• 18.10.2012

Spannungen im Westjordanland

Kollaboration oder Kampf

In Dschenin wächst der Unmut über die palästinensische Führung. Der Stillstand bestärkt jene, die nie an eine diplomatische Lösung glaubten.von Susanne Knaul

  • 19.10.2012 12:54 Uhr

    von Ute:

    Liebe Frau Knaul"

    Sie schreiben, "..(z)um ersten Mal seit sechs Jahren können die Palästinenser am Samstag bei den Kommunalwahlen im Westjordanland ihre Stimme abgeben..."

    Beschränkt sich der Wahlvorgang nicht auf die 20 % des Westjordanlandes ohne Ostjerusalem, die in etwa die "Autonomiegebiete" ausmachen?


    Und abseits von den von Ihnen erwähnten Einschränkungen, wie sah die Kommunalverwaltung und Möglichkeiten der Einflußnahme durch die zivile Bevölkerung von 1967 bis 1992 aus ?

  • 18.10.2012 22:17 Uhr

    von Senckbley:

    @ R.J.: „Die Welt ist nicht blind – im Internetzeitalter können sich die Verbrechen der Vergangenheit nicht länger einfach wiederholen lassen.“

    Welche Verbrechen denn? Die 2. Intifada?
    Vielleicht ist die Welt nicht blind, aber vergesslich. Als die Arafat-Clique im Jahr 2000 bei den Camp David II- / Taba-Verhandlungen das Handtuch warf und kurz darauf ihre Leute die Bombengürtel anschnallen ließ, war für alle Welt klar, wer den Frieden ablehnt. Arafat hätte in Camp David im Gegenzug zur geplanten und zugebilligten Errichtung eines souveränen Palästinenserstaates erklären müssen, dass der Konflikt ein für allemal zuende sei. Er tat es nicht, er reiste einfach ab. Ein paar Wochen später brach die Hölle los.

    Und jetzt faseln seine Enkel davon, den „militanten Widerstand gegen die Besatzung“ wieder aufzunehmen. Wie wär's denn mal zur Abwechslung mit Realismus?

  • 18.10.2012 20:42 Uhr

    von mehrdad:

    das problem der araber in westbank und gaza kann man auf das zusammenspiel von ursache und wirkung beschränken:

    -kein teror, krieg und ablehung von frieden= keine "besatzung"

    -kein terror= keine strassensperren.

    -kein terror= zehntausende araber, die in israel arbeiten können.

    -kein terror= eine bessere wirtschaftliche situation als in alle arabische länder um israel herrum.

    die probleme der araber fingen schon 1948 an, als sie als einzige partei die 2- staatenlösung der UNO mit krieg und gewalt beantworteten.

    nur ein kleines beispiel aus der jüngsten geschichte:

    im gaza liess es sich vor hamas&raketen auf israel viel besser leben als in ägypten, jordanien, syrien.....

  • 18.10.2012 20:05 Uhr

    von SomaRiot:

    Ok, machen wir weiter im Kurs "Wie erkenne ich einen Antisemiten".

    R.J. liefert gutes Anschauungsmaterial. Hier das Beispiel "von Seiten Tel-Avivs". Was zunächst harmlos klingt hat es in sich. R.J. weiß, dass Jerusalem die Hauptstadt von Israel ist. R.J. weiß, dass die politischen Entscheidungen in Jerusalem von der Knesset und von der Regierung gefällt werden. Er mag dies gut finden, oder nicht. Allein die Fokussierung darauf ist grotesk. Er würde bei den USA nicht von Philadelphia, bei Nigeria nicht von Lagos und bei Deutschland nicht von Bonn als Hauptstadt sprechen. Nein, ihm ist es wichtig, obwohl es hier gar nichts zur Sache beiträgt, en passant zu betonen, dass er den Israelis - und zwar nur den Israelis - das Recht abspricht ihre Hauptstadt selbst zu wählen. Er wird dies vermutlich deshalb tun, weil er glaubt, dass ganz Jerusalem von den Juden unrechtmäßig in Besitz genommen worden ist. Er ist also nicht mal dazu bereit, die Tatsache zu akzeptieren, dass der westliche Teil Jerusalems zu Israel gehört. So sieht er halt aus, der moderne Judenhass.

  • 18.10.2012 18:02 Uhr

    von R.J:

    Es scheint als habe die palästinensische Jugend keine Zeit, um es der PA zu gestatten, stetig gegen das ewige Spiel des Hinauszögerns und Aussitzens von Seiten Tel-Avivs in Wettstreit zu treten mit immer neuer Bereitschaft zu Verhandlungen.
    Abbas aber hatte vor die Generalversammlung über den Antrag auf Aufnahme in die UN als Nichtmitgliedsstaat entscheiden zu lassen, dass sollte er lautstark beibehalten und er hat Haltung gezeigt, weil die Kolonisten den Ausbau von Siedlungen nicht gestoppt haben.

    Er darf sich nicht länger von den Drohungen aus Washington erpressen lassen, dass dann finanzielle Mittel gestrichen werden, letztlich wird man es ihm nicht verübeln, wenn er sagt, Israel will keinen Palästinenserstaat, also muss es den Laden hier in voller Verantwortung übernehmen.

    Geld, das die PA nicht hat, kann sie nicht einsetzen.
    Die leeren Teller muss die Besatzungsmacht füllen, oder aber den Palästinensern gestatten, ihr eigenes Ding zu machen. Die Besatzungsmacht muss die Bildungs- und Arbeitsmöglichkeiten gewähren, wenn sie es den Palästinensern nicht gestattet, dies selbst zu tun.
    Die Besatzungsmacht kann sich nicht die Rosinen aus dem Westjordanland und mit ihm in Ostjerusalem herauspicken, den Palästinensern nur einen Bruchteil des Landes zum Vegetieren überlassen, wenn es wieder voll und ganz für das Wohl und Wehe der von ihr Unterjochten einstehen muss.
    Die Welt ist nicht blind – im Internetzeitalter können sich die Verbrechen der Vergangenheit nicht länger einfach wiederholen lassen.

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