Terminänderung: 13.-27. Febr. 2020

Karibik (Guadeloupe/Dominica)

Reiseleitung: Edith Kresta

Marktfrau in Pointe-à-Pitre, der Hauptstadt von Guadeloupe Bild: Ute Müller

Die Nachbarinseln Guadeloupe und Republik Dominica

Guadeloupe gehört zu Frankreich. Dominica ist unabhängig, man spricht Englisch. Wir wollen die Unterschiede erkunden. In der Geschichte der Kolonialherrschaft und wie diese aktuell nachwirkt. Wir werden über Sklaverei reden, aber auch die Schönheit der Karibik erleben. Dabei stoßen wir allerdings auf Bedrohungen in Zeiten des Klimawandels. Hurrikan „Maria“ fegte im September 2017 über Dominica.

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PREIS: hier bis Ende Mai 2019 

VERANSTALTER: Tropical Consult Stuttgart, Tel: 0711 505353,

www.tropical-consult.de 

kirsten.boucard@tropical-consult.de 

 

Die Reise kann nur beim Veranstalter gebucht werden

Die ersten sechs Tagen werden wir auf Guadeloupe verbringen, das ist Frankreich, ein Departement wie das Jura, Teil der Europäischen Union. Guadeloupe erfüllt aber auch alle Karibikklischees: Weiße Strände, grüne Hügel, satte Palmen, das sanfte karibische Klima, starker Rum und rhythmische Musik.

Edith Kresta, taz-Redakteurin für die Reiseseiten, Autorin

Guadeloupe wie alle Karibikinseln erzählt von kultureller Mischung, vor allem aber von der Sklaverei. Direkt am Hafen in Pointe-à-Pitre steht das Mémorial-ACTe-Museum. Es erinnert an das Schicksal der Millionen Sklaven, die in die Karibik verschleppt wurden. Es erzählt die kriminelle Geschichte der Sklaverei bis in die Gegenwart.

Das Museum steht symbolträchtig auf dem Gelände, wo sich einst die größte Zuckerrohrfabrik der Insel befand. Einer der größten Sklavenbetriebe. Fotos, Archivauszüge, Multimedia-Installation, moderne Kunst und Filmcomics geben  in ungefähr dreißig Sälen einen vielseitigen historischen Einblick. Es ist das weltgrößte Museum zur Sklaverei.

Memorial ACTe Museum zur Geschichte der Sklaverei in Pointe-à-Pitre Bild: Archiv

Die Route de l’esclave führt auf der Nationalstraße N1 nach Basse-Terre und über den nur 50 Meter breiten Meeresarm Rivière Salée. Unser Ziel: Fort Louis Delgrès. Es erhebt sich auf einem Felsvorsprung an der Südspitze von Basse-Terre. Errichtet wurde das massive Bauwerk aus dem 17. Jahrhundert zur Verteidigung der Franzosen gegen die Engländer. Delgrès ist der Nationalheld der Insel. Überall stehen Büsten des Widerstandskämpfers, der gegen die Wiedereinführung der Sklaverei durch Napoléon kämpfte.

Im Zuge der Französischen Revolution 1789 wurde die Sklaverei in den französischen Kolonien und damit auch in Guadeloupe 1794 aufgehoben. Napoléon führte jedoch die Sklaverei 1802 wieder ein. Zwei schwarze Truppenführer, Delgrès und Ignace, stellten sich mit ihren Soldaten Napoleons Truppen entgegen und starben.

Doch die wiederhergestellte Unterdrückung der Sklaverei bröckelte: Immer mehr Sklaven flüchteten in die Wälder, es flammten immer wieder Aufstände auf. Nach der Revolution von 1848 wurde die Sklaverei durch das Décret d’abolition de l’esclavage vom 27. April 1848 in allen französischen Besitzungen endgültig abgeschafft.

