Wie ein junges Paar mit einer eigenen Internet-Rundfunksendung sein Leben umkrempelte. „Hoaxilla“ gibt es jetzt seit zwei Jahren und hatte mehr als eine Million Downloads.von Barbara Kerneck

Sie sind mitten unter uns. Sind sie es wirklich? Bild: dpa
„Zum Glück ist meine Frau Skeptikerin!“, sagt Alexander Waschkau aus Münster, seinerseits männliche Hälfte des Radiomoderatoren-Pärchens Alexa und Alexander. Die beiden Mittdreißiger heißen mit Vornamen wirklich so.
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Seit zwei Jahren produzieren sie in ihrer Münsteraner Wohnung auf nicht kommerzieller Basis wöchentlich die zwischen dreißig und sechzig Minuten lange, als Podcast herunterladbare Internet-Rundfunksendung „Hoaxilla“. In diesem Frühjahr verzeichnete sie bereits ihren millionsten Download.
Abgeleitet ist der Titel vom englischen Wort „hoax“, was zu Deutsch „Ente“ bedeutet, wie sie zum Beispiel in Zeitungen gedeiht. „Hoaxilla“ beschäftigt sich mit modernen Sagen, mit Medien-, Kultur- und Wissenschaftsmythen aus Sicht der Skeptikerbewegung, ohne sich dabei selbst allzu ernst zu nehmen.
„Was ist dran?“, fragen jede Woche einmal der Hoaxmaster und die Hoaxmistress, wie sie sich nun nennen. Das Themen-Abc der bisher 89 Folgen beginnt bei Atlantis und Außerirdischen und führt über das Bermudadreieck hin zu Verschwörungstheorien, Vampiren und Wahrsagerei.

Die „Hoaxilla“-Macher Alexa und Alexander Waschkau. Bild: privat
Alexander, von Haus aus Diplompsychologe, konzipiert im Hauptberuf neue Lernformen in der ärztlichen Fortbildung. Alexa machte ihren Magister in europäischer Ethnologie. Dann arbeitete sie als Verwaltungsangestellte im medizinischen Sektor – wie auch er, in einer unabhängigen Institution. Vor allem sie fühlte sich in ihrem Brotberuf intellektuell unterfordert. „Lass uns doch einen ’skeptischen‘ Podcast machen!“, schlug Alexander vor zwei Jahren vor, als seine Frau wieder einmal über langweilige Routine klagte.
Die Hoaxmistress erinnert sich, dass sie nicht mal dieses Wort kannte. Heute stürzen sich beide am ersten Feierabend zu Wochenbeginn gleich wieder auf die Recherche für das nächste Thema. Die Sonntagssendung dient dann dem Austausch zwischen ihnen und bisweilen auch mit Gästen.
Nach musikalischen Aufwecktakten wechselt lockeres Geplauder häufig die Stilebenen. „Das passt überhaupt nicht zusammen“, sagt Alexa in einem Satz – und drei Minuten später: „Diese Fakten sind inkongruent.“ Der frisch aufgenommene und geschnittene Podcast wird kurz danach gesendet, begleitet von der Möglichkeit zum parallelen Text-Chat mit dem Moderatorenteam.
„Wir haben ein Sendungsbewusstsein“, sagt Alexander – auch in dem Sinne, dass wir die Leute dazu bringen wollen, möglichst viele Alltagsphänomene wissenschaftlich-kritisch zu hinterfragen. Aber wir sind offen für Kritik und jede Anregung, ein Thema noch mal aufzunehmen.“
Die „Hoaxilla“-Sendung ist das bisher einzige Kind des Pärchens. Sie und beider Freizeit färben aufeinander ab. Bei einem Trip nach Bremen schauten A&A im Überseemuseum vorbei, um herauszufinden, woher Seeschlangengerüchte stammen könnten. Kryptozoologie, die Suche nach vor dem Menschen verborgenen Tieren, gehört zu ihren Hobbys.
Deshalb erübrigt sich die Frage, warum beide im vergangenen Jahr gerade in Schottland Urlaub machten, und dabei besonders das Loch Ness im Blick hatten.
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Leserkommentare
25.05.2012 13:36 | Michael
"Die „Hoaxilla“-Sendung ist das bisher einzige Kind des Pärchens." Das stimmt, aber den Skeptoskop darf man trotzdem erwähn ...