Togo

Programm der Reise

vom 25. Februar bis 7. März 2019

Straßenszene in Lomé Bild: Archiv

1. Tag

Individuelle Anreise von verschiedenen deutschen Flughäfen (Details siehe: Preise und Leistungen) z. B. mit Brussels Airlines über Brüssel nach Lomé. Abends Ankunft, Transfer ins Hotel.

2. Tag

Lomé, an der Küste des Golfes von Guinea gelegen, ist die Hauptstadt von Togo. Das Land gehörte seit Mitte der 1880er Jahre unter der Bezeichnung Togoland zum Kolonialgebiet des Deutschen Reiches. 1897 verlegte die deutsche Kolonialverwaltung ihren Sitz nach Lomé, das sich danach auch zum Handels- und Verkehrszentrum Togos entwickelte.

In der Altstadt befinden sich noch viele Bauten aus der deutschen Kolonialzeit, etwa der Gouverneurspalast oder die neugotische Kathedrale. Am ersten Tag werden uns die Reste der deutschen Kolonialherrschaft bei einem Stadtrundgang ins Auge fallen.

Togo ist heute Mitglied der westafrikanischen Wirtschaftsgemein- schaft ECOWAS. In dieser Region befinden sich die wichtigsten Herkunftsländer für irreguläre Migration nach Europa. Seit einiger Zeit versucht die EU deshalb, in diesen Staaten zu intervenieren, um Migrationsbewegungen möglichst frühzeitig zu stoppen.

Markt in Lomé Bild: Archiv

Diese Entwicklung wird seit 2014 vom West African Observatory on Migrations (WOM) beobachtet und dokumentiert. Es handelt sich um eine Dachorganisation migrationspolitischer Initiativen und NGOs in Westafrika. Wir treffen Vertreter der Organisation im WOM-Büro zu einem Gespräch über Europas neue Migrationspolitik in Afrika.

Abendessen in einem Restaurant und Übernachtung in Lomé.

3. Tag

Die deutsche Kolonialherrschaft im Togo begann nicht in Lomé, sondern in einer weiter östlich gelegenen Region an der Küste. In den Jahren nach dem Protektoratsvertrag von 1884 etablierte sich die deutsche Administration hier im Dorf Zébé, auf dem Plateau hinter der Lagune von Aného. Dort eröffneten die Deutschen ein etwa ein Quadratkilometer großes „Regierungsviertel“. Dort entstand auch eine Schule, in der unter anderem „boys“, die die Kolonialisten als „Haushaltssklaven“ gekauft hatten, unterrichtet wurden. Wir besichtigen die Reste der deutschen Gebäude in Aného.

Am Nachmittag machen wir einen Ausflug zum ersten Verwaltungssitz des deutschen Kolonialreiches, in das Dorf Zébé, und weiter in die Phosphat-Region des Landes. Togos wichtigste Exportware war und ist Phosphat, das unter anderem zur Herstellung von Munition und Bomben benötigt wird. Die Kolonialverwaltungen Frankreichs und Deutschlands waren darauf ausgerichtet, Phosphat und landwirtschaftliche Produkte wie Kakao, Kaffee und Baumwolle in die Mutterländer liefern zu können.

Sieben Jahre nach der Unabhängigkeit 1967, putschte sich General Eyadéma an die Macht. Bis in die 70er Jahre hinein ermöglichten die steigenden Weltmarktpreise für Phosphat einen relativen wirtschaftlichen Aufschwung durch die Deviseneinnahmen. Diese Einnahmen wurden dafür verbraucht, die Machtposition Eyadémas zu erhalten und zu stabilisieren.

Bis heute ist der Phosphatabbau in der Region zwischen Aneho und Lome Gegenstand von Auseinandersetzungen, vor allem wegen der Enteignung von Land.

Abends Rückkehr nach Lomé, Abendessen in einem Restaurant und Übernachtung.

Bild: Archiv

4. Tag

Am Vormittag bleiben wir in Lomé, treffen einen Vertreter der togoischen Menschenrechtsliga Association Togolaise des droits humaines in Lomé und sprechen über die politische Situation.Togo ist einer der kleinsten Staaten Afrikas und gleichzeitig die älteste Diktatur. Gnassingbe Eyedema herrschte fast 50 Jahre, nach seinem Tod 2005 riss sein Sohn Faure die Macht an sich. Es gibt eine Opposition im Land, die zunehmend immer dann verfolgt wird, wenn so genannte Wahlen anstehen; die nächsten sind 2018 geplant.

Gegen Mittag verlassen wir Lomé und fahren rund 350 km vorbei an Kaffee- und anderen Plantagen nach Norden bis Sokodé. Ankunft am späten Nachmittag; vor dem Abendessen wird noch Zeit für einen Spaziergang in der Umgebung unseres Hotel bleiben, um einen ersten Eindruck von dieser zweitgrößten Stadt Togos zu erhalten.

5. Tag

Sei es aus Flucht vor der Diktatur oder zur Arbeitssuche im Ex-Kolonialstaat Frankreich: Schätzungen zufolge leben 1,5 Millionen Togoer im Exil. Viele wurden und werden aus Europa wieder abgeschoben. Für sie bedeutet das oft das Ende eines Traumes, ihrer Lebenspläne oder der Möglichkeit die Familie zu unterstützen.