Die weiße Vorherrschaft ist auf Guadeloupe geblieben, auch wenn die Weisen nur 5 Prozent der Bevölkerung ausmachen. Sie besitzen die Immobilien, das Land, die landwirtschaftlichen Flächen. Das Lohnniveau in den Überseedépartements ist im Durchschnitt um 40 Prozent geringer als auf dem französischen Festland – und das, obwohl die Lebenshaltungskosten höher sind. Wir werden darüber mit politischen Befürwortern und Gegnern der Unabhängigkeit diskutieren.

Guadeloupe Bild: Ute Müller

Mit der Fähre fahren wir von Guadeloupe nach Dominica, wo wir am Ende der Reise beim Karneval die Kultur und Musik der Insel besonders intensiv erfahren.

Unsere Unterkunft auf Dominica ist das Tamarind Tree Hotel in Salisbury, geführt von dem Deutsche Stefan Lörner und die Schweizerin Annette Peyer-Lörner. Sie betreuen auch den Abschnitt 11 des Waitakubili National Trail. Der 184 Kilometer lange Waitukubuli National Trail verläuft in vierzehn Abschnitten von Süd nach Nord, von Scotts Heads an der südlichsten Spitze der Insel zum Cabrits-Nationalpark.

Der Hurrikan „Maria“ fegte in der Nacht des 19. 9. 2017 mit 260 km/h über die kleine Karibikinsel. Von einem Tropensturm entwickelte er sich zur höchsten Kategorie 5. Die naturbelassene grüne Insel mit den üppigen tropischen Wäldern glich danach einer Öde. Mit Hilfe der freiwilligen Arbeit von Besuchern, sogenannten Volunteers, werden die Wege immer noch geräumt.

Auf einer Wanderung auf Segment 3 des Waitukubuli National Trails in Begleitung eines Verantwortlichen aus dem Office des Waitukubuli National Trails werden wir die Herausforderungen kennenlernen. Und wir werden dort Gemeindeverantwortliche und Volunteers treffen, die am Wiederaufbau nach dem Hurrikan Maria arbeiten.

Wanderweg "Waitukubuli National Trail" auf Dominica Bild: Archiv

Der Klimawandel ist Teil der Katastrophe. „Es hat zwar immer schwere Hurrikans gegeben, aber die Stärke und Intensität hat eindeutig zugenommen“, sagt der dominicanische Historiker Lennox Honychurch. Sein Wissen soll helfen, einen „klimaresistenten Weg“ auf der Insel einzuschlagen. Wir treffen den dominikanischen Historiker im Norden der der Insel bei Fort Shrirley, für dessen Restauration er sich eingesetzt hat. Er ist ein hervorragender Gesprächspartner zu Geschichte, Kultur und den Unterschieden der karibischen Inseln.

Bei einem Treffen mit Vertretern des Forestry Departments in Roseau, diskutieren wir über die Folgen des Klimawandels. Wir diskutieren über Klimaresistenz, den politischen Willen und die hohen Investitionen, die sie fordert.

Auf Dominica leben die letzen Karib-Indianer, die sich selbst Kalinago nennen. Kalinago ist zwar bis heute eine ethnische Kategorie, aber sie ist vor allem ein Synonym für die Ärmsten der Unterschicht. Rund 3.500 von ihnen leben bis heute im Nordosten Dominicas in einem Reservat, dem Kalinago Territory. Inzwischen hat sich hier ein Zusatzgeschäft durch Gemeindetourismus entwickelt: Reisende können bei Kalinago-Familien leben. Wir treffen den Gemeinde Verantwortlichen.

Um die Besonderheit und die Schönheit des naturbelassen Dominica zu erkunden wandern wir mit Mister Birdy durch den Dschungel. Er kennt jede der über 162 Vogelarten und er kennt unendlich viele Geschichten. Dann heißt es Abschied von der Karibik nehmen oder einfach verlängern auf Dominica oder Guadeloupe.