Schalke in der Champions League

Ohne Angst, aber verloren

Mit dem Viertelfinale wird's wohl nichts für Schalke. Gegen Real Madrid spielte das Team gut mit, verlor aber mit 0:2. Porto und Basel trennten sich 1:1.

So schlimm war's auch nicht: Matija Nastasic zieht sich sein Trikot über den Kopf, Marco Höger applaudiert. Bild: dpa

GELSENKIRCHEN dpa | Ein Jahr nach der 1:6-Demütigung hat sich der FC Schalke 04 gegen Real Madrid diesmal achtbar aus der Affäre gezogen, besitzt aber dennoch praktisch keine Chance mehr auf den Einzug ins Viertelfinale der Champions League. Cristiano Ronaldo (26. Minute) mit seinem 73. Tor in der Fußball-Königsklasse und Marcelo (79.) erzielten vor 54.442 Zuschauern in der ausverkauften Arena Auf Schalke die Tore zum 2:0 (1:0) für den Titelverteidiger. Real Madrid gewann sein zehntes Champions-League-Spiel in Serie und stellte damit den Rekord des FC Bayern München aus dem Jahr 2013 ein.

„Unsere Mannschaft hat gut gespielt und sich gut präsentiert. Wir haben heute gute Werbung gemacht für Schalke. Wir nehmen das so hin“, sagte Schalkes Aufsichtsratschef Clemens Tönnies im ZDF. Auch Torwart-Nachwuchsmann Timon Wellenreuther war bedingt zufrieden. „Es war ein großer Augenblick für mich, aber ich hätte lieber zu Null gespielt, als zwei Gegentore zu bekommen“, sagte der 19-Jährige.

Das dritte Achtelfinal-Aus in Serie dürfte für Schalke besiegelt sein. „Wir fahren aber nicht mit vollen Hosen nach Madrid“, sagte Tönnies. Im Rückspiel am 10. März wird Kevin-Prince Boateng gelbgesperrt fehlen. Eine erste Entwarnung gab es für Schalke nach dem Spiel mit der Diagnose für Klaas-Jan Huntelaar. Eine starke Prellung, aber keinen Bruch, stellten die Ärzte beim Niederländer fest, berichtete Manager Horst Heldt. Huntelaar war nach 33 Minuten ausgewechselt worden.

Für Real war das Spiel schnell abgehakt. „Wir haben uns ein bisschen schwergetan, was auch am Platz lag, das soll keine Ausrede sein, aber der war eine Katastrophe. Wir können mit dem 2:0 sehr gut leben“, sagte Toni Kroos bei Sky.

Enorme Physis

Real – in einem ungewohntem bonbon-rosa – wurde von Schalke in der Anfangsphase durchaus geschickt kontrolliert. Die Taktik von Trainer Roberto Di Matteo ging vorerst auf. Mit kühlem Kopf und ganz viel Herz wurde die fußballerische Überlegenheit der Spanier bekämpft. Besonders Atsudo Uchida und Dennis Aogo auf den Abwehr-Außenbahn leisteten ganze Arbeit. Boateng ackerte viel und versuchte, mit enormer Physis Zeichen zu setzen.

Real und insbesondere Ronaldo schienen schnell genervt. Toni Kroos (6.) beschwerte sich nach einem Foul an Weltmeister-Kollege Benedikt Höwedes energisch über die folgende Gelbe Karte. Sogar in der Offensive hatte S04 bei Schüssen von Aogo (20.) und Huntelaar (25.) die besseren Aktionen.

Doch eine Unachtsamkeit reichte. Aogo ließ Dani Carvajal flanken. Joel Matip stand zu weit von Ronaldo weg – und Wellenreuther wie schon beim Gegentor in Frankfurt einen Tick zu weit vor dem Tor. Ronaldo legte sich beim Jubel demonstrativ den Zeigefinger auf den Mund, die Geste galt wohl nicht nur den Schalke-Fans. Für ihn ungewöhnliche 4:59 Stunden hatte er zuvor nicht mehr getroffen. In Madrid hatte es kritische Töne gegeben.

Spanier mit Minimalaufwand

Schalke reagierte erschrocken. Der folgende Huntelaar-Ausfall nach einem Zusammenprall mit Raphael Varane war für die königsblaue Seele alles andere als förderlich. Bei einem Freistoß von Ronaldo zeigte aber Wellenreuther in seinem ersten internationalen Spiel seine jugendliche Klasse - das war auch ein Signal für seine Teamkollegen, nicht nachzulassen.

Di Matteo fand in der Halbzeit offenbar die richtigen Worte. Zumindest ließ sich Schalke im Gegensatz zum Februar 2014 keine Angst einjagen und gestaltete die zweite Halbzeit gegen lediglich mit Minimalaufwand agierende Spanier offen.

Kurz nachdem Ronaldo eine Freistoß in die Schalke-Mauer geschossen hatte sorgte Huntelaar-Ersatz Felix Platte, ganze 19 Jahre alt, mit einem Lattenschuss für einen Knalleffekt (74.). Die Resthoffnung auf einen Ausgleichs-Coup war schnell verflogen. Marcelo machte mit dem zweiten Real-Tor alles klar.

Porto mit Chancen aufs Viertelfinale

Der FC Porto hat gute Chancen, in der Champions League das Viertelfinale zu erreichen. Die Portugiesen erreichten beim Schweizer Fußball-Meister FC Basel ein verdientes 1:1 (0:1). Danilo erzielte per Handelfmeter in der 79. Minute den Ausgleich für den Königsklassen-Sieger von 2004. Derlis Gonzalez hatte Basel am Mittwochabend in der elften Minute in Führung gebracht.

Die Gastgeber erwischten einen optimalen Start in die Partie und lagen schon nach dem ersten guten Angriff 1:0 vorn. Gonzalez setzte sich nach einem exaktem Steilpass von Fabian Frei im Laufduell gegen zwei Abwehrspieler durch und drückte den Ball an Torwart Fabiano vorbei ins Netz.

Gegen die starke Defensive des Schweizer Meisters gelang Porto zunächst nicht viel. Erst Casemiro traf per Nachschuss nach einem Eckball zum vermeintlichen 1:1 (48.), der Schiedsrichter Mark Clattenburg erkannte das Tor aber zurecht nicht an, weil zwei Porto-Akteure vor Torhüter Tomas Vaclik im Abseits standen.

Der Ausgleich fiel erst durch einen für Basel unglücklichen Strafstoß. Als Verteidiger Walter Samuel im Fallen eine Flanke mit der Hand stoppte, zeigte der englische Unparteiische auf den Punkt. Der Brasilianer Danilo verwandelte sicher.

 

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