Rauschgiftreport in Deutschland

Mehr Crystal, weniger Heroin

Synthetische Drogen wie Ecstasy und Crystal Meth bleiben in Deutschland beliebt, wie die Zahlen der BKA für 2013 zeigen. Auch die Zahl der Drogentoten ist gestiegen.

Fieses Zeug: N-Methylamphetamin. Bild: dpa

BERLIN dpa | Synthetische Drogen wie Crystal Meth und Ecstasy sind in Deutschland weiter auf dem Vormarsch. Das geht aus den Zahlen hervor, die die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler (CSU) und der Präsident des Bundeskriminalamts (BKA), Jörg Ziercke, am Donnerstag in Berlin vorgestellt haben.

Demnach wurden im vergangenen Jahr 77 Kilogramm Crystal Meth sichergestellt. 2012 waren es 75 Kilogramm gewesen, damals 88 Prozent mehr als noch im Jahr zuvor. 2005, als die Droge in Deutschland noch weitgehend unbekannt war, fielen den Drogenfahndern gerade einmal sechs Kilogramm in die Hände. Auch die Partydroge Ecstasy habe nach jahrelangem Rückgang wieder Konjunktur, sagte Ziercke.

Erstmals seit 2009 stieg auch die Zahl der Drogentoten wieder leicht an. Mit 1002 Todesopfern habe sich die Zahl im Vergleich zum Jahr 2000 jedoch halbiert, betonte Mortler. 2012 waren es 944 – ein Tiefststand seit 25 Jahren. Besonders riskant sind Vergiftungen durch die gleichzeitige Einnahme verschiedener Substanzen.

Im vergangenen Jahr zählte die Polizei laut Bild 3.847 Fälle, in denen Crystal konfisziert wurde. Neun illegale Rauschgiftlabore zur Herstellung des Aufputschmittels seien ausgehoben worden. Die größten Funde gab es 2013 dem Bericht zufolge in der Grenzregion zu Tschechien. Stark betroffen seien vor allem Sachsen, Sachsen-Anhalt, Bayern und Thüringen.

Anstieg der Cannabisdelikte

Die Zahl der registrierten Erstkonsumenten von Heroin ging 2013 hingegen um rund 14 Prozent auf 1.789 zurück. Auch der rückläufige Trend bei den Fallzahlen hält weiter an. Der Anstieg der Cannabisdelikte setzte sich auch 2013 fort und erreichte mit 145.013 polizeilich registrierten Straftaten (2012: 134.739) einen neuen Höchststand seit 2008. Der Anstieg ist insbesondere auf die konsumnahen Delikte zurückzuführen, während die Handelsdelikte leicht rückläufig waren.

Der Markt für synthetische Substanzen stellt den Staat vor besondere Schwierigkeiten im Kampf gegen Rauschgift. Bei solchen Designerdrogen machen schon kleine Veränderungen an der molekularen Struktur aus einem verbotenen Stoff eine neue Substanz. Diese fällt dann oft nicht unter das gesetzliche Verbot.

Auch Crystal Meth ist eine synthetische Droge in kristalliner Form, die meist geschnupft wird. Das Methamphetamin macht schnell abhängig, tötet Nervenzellen ab und kann Psychosen und Hirnschäden verursachen, warnen Experten. Viele Abhängige leiden unter Verfolgungswahn, Gedächtnisstörungen und Angstzuständen.

.

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de

Ihren Kommentar hier eingeben