Studie zu größten Ängsten: Deutsche sorgen sich mehr ums Geld als ums Klima
Die Deutschen haben laut einer Umfrage Angst vor höheren Preisen, Steuern und Mieten. Nachgelassen hat trotz Rekordhitze die Angst vor dem Klimawandel.
epd | Die Sorge über steigende Lebenshaltungskosten ist laut einer Umfrage derzeit die größte Angst der Deutschen. 59 Prozent der Befragten und damit deutlich mehr als im Vorjahr teilen diese Befürchtung, wie aus der am Donnerstag in Berlin vorgestellten Studie „Die Ängste der Deutschen 2026“ im Auftrag der R+V-Versicherung hervorgeht. In den 35 Jahren, in denen die Umfrage stattfand, belegte keine andere Angst so oft den ersten Platz, nämlich 16 Mal.
Weitere Sorgen bereiten den Menschen demnach mögliche Steuererhöhungen (53 Prozent), eine Überforderung des Staates durch Geflüchtete (52 Prozent), eine schlechtere Wirtschaftslage (51 Prozent) und teures Wohnen (50 Prozent). Gerade die Sorge vor einer schlechteren Wirtschaftslage sei sprunghaft um 10 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr angestiegen.
Dies sei eine Art Frühwarnsystem, das einen „kollektiven Vertrauensverlust in die wirtschaftliche Zukunft des Landes“ markiere, erklärte die Marburger Politikwissenschaftlerin Isabelle Borucki.
Klimawandel nur auf Platz 20
Abgenommen habe die Angst vor dem Klimawandel und dessen Auswirkungen wie Naturkatastrophen. 30 Prozent der Befragten hätten Angst vor dem Klimawandel (Platz 20). Im Vergleich zum Vorjahr waren das 7 Prozentpunkte weniger. „Angesichts der scheinbar unaufhaltsamen Veränderungen wird das Gefühl der Angst offenbar durch Resignation überlagert“, erklärte Borucki.
Die repräsentative Umfrage findet den Angaben nach jährlich seit 1992 statt. Rund 2.400 Menschen im Alter ab 14 Jahren werden in persönlichen Interviews nach ihren Sorgen rund um Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Umwelt und Gesundheit befragt.
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