Die Soziologiegesellschaft empfiehlt, das CHE-Hochschulranking zu boykottieren. Die Ergebnisse seien nicht repräsentativ, würden aber genutzt, um Professoren unter Druck zu setzen.von Kristiana Ludwig

Kein Nutzen für Schüler und Studenten: Dafür soll das Ranking nicht detailliert genug sein. Bild: dpa
BERLIN taz | Ein mattes Blau statt Rot ist nun die Farbe für Verlierer. Auf diesen Kompromiss hat sich das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE), das seit sieben Jahren in der Wochenzeitung Die Zeit sein Hochschulranking publiziert, eingelassen.
Ist Ihnen dieser Artikel etwas wert?
Die Ampelsymbole, mit denen das CHE deutsche Studiengänge in Spitzen-, Mittel- und Schlussgruppen sortiert, sind schon lange umstritten. Sie sollen Schülern bei der Studienauswahl helfen und sie etwa über Ansehen oder Betreuungssituation der Unis informieren. Die Deutsche Gesellschaft für Soziologie hat dieses Ranking nun als „methodisch fragwürdig und empirisch lückenhaft“ kritisiert. Sie empfiehlt allen soziologischen Instituten, nicht mehr an der Studie teilzunehmen.
Hauptgrund für die Initiative der Soziologiegesellschaft seien die politischen Auswirkungen des Rankings, sagt deren Präsidentin Martina Löw. Die Ergebnisse würden von Politikern und Hochschulleitern benutzt, um Professoren unter Druck zu setzen. Dabei seien die Bewertungen verzerrt und nicht repräsentativ. So seien etwa die Rücklaufquoten der Fragebögen zu niedrig.
Statt die Publikationen der Wissenschaftler selbst zu lesen, bewerte das CHE bloß die Summen der Fördergelder, die Forscher aus der Wirtschaft einwerben. Auch die CHE-Umfragen zur Reputation einzelner Institute seien nicht viel aussagekräftiger: Die Einschätzungen von Fachkollegen seien möglicherweise vorbelastet.
Schüler und Studenten profitierten zudem kaum von der Vergleichsliste – sie sei nicht detailliert genug, sagt Löw: „Es gibt für uns keinen Grund, an einem Bewertungsverfahren teilzunehmen, von dem wir denken, dass es eher schadet als hilft.“ Bereits 2009 hatte der Historikerverband den Geschichtsinstituten empfohlen, sich nicht mehr am CHE-Ranking zu beteiligen. Rund die Hälfte sei mittlerweile aus der Studie ausgestiegen, sagt Verbandsgeschäftsführerin Nora Helmli.
Das CHE reagiert auf die Kritik verständnislos: Die Studie sei aussagekräftig, die Methoden würden ständig überprüft und verbessert, sagt Petra Giebisch, die Projektleiterin des Rankings. Durch die Ampel gehe man verantwortungsvoll mit schwankenden Ergebnissen um. Auch beim Stichwort Politik weist sie Beschwerden zurück: An einer internen Diskussion könne sie „nichts Schlechtes finden.“
Das Gesetz für einen Neubeginn der Endlagersuche ist in den Bundestag eingebracht. Aber Greenpeace will unter den gegebenen Umständen nicht mitmachen. von Malte Kreutzfeldt

David Beckham beendet seine Fußballer-Karriere. Wird er jetzt etwa Vollzeitpapa, Model oder Frührentner? Ach, uns fallen da noch ein paar andere Sachen ein...

Ein echt fieser Augapfel, ein Harley-Davidson-Skelett, Buddha hat Geburtstag und jede Menge Quallen. Unsere Bilder der Woche.

14 Jahre war Thomas Schaaf Trainer bei Werder Bremen – genug Zeit, seinen trockenen Humor in vielen Interviewantworten unter Beweis zu stellen.

Am Samstag ist es wieder so weit: Im schwedischen Malmö kämpfen 39 Länder um den ersten Platz beim ESC. Wir wissen, auf welche Teilnehmer Sie besonders achten können.

Leserkommentare
18.07.2012 00:08 | Detlev
Rankings gehen immer einher mit einem allgemeinen Niedergang und zwar in Deutschland mit ausbleibenden öffentlichen Investi ...
10.07.2012 08:19 | vjr
Klar, auf CHE kann man gut verzichten, denn die messen nicht gut genug. Da ist THE schon ein bisschen besser. ...
09.07.2012 21:33 | Gerald
naja, weder die Soziologie noch die Geschichtswissenschaft (zumindest die neuzeitliche) haben ja internaitonal irgendwas mi ...