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Neues von der ITB

DieTourismusmesse Berlin unterzeichnet Kinderschutzkodex, Kreuzfahrt boomt und spricht neue Zielgruppen an. Vorsicht bei Internet Bewertung von Hotels.

Tourismus bringt Entwicklung - Entwicklungsminister Niebel auf der Tourismusbörse in Berlin.  Bild: AP

Soziale Verantwortung im Tourismus zu übernehmen: Diesem Thema widmet sich die Internationale Tourismusbörse Berlin auch in diesem Jahr. Und zur Verantwortung bekennt sich die Messe jetzt auch konkret: mit der Unterzeichnung des Verhaltenskodex zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung im Tourismus.

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Bisher haben rund 1.000 Reiseunternehmen, Touristikverbände und Hotelketten - hauptsächlich als Mitglieder des Deutschen Reiseverbandes (DRV) - den Verhaltenskodex unterzeichnet. "Die Teilnahme der größten Tourismusmesse der Welt bietet dem Thema jetzt eine viel größere Öffentlichkeit", sagt Mechthild Maurer, Geschäftsführerin der Ecpat Deutschland e. V. (End Child Prostitution, Pornography and Trafficking of Children), auf der Messe.

Unternehmen, die den Kodex unterzeichnen, müssen eine Firmenphilosophie entwickeln, die sich mit der Bekämpfung der sexuellen Ausbeutung von Kindern auseinandersetzt; die Sensibilisierung und Schulung der Beschäftigten und Kunden sowie ein jährlicher Fortschrittsbericht gehören ebenso dazu.

Die Nachrichten  entstanden im Rahmen des Presseworkshops "young press" auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin (ITB) vom 9. bis 13. März. "Young press" - organisiert von der Thomas-Morus-Akademie Bensberg - bietet jungen Journalisten (und Menschen, die es werden wollen) einen konzentrierten Einblick in die Tourismusbranche und eine Einführung in den Reisejournalismus. Mit Berichten von Pressekonferenzen, über Trends und Neuheiten gibt das "Young press"-Team seinen Blick auf die weltgrößte Tourismusshow wieder.

Mehr zu Trends auf der Messe: www.tma-bensberg.de/blog

Damit sowohl Reisende als auch Angestellte in Touristikunternehmen auf das Thema Kinderschutz vorbereitet werden, hat die Ecpat sogar ein spezielles E-Learning-Programm entwickelt: Der kostenlose Kurs ermöglicht es, sich Schritt für Schritt in der Umsetzung des Verhaltenskodex zu schulen.

Auf zu neuen Ufern

Der Boom bei Kreuzfahrten hält weiter an und die Nachfrage scheint ungebrochen. Laut aktueller Studie des Deutschen Reiseverbandes (DRV) haben 2010 im Vergleich zum Vorjahr 18,9 Prozent mehr Deutsche eine Kreuzfahrt gebucht. Über 1,6 Millionen Gäste aus der Bundesrepublik sind im vergangenen Jahr an Bord gegangen. Dabei scheint das Potenzial lange noch nicht ausgeschöpft zu sein.

Inzwischen zeichnet sich mit Themenkreuzfahrten ein neuer Trend ab. Neben Heavy-Metal-Törn oder Golfsport an Bord setzen Reedereien zunehmend auch auf Familien als Zielgruppe. So auch die Reederei Disney Cruise Line. Das größte jemals in Deutschland gebaute Schiff, die "Disney Dream", ist bereits auf Tour in der Karibik. Neben ihr gibt es zwei weitere Disney-Schiffe, ein viertes befindet sich bereits im Bau. An Bord erlebt der Gast nicht nur Mickey & Co live, sondern das Schiff steuert auch die konzerneigene Privatinsel Castaway Cay in den Bahamas an. Längst sind die Schiffe keine Fortbewegungsmittel nur für ältere Menschen. Mittlerweile werden für jede Altersklasse das entsprechende Programm und Unterhaltung geboten. Außerdem ist eine Schiffsreise nicht mehr nur etwas für Reiche, sondern auch für Normalverdiener. Wer sich nicht sicher ist, ob eine Kreuzfahrt tatsächlich das Richtige ist, kann das bei einer Minikreuzfahrt von drei oder vier Tagen Dauer testen.

Die IIlusion der Bewertung

TripAdvisor, Holidaycheck und nun auch Google Places - die Qualität eines Hotels wird immer stärker in der Öffentlichkeit diskutiert. Und natürlich ist alles authentisch, denn schließlich sind es ja die Endverbraucher, die ihre Stimmen abgeben. Oder? Die Zweifel daran sind berechtigt. Hotelrankings sind undurchschaubar.

Die Hotellerie jedenfalls ist skeptisch. Es fehle ihr an Fairness und Transparenz, die Kriterien für das Ranking seien undurchsichtig und die Kooperationsbereitschaft nicht immer wie gewünscht, kritisiert der Geschäftsführer des Hotelverbandes Deutschland (IHA), Markus Luthe. Die Bewertungsportale kommen nicht gut weg. Kommentar- und Bewertungsfunktionen gebe es, damit eventuell unfaire Bewertungen mit einer Gegendarstellung ausgeglichen werden könnten. Und Filter und manuelle Tests, um zu prüfen, ob sich nicht doch eine gefälschte, gekaufte oder von der Konkurrenz geschriebene Bewertung eingeschlichen hat. Es bleibt jedoch offen, ob diese Maßnahmen wirklich erfolgreich sind.

Die Helden der Revolution - Tunesien wirbt mit jungen Leuten, die im Tourismus arbeiten.   Bild: AP

Denn wie soll dies auch nachgeprüft werden? TripAdvisor versucht, mit beeindruckenden Zugriffszahlen den Erfolg zu stützen - jedoch vollkommen ungeachtet der Tatsache, dass diese ja nur den Erfolg der Website, nicht aber die Qualität der Bewertungen beweisen. Ohnehin ahnen viele Verbraucher nichts von der Kritik. TripAdvisor macht ein Geheimnis aus seinen Ranking-Kriterien, Holidaycheck legt im Gegensatz dazu besonderen Wert auf Transparenz. Aber was genau dahinter steckt, bleibt dennoch offen. Und Google? Nach den Eskapaden mit Google Street View und dem fehlenden Datenschutz reißt die Kritik nicht ab. Bewertungen von TripAdvisor zum Beispiel scheinen einfach kopiert und aus dem Zusammenhang gerissen, rufschädigende Bewertungen mit großer Beliebtheit hoch ins Ranking gestellt. Auf einen Nenner werden die Beteiligten wohl nicht kommen.

Und die Verbraucher? Viele haben großes Vertrauen in die Bewertungsportale und betrachten diese als eine wichtige Entscheidungshilfe. Doch rätselhafte Rankings, von schwarzen Schafen erkaufte Bewertungen oder von der Konkurrenz zur Geschäftsschädigung geschriebene Bewertungen führen auch die Verbraucher in eine missliche Lage: Sie können leicht getäuscht werden.

 

Zwanzig Jahre nach dem Fall der Mauer entwickelt sich der ehemalige Eiserne Vorhang zum touristischen Zukunftspotenzial. Ein grünes Band durchzieht Europa dort, wo einst der Todesstreifen war. Über 30 Jahre Nutzungsruhe sind der Natur gut bekommen: Hier zwitschert das selten gewordene Braunkehlchen, hier jagt der Bergmolch, und Naturtouristen picknicken neben betonierten Restgrenzstreifen

16. 03. 2011
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