Mit einer PR-Aktion in DuMont-Zeitungen will eine Tochterfirma der Deutschen Bank ihr Image aufbessern. Trotz Ansage des Chefs wollen die Redakteure dies nicht.von Steffen Grimberg

Strahlend weiß: So sauber können die Banken ihr Image nicht waschen - zumindest, wenn es nach den Redakteuren geht. Bild: Rina H. / photocase.com
Dass Banken und insbesondere deren Fondsgesellschaften derzeit nicht den besten Ruf haben, ist ein alter Hut. Auch der Deutschen Bank und ihrer Tochterfirma DWS Investment ergeht es nicht anders. Also wird nach Möglichkeiten gesucht, das Image zu verbessern, gern auch in Verbindung mit positiv besetzten Modethemen wie Nachhaltigkeit, Umweltschutz und so weiter.
Weil es aber wenig bringt, wenn man sich nur selber lobt, braucht man einen Partner, am besten ein topneutrales Medienhaus. Weshalb Ende nächster Woche in der Alten Oper Frankfurt der erste "DuMont-DWS-Nachhaltigkeitspreis" verliehen werden soll, garniert mit einer über DWS-Anzeigen finanzierten redaktionellen Beilage in der Berliner Zeitung, der Frankfurter Rundschau und dem Kölner Stadtanzeiger, den Haupttiteln von DuMont.
Das freut die Deutsche Bank, weil sie und ihr Ackermann doch gerade erst wieder von der NGO Lobbycontrol für ihren Negativpreis, die "Lobbykratie-Medaille", wegen ihres ungebremsten Einflusses auf die Eurorettung zum Besten der eigenen Bank nominiert sind.
Um ähnlich "nachhaltiges Investment" soll es auch in der DuMont-Beilage gehen, die von der hauseigenen Wirtschaftsredaktion geschrieben werden soll. Doch die mag, anders als ihr Chef Robert Heusinger, nicht so wirklich. Bei einer Versammlung diese Woche lehnten auch die anderen Redakteure die Pläne entschieden ab.
Der Redaktionsausschuss schreibt der Chefredaktion, die Preis und Beilage trotzdem weiter knorke findet, klare Worte: Berliner Zeitung wie Frankfurter Rundschau hätten ausführlich über die "umstrittene Rolle der Deutschen Bank" berichtet und diese "stets kritisch kommentiert".
Daher gebe es "keinerlei Grund, ihr auf Kosten unserer eigenen Reputation" bei der Lösung dieses Imageproblems "zu helfen". Besonders erzürnt die Redakteursvertreter, dass offenbar außerhalb der Beilage im normalen redaktionellen Teil von Berliner Zeitung und Frankfurter Rundschau "ein großes Interview" mit dem Deutsche-Bank-Manager Kevin Parker geplant ist, der den Preis gemeinsam mit DuMont-Vertretern übergeben soll. "Damit", heißt es in dem Schreiben weiter, "wird die Grenze zwischen Redaktion und PR-Aktion bis zur Unkenntlichkeit verwischt. Derlei nennt man White-, genauer: Greenwashing."
Ob Verlagspatriarch Alfred Neven DuMont, der am Donnerstag zu einem der regelmäßigen Abendessen mit leitenden Redakteuren der Berliner Zeitung in der Hauptstadt weilte, ob solcher Renitenz rot angelaufen ist, wurde ebenso wie die Menüfolge bislang nicht überliefert.
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Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

Leserkommentare
15.11.2011 12:51 | grubel
zur erwähnten Lobbykratie-Medaille:
15.11.2011 09:45 | Farbenseher
Gratulation, nur so kann Journalismus seine Funktion als Stütze der Demokratie wahrnehmen. Und wir brauchen nichts dringend ...
14.11.2011 16:11 | Nanu?
@jana ...