Falls das alte Kohlekraftwerk in Datteln abgeschaltet wird, droht der Bahn in Nordrhein-Westfalen Strommangel. Jetzt soll es am Netz bleiben.von Richard Rother

Unfreiwillige Betriebspause: Die Bahn fürchtet wegen Strommangels im Winter nicht fahren zu können. Bild: dpa
BERLIN taz | Millionen Pendlern in Nordrhein-Westfalen könnten im Winter Zugausfälle drohen, falls das alte Eon-Kohlekraftwerk in Datteln wie geplant Ende des Jahres vom Netz geht. Davor warnt die Deutsche Bahn AG.
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Durch die Stilllegung des Kraftwerks könne es zu Stromengpässen kommen, sagte ein Bahnsprecher der taz. „Wenn an kalten Wintertagen die Stromnachfrage groß ist und kein Wind weht, müssten wir unseren Verbrauch drosseln, um das Netz zu stabilisieren.“ Im morgendlichen Berufsverkehr könnten davon bis zu 30 Prozent der Züge betroffen sein.
Das umstrittene neue Kohlekraftwerk in Datteln, das die Bahn mit Strom versorgen soll, kann aufgrund von Gerichtsentscheidungen bislang nicht zu Ende gebaut werden. Damit verzögerte sich auch der Bau eines so genannten Umrichters, der Strom aus dem Kraftwerk oder dem Stromnetz auf die für Bahnstrom übliche Spannung von 16,7 Hertz umwandelt.
Dieser soll nicht vor Anfang 2014 fertig werden. Die Bahn hat zwar noch weitere Stromeinspeisepunkte rund um das Ruhrgebiet. Aber dort könne die Kapazität nicht beliebig erhöht werden, so der Bahnsprecher.
Eine Lösung könnte sein, das alte Kraftwerk in Datteln vorübergehend weiter laufen zu lassen. „Wir arbeiten gerade mit Hochdruck an einer juristisch sauberen Lösung, damit die Blöcke länger als bisher genehmigt am Netz bleiben können“, sagte NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) der Rheinischen Post.
„Ich bin sicher, dass es in NRW im kommenden Winter keine Zugausfälle wegen einer unzureichenden Versorgung der Bahn mit Strom geben wird.“ Selbst wenn die Verlängerung der Betriebserlaubnis juristisch nicht durchsetzbar sei, stünden andere Energieversorger bereit.
Die Klima-Allianz, ein Bündnis umweltpolitischer Gruppen und Initiativen, knüpfte Bedingungen an eine Duldung des Weiterbetriebs des alten Kraftwerks. Zwar sei es sinnvoll, alles zu tun, Stromausfälle bei der Bahn zu vermeiden, sagte Daniela Setton von der Klima-Allianz der taz. „Aber die Duldung muss zeitlich befristet sein.“
Eon habe den Bau des Umrichters lange verzögert. „Die Bahn muss sich überlegen, von wem sie sich da abhängig macht.“ Das neue Kohlekraftwerk in Datteln sei nicht genehmigungsfähig und müsse zurückgebaut werden.
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Leserkommentare
28.03.2013 19:02 | pvw
Und wie ist das mit 100% Strom aus regenerativer Energie?
26.10.2012 15:48 | vic
Dabei hätte die DB doch eigentlich andere Sorgen. ...
26.10.2012 15:43 | vic
Wahrlich ich sage euch; es wird Blut und Frösche regnen, wenn wir uns von Kohle und Atomkraftwerken abwenden. ...