• 24.08.2012

Sexsteuerautomat für Bonner Prostituierte

Es wird nur wenig schwarz gefickt

Sechs Euro kostet ein Nachtticket für Prostituierte in Bonn. Im ersten Jahr wurden fast 6.000 Steuerbons gezogen. Auch die „Verrichtungsboxen“ sind beliebt.

  • 27.08.2012 10:32 Uhr

    von Andreas J:

    an Stefan A.Haffner

    Meine besten Freunde sind Afrikaner und ich bin mit einer Afrikanerin zusammen. Aber keiner von dennen regt sich über das Wort Schwarzfahrer oder Schwarzarbeit auf, weil sie überhaupt keinen Zusammenhang sehen. Mit sowas wird das Thema Rassismus der Lächerlichkeit preisgegeben und ist kontraproduktiv.
    Wenn jemand sagt: he Schwarzer, dann ist das was anderes. Es kommt immer darauf an in welchen Zusammenhang diese Worte genannt werden. Wenn ein Afrikaner ohne Steuerkarte arbeitet ist er ein Schwarzarbeiter und? Aber wenn jemand einen Afrikaner bei der Arbeit einfach so Schwarzarbeiter nennt, dann ist es Rassismus.
    Übrigens werde ich in Africa oft le Blance gerufen.

  • 26.08.2012 01:35 Uhr

    von @Stefan A. Haffner:

    Dann bitte ich um Übersetzung der folgenden Begriffe im Sinne des von Ihnen propagierten politisch korrekten Neusprechs:

    Schwarzmarkt
    Schwarzfahrer
    Schwarzbau
    schwarzer Freitag
    schwarzer Tag
    schwarze Liste
    Schwarzseher
    Schwarzmaler
    schwarzer Peter
    sich schwarz ärgern
    schwarzer Humor
    schwarze Magie
    Schwarzgeld
    Schwarzarbeit

    Besten Dank im Vorraus

  • 25.08.2012 20:05 Uhr

    von Thorben:

    Der Staat als Zuhälter...demnächst wird der Automat in jedem Haushalt eingeführt und von der GEX kontrolliert.

  • 25.08.2012 11:05 Uhr

    von Stefan A. Haffner:

    an Andreas J und Alle:
    Aus Gesprächen mit Freunden, die selbst oder deren Familienmitgliedern aus vorherigen Generationen aus verschiedenen Ländern Afrikas stammen und micht aus Höflichkeit lächelnd sagen, es gäbe keinen Alltagsrassismus, habe ich gelernt. Mit dem Scheinargument "die sind doch garnicht schwarz sondern braun" kann man sich wirklich nicht mehr rausreden - das hat aber bei mir auch eine Weile gedauert, bis ich das begriffen habe, daher habe ich Verständnis für Ihren derzeitigen Standpunkt, Herr Andreas J.. Die Diskussion ob schwarz oder braun ignoriert, daß das Thema Alltagsrassismus ein sehr sensibles ist. Wenn wir schon kein Herz haben und die Kränkung anderer nicht anerkennen so sollte doch aus Höflichkeit - wenn man gelernt hat, was das ist - mit dem Gebrauch der Farbe Schwarz für Negativbeschreibungen vermeiden. Mein Literaturhinweis "TheBlackBook - Deutsche Häutungen" des Anti Diskriminierungsbüros in Köln und cyberNomads (ISBN 3-88939-745-X)kann da Bewußtseinserweiternd wirken.

  • 24.08.2012 21:43 Uhr

    von Wim:

    "Schwarzfahren" hat nach meiner Kenntnis doch keinen Bezug zu Hautfarben, sondern zu "swarz" bzw. "shvarts" aus dem Jiddischen, wo es für Armut steht.

    Woher da der Rassismusvorwurf kommt, ist mir schleierhaft.

  • 24.08.2012 18:55 Uhr

    von Andreas J:

    an Stefan A. Haffner
    vieleicht solltest du mal über deinen Alltagrassismus nachdenken, wenn du beim Wort Schwarz gleich an Menschen afrikanischer Abstammung denkst. Die haben eine braune Hautfabe.

  • 24.08.2012 18:53 Uhr

    von werkor:

    @Steuereintreiber: Nein, Ausgaben können abgesetzt werden, und die Liberalen hatten hier ebenfalls im Rahmen der Festlegung der MwSt für Bewirtungen 7% augehandelt.

  • 24.08.2012 18:20 Uhr

    von M. Markmann:

    Bravo! Endlich "Steuergerechtigkeit" für die beruflich konsolidierten, und gewerblich so dringend benötigten Spätfolgen von sexuellem Mißbrauch, Gewalt und nicht vorhandener Lebens- und Entwicklungschancen. Natürlich werden sich alle Prostituierten vor dem Hintergrund freier Berufswahl und eines nach wie vor inexistenten Rechtes auf Arbeit für diesen Job bewußt entschieden haben - dafür sollen die gefälligst zahlen - wie alle anderen auch - klar! - und: „Von nichts kommt eben nichts!". Das Ausmaß der Nachfrage bestimmt eben nach wie vor umgekehrt proportional die Neigungsbereitschaft zu ethischer Beurteilung. Beeindruckend, wie „reibungslos“ kapitalistische Steuerpolitik auch noch in den Abgründen und Kloaken - sorry, „Verrichtungsboxen“ - des gutbürgerlichen Hinterhofes funktioniert, und nach wie vor auch aus psychopathologischem Elend und existenzieller Not Profit schlägt. Immerhin: Es kommen keine Klagen mehr! - ob das nun wieder an der in Bonz so innovativ hergestellten Steuergerechtigkeit liegt?. „Gerechtigkeit“ und „Prostitution“ erscheinen aus gutem Grund wie sich gegenseitig ausschließende Begriffe, und gehören in eine fortlaufende, breite öffentliche Diskussion und Reflexion, getragen von Achtsamkeit und Menschlichkeit, die sich nicht nur um die Belange des Fiskus dreht. „Diese Bewußtlosigkeit“ der „Vernunft des Marktes“ jedenfalls ist widerlich!

  • 24.08.2012 17:30 Uhr

    von peter:

    Ich würde mir auch einen sensibleren Sprachumgang bezüglich Sexarbeit von der TAZ wünschen.
    Sexarbeiter_innen bieten Leistungen an, wie viele anderen Menschen auch, nicht "sich".

    Klar gibt ist Sexarbeit an vielen Stellen problematisch. Aber das sind viele Berufe im Kapitalismus und kein freifahrtsschein für Diskriminierung.

  • 24.08.2012 16:16 Uhr

    von Stefan A. Haffner:

    "Schwarz gefickt", "Schwarzfahrer" ... ich hätte in der TAZ mehr Bewußtsein und Sensibilität für Alltagsrassismus erwartet ... und, nur vorsichtshalber hier der Hinweis: bitte korrigieren Sie nicht zu "Sexkunde oder Sexarbeiterin mit afrikanischem Migrationshintergrund" in Ihrer Entschuldigung.

    Als Lektüre empfehle ich "TheBlackBook - Deutsche Häutungen" des Anti Diskriminierungsbüros in Köln und cyberNomads (ISBN 3-88939-745-X)

  • 24.08.2012 16:11 Uhr

    von Steuereintreiber:

    Warum nicht der uebliche UmsatzSt-Satz von 19%? Bei geschaetztem Umsatz per Abend von je Dame 250EUR komme ich da auf etwa 50 statt 6 EUR als angemessene Taxe.

    Wie man sieht, Bonn verkauft sich zu billig.

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