordanland, nachdem ein Palästinenser in israelischer Haft verstarb. Der 63-jährige Maissara Abu Hamdijeh war schwer krebskrank. Neben Israels Siedlungspolitik gehört die Häftlingsfrage zu den heikelsten Themen im Nahostkonflikt.
Vor dem Hintergrund eines seit Monaten andauernden Hungerstreiks mehrerer Häftlinge macht sich Volkes Unmut immer wieder Luft, um gegen Administrativhaft und Haftbedingungen zu protestieren. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas nutzte den Tod Abu Hamdijehs, um den Druck auf Israel zu erhöhen und 120 Häftlinge zu entlassen, die seit mehr als 20 Jahren im Gefängnis sitzen.
Gut 4.500 Palästinenser befinden sich derzeit in israelischer Haft, davon knapp 180 ohne Anklage. Aus Solidarität mit Abu Hamdijeh wollen die Häftlinge jetzt für drei Tage die Nahrungsaufnahme verweigern. Mehrere Gefangene und Wärter mussten nach Auseinandersetzungen und dem Einsatz von Tränengas in ärztliche Behandlung. In Hebron, dem Heimatort des Toten, riefen die palästinensischen Behörden zu einem Generalstreik auf.
Die Entlassung palästinensischer Häftlinge wird zentrales Thema bei den bevorstehenden Gesprächen zwischen Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und US-Außenminister John Kerry sein, der am Wochenende erneut in Jerusalem erwartet wird. Kerry wird beiden Seiten vertrauensbildende Maßnahmen abfordern, um neue Gespräche zu ermöglichen.
Schon während des jüngsten Besuchs von US-Präsident Barack Obama kam es zum Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen. Israel verschärfe daraufhin erneut die Seeblockade. Verteidigungsminister Mosche Jaalon erklärte gestern, dass er „die Hamas für alles“ verantwortlich hält, „was vom Gazastreifen auf auf Israel abgefeuert wird“.
Zu dem Angriff aus Syrien wiederholte Jaalon, dass Israel kein Interesse daran habe, sich in die gewalttätigen Auseinandersetzungen einzumischen. Israelische Soldaten reagierten auf den Angriff mit gezieltem Panzerbeschuss und verletzten dabei mindestens zwei syrische Armeeangehörige.
dieses am dichtesten bevölkerte Gebiet der Erde ...
Israel sollte die Palis einfach vertreiben! Es könnte dort sehr schön sein ohne diese Terroristen.
Ja, die Seeblockade wurde wieder verschärft. Leider glauben die meisten Israel-Hasser unter den taz-Lesern, dass dadurch de ...
Einschnitte im Sozialhaushalt und bei Staatsgehältern: Geht nicht, sagen die Verfassungsrichter. Die Regierung weiss nun nicht, wie sie die Troika-Auflagen erfüllen soll.

Von Stierhörnern in Stierkämpfern, Zombies und menschlichen Engeln. Unsere Bilder der Woche.

Das Handy hat Geburtstag: Eine kurze Geschichte der ebenso erfolgreichen wie nervtötenden Erfindung.

Was der nordkoreanische Führerkult mit Raketen und Rammlern aus Brandenburg zu tun hat.

Schnee verpiss dich, keiner vermisst dich. Der Frühling muss kommen. Jetzt, sofort. Hau rein, Lenz!


Für alle, die mitreden wollen
Der lange Abschied vom Wachstum, Kriminalität ohne Grenzen, der Kampf um die richtige Landwirtschaft, Sozialpolitik gegen den sozialen Fortschritt, die überfällige Reform der UN: Der neue Atlas der Globalisierung von Le Monde diplomatique veranschaulicht auf 176 Seiten und in über 150 neuen Karten und Infografiken in welchem Tempo die Globalisierung voranschreitet und die Welt verändert.