Bis zuletzt haben SPD und Grüne um Klimaschutz- und Energiepolitik gestritten. Das zuständige Ministerium haben sie nun aufgeteilt.von Andreas Wyputta

Hatten Angst um ihr Kernthema: Umweltschutzminister Johannes Remmel und andere NRW-Grüne. Bild: dpa
DÜSSELDORF taz | Gepokert bis zuletzt haben SPD und Grüne vor allem um die Energie- und Klimaschutzpolitik. Der grüne Umweltschutzminister Johannes Remmel könne seine Zuständigkeit für das Kernthema seiner Partei ganz verlieren, drohten Sozialdemokraten während der Verhandlungen immer wieder. Herausgekommen ist ein klassischer Formelkompromiss: Remmel bleibt dem Titel nach „Klimaschutzminister“. Die Genossen hingegen bekommen das zusätzlich geschaffene Ressort für Wirtschaft und Energie.
Ist Ihnen dieser Artikel etwas wert?
Inhaltlich klingt das so: Nordrhein-Westfalen bekennt sich zu den ambitionierten nationalen Klimaschutzzielen von minus 40 Prozent bis zum Jahr 2020. An Rhein und Ruhr soll der Ausstoß des Klimakillers Kohlendioxid deshalb bis 2050 um 80 Prozent sinken. Dabei hatte sich der SPD-Energieexperte, Fraktionschef Norbert Römer, noch vor kurzem für neue Kohlekraftwerke ausgesprochen.
Im Koalitionsvertrag konnte Römer, der mehr als 30 Jahre für die Bergbaugewerkschaft IG BCE gearbeitet hat, punkten: „NRW soll ein guter Standort für energieintensive Industrien“ – also etwa die Aluminiumproduktion – bleiben, heißt es darin. Zudem werden „wettbewerbsfähige Strompreise“ eingefordert.
Trotzdem soll – wohl auf Druck der Grünen – „schnellstmöglich“ ein Umstieg auf erneuerbare Energieträger erfolgen: 2025, heißt es im Koalitionsvertrag, könne im Land der Stein- und Braunkohlekraftwerke mehr als 30 Prozent des Stroms aus regenerativen Quellen stammen. Zu den per Gerichtsbeschluss aus Klimaschutzgründen stillliegenden Kohlekraftwerks-Neubauten Datteln und Lünen findet sich dagegen nur ein weiterer altbekannter rot-grüner Formelkompromiss: „Die Landesregierung selbst“ baue „keine neuen Kraftwerke“ und reiße „auch keine ab“.
Damit aber dürfte die Energiepolitik das rot-grüne Streitthema Nummer eins bleiben. Kraft ahnt das schon – und behält sich deshalb die letzte Entscheidung ganz persönlich selbst vor: „Die Energiepolitik“, betonte sie am Dienstag, „bleibt in NRW Chefinnensache“.
Wie die TAZ sich wieder mit Lobesliedern verausgabt, wenn irgendwo in einer Koalition die grüne Fahne hoch gehalten wird.. ...
"Trotzdem soll ... ein Umstieg auf erneuerbare Energieträger erfolgen." - Das ist ja schon mal eine ganz gute Formulierung. ...
Fassen wir zusammen: Werde..., soll..., wird.... Die Realität: Rekordverschuldung, weitere Rekordverschuldung, Rekordversch ...
Jenseits der Grenze tobt die „Entscheidungsschlacht“. Diesseits begräbt die Hisbollah ihre Gefallenen. Ein Besuch bei Libanons Schiiten. von Karim El-Gawhary

Der heißeste Ort der Welt, ein Tiger macht Kopfstand und Bäume in Käfigen. Unsere Bilder der Woche.

Bond-Schurkin, Stil-Ikone, Musikerin: Das Gesamtkunstwerk Grace Jones hat Geburtstag.

David Beckham beendet seine Fußballer-Karriere. Wird er jetzt etwa Vollzeitpapa, Model oder Frührentner? Ach, uns fallen da noch ein paar andere Sachen ein...

Ein echt fieser Augapfel, ein Harley-Davidson-Skelett, Buddha hat Geburtstag und jede Menge Quallen. Unsere Bilder der Woche.


Für alle, die mitreden wollen
Der lange Abschied vom Wachstum, Kriminalität ohne Grenzen, der Kampf um die richtige Landwirtschaft, Sozialpolitik gegen den sozialen Fortschritt, die überfällige Reform der UN: Der neue Atlas der Globalisierung von Le Monde diplomatique veranschaulicht auf 176 Seiten und in über 150 neuen Karten und Infografiken in welchem Tempo die Globalisierung voranschreitet und die Welt verändert.