Seit einigen Jahren haben sich aus Europa Abgeschobene in Togo in der NGO Association Togolaise des Expulsés (ATE) zusammen- geschlossen. Die arbeitet eng mit einem Netzwerk in Deutschland zusammen: Afrique-Europe-Interact. Gemeinsam versuchen sie, die Lage von Menschen vor und nach einer Abschiebung zu verbessern. Wir treffen VertreterInnen der ATE in Sokodé, einer Region, aus der traditionell viele Menschen emigrieren und daher viele Familien Verbindungen zu Freunden und Angehörigen in Deutschland und anderen Ländern Europas unterhalten.

Vor den Kolonialisten und den Händlern kamen die deutschen Missionare. Und sie blieben bis heute. Allerdings hat sich ihre Tätigkeit geändert. Die Norddeutsche Mission aus Bremen hat seit über hundert Jahren eine kontinuierliche Präsenz im Land. In der Kolonialzeit flankierte sie die Herrschaft der Europäer, während der besonders repressiven Jahre Diktatur in den 1990ern half sie Oppositionellen, heute unterhält sie viele Entwicklungsprojekte. Am Nachmittag treffen wir einen Vertreter, der uns über die Projekte der Norddeutschen Mission informiert.

Friseursalon "Gott ist Liebe" Bild: Heide Mutscheler

6. Tag

Am Vormittag bleibt Zeit für individuelle Erkundungen in Sokodé, bei einem Spaziergang durch die Stadt oder beim Schlendern über die Märkte.

Gegen Mittag fahren wir zurück in den Süden des Landes, zunächst auf der Nationalstraße nach Lomé, der großen Nord-Süd-Achse des Landes, doch hinter Notsé biegen wir nach Westen ab in die Bergregion an der Grenze zu Ghana. Vorbei am höchsten Berg Togos, dem Mount Agou, geht die Fahrt in die Stadt Kpalimé, wo wir zum Abendessen ankommen. In Kpalimé werden wir auch übernachten. 

7. Tag

Kpalimé ist die viertgrößte Stadt Togos. Wegen des Klimas und der Berglandschaft ist ihr Umland ein beliebtes Urlaubsziel.

Diesen Tag können wir zur Erholung oder zur individuellen Erkundung von Kpalimé nutzen.

Am Nachmittag oder Abend stehen noch ein Projektbesuch und natürlich ein gemeinsames Abendessen auf dem Programm. Auch heute übernachten wir in Kpalimé.

Wasserfall in den Bergen bei Kpamilé im Westen Togos Bild: Archiv

8. Tag

Auch in Kpalimé sind noch einige Spuren aus der Zeit der deutschen Kolonie zu finden, bei einem Stadtspaziergang werden wir sie sehen. Anschließend fahren wir zum südöstlich der Stadt gelegenen Mont Agou, der mit einer Höhe von 986 Metern der höchste Berg Togos ist. Wir besuchen die Umgebung und die berühmten Wasserfälle.

Am Nachmittag geht es nach Lomé zurück. Wir checken wieder im Hotel in der Nähe der Altstadt ein. Beim Abendessen besteht die Gelegenheit, mit einem Gast über die Erlebnisse während der Rundreise in den Norden zu diskutieren.

9. Tag

An diesem Tag beschäftigen wir uns mit der sozialen und politischen Situation des Landes. In den Jahrzehnten der Diktatur wurden oppositionelle Parteien immer wieder vom Regime verfolgt. Die Gewerkschaften aber bildeten eine Art Gegenmacht, die Eyedema nicht so einfach zerschlagen konnte. Ihre Rolle im Demokrati- sierungsprozess, der lange vor dem Tod Eyedemas begann, ist vielschichtig – bis heute. Wir treffen einen Vertreter des unabhängigen Gewerkschaftsbundes Union Nationale des Syndicats Indépendants du Togo.

Nach der Mittagspause können Sie die geschäftige Altstadt von Lomé individuell erkunden. Am späten Nachmittag haben wir noch eine Verabredung: Die wohl wichtigste Kraft der Demokratiebewegung waren, wie so oft, die Studierenden. Seit Eyedemas Zeiten gingen Proteste immer wieder von ihnen aus. Viele mussten wegen ihrer Aktivitäten fliehen, die Universitäten aber blieben Orte der Opposition. Auch die jüngste Protestwelle rund um die Begrenzung der Dauer der Präsidentenamtszeit wird vor allem von jungen Menschen getragen. Wir treffen Vertreter politischer Gruppen an der Université de Lomé.

"Voodoo-Markt" in Lomé Bild: Andrea-Cora Walther

10. Tag

Der letzte Tag der Reise. Am Vormittag schlägt der Reiseleiter den Besuch des bekannten Fetisch-Marktes („Voodoo-Markt“) vor – doch das ist nur eine Option, bis zum Nachmittag können Sie den Tag für individuelle Interessen nutzen und von Togo Abschied nehmen.

Gegen 16 Uhr wird es ein frühes Abendessen geben, bei dem die Reisegruppe Gelegenheit hat, sich über die Eindrücke und Erlebnisse während der Reise auszutauschen. Anschließend individuelle Rückreise, z.B. mit Brussels Airlines gegen 21.30 Uhr bzw. individuelle Weiterreise.

11. Tag

Heute kommen Sie wieder in Europa an. Brussels Airlines landet z.B. gegen 7 in Brüssel, von dort gibt es individuelle Anschlussflüge in verschiedene Städte in Deutschland (Ankunft gegen Mittag).

Umstellungen und Änderungen im Detail sind möglich. Stand: 21. August 2018

Hinweis: Für die Einreise nach Togo ist eine Gelbfieber-Impfung erforderlich. Details finden Sie unter Länder-Informationen des Centrum für Reisemedizin (CRM)