• 09.08.2012

Touristen in Berlin I

Bürger lasst das Motzen sein!

Wie steht die Stadt zu Touristen? Gerade in linken Kreisen wird gerne auf sie geschimpft. Nun formiert sich eine Bewegung, die Vorbehalte gegen Touristen kritisiert.von Konrad Litschko

  • 11.08.2012 13:19 Uhr

    von Charles:

    Diese ganzen Berliner Debatten sind so unglaublich klein- und spießbürgerlich, gestrig, provinziell und albern... "Rollkoffer!" "Schwaben!" "Touristen!" Du meine Güte, was für Probleme!

    Drollig finde ich die Haltung vieler Linker, die ja immer für Pluralität, Multikulti und Heterogeneität plädieren und für die Akzeptanz von Andersheit; aber das gilt natürlich nicht für Besserverdienende, Münchner, Schwaben und Touristen! Sondern nur für Leute aus demselben proletarischen Milieu, bitte!

    Viele Berliner werden einfach schmerzhaft, schmerzhaft lernen müssen, dass die Stadt nicht ihnen gehört, nicht stillsteht und auch mal etwas Flexibilität von ihren Bewohnern abverlangt. Au weia!

  • 11.08.2012 12:59 Uhr

    von schupeschke:

    @ Esel: mit der Hipsterantifa, dass hast du glaube ich nicht ganz kapiert ;-)

    @ Felix: das mit Eberswalde ist leider ein Vorurteil... und etwas anderes ausser Zentralheizung hast du glaube ich auch noch nicht kennengelernt. Öl hatte ich in Berlin noch niemenden schleppen sehen. Dann doch eher Kohlen ;-) Vielleicht einfach mal ein Ausflug ins Umland starten und nicht nur auf Heimaturlaub in die alten Bundesländer ;-)

    Meiner Meinung nach, sollten sich Gegner der derzeitigen Entwicklung mehr mit den Planungsinstrumenten der Raum- und Stadtplanung die der Politik zur Verfügung stehen, auseinandersetzen. Denn so manch sinnvolles Instrument könnte vielleicht durch mehr gezielten Druck von Unten auch eingesetzt werden, wenn es denn bekannt ist.

  • 10.08.2012 12:46 Uhr

    von Esel:

    Liebe Taz,

    wer von euren Studentischen Praktikanten durfte denn diesen Artikel, wahrscheinlich im eigenen Interesse, auf euer wertvolles Papier müllen. Ich habe selten so etwas schlechtes und undifferenziertes über ein Plakat gelesen das wohl niemand interessiert.

    Der Senat hat eine verfehlte Tourismuspolitik die dazu führt das die Berliner sich in ihren eigenen quartieren nicht mehr wohlfühlen können. Eine Auflehnung hiergegen hat mitnichten etwas mit Rassismus o. ä. zu tun. Und ich kann auch die Argumentation das doch der einzelne nichts dafür könne nicht mehr hören, dies ist schlichtweg falsch und nimmt Menschen aus der Verantwortung selbständig über ihr handeln und seine Konsequenzen zu reflektieren.

    Ach und nochwas: Die Tatsache das 5 Hipster sich Antifabuttons auf'm Boxi gekauft haben macht die noch lange nicht zur Antifa, sie sind und bleiben konsum- und systemunkritische nichtsubversive Elemente die abzulehnen sind.

    Ich stelle nach diesem Artikel fest das die Taz gerad täglich neue Tiefpunkte erreicht. Schade eine gleichgeschaltete Yuppiezeitung mehr!

  • 10.08.2012 11:38 Uhr

    von Berliner Schnauze:

    @Anti-Berliner
    Ach geh doch nach New York, London, Paris, Madrid oder wie du heißt.

  • 10.08.2012 00:09 Uhr

    von felix:

    Wer in einer Stadt wie Berlin leben will, muss mit Zuzug und Touristen leben. Wer das nicht kann ist in Berlin am falschen Platz und sollte in eine beschauliche Kleinstadt oder eine ländliche Gemeinde ziehen, wo es weniger lebhaft ist.

    Und was die in Berlin vielgescholtenen Schwaben angeht, so haben die manchen Kiez erst bewohnbar gemacht. Wenn ich nur einmal daran denke, wie grau und dreckig es vielerorts früher in Berlin ausgesehen hat. Heute ist es dort hell und freundlich. Jede Wohnung hat ein eigenes Bad statt Gemeinschaftstoilette im Zwischenstock. Ausserdem haben sanierte Wohnungen eine angenehme Zentralheizung, man muss nicht morgens erst in den Keller gehen, Öl holen und dann warten bis die ausgekühlte Wohnung einigermaßen wohnlich wird. Und der verbesserte Lebensstandart hat eben seinen Preis, der es aber auch wert ist.

    Wem der Zuzug, die Touristen und sanierte Wohnungen nicht gefallen, kann ja nach Eberswalde ziehen oder in eines der Dörfer in Meck-Pomm, da gibt es genug leerstehende Häuser.

  • 09.08.2012 20:35 Uhr

    von motzender Bürger:

    Der Link zum Blog stimmt nicht. Korrekt ist:
    http://touristswelcome.wordpress.com/
    Link wurde repariert, vielen Dank. D. Red.

  • 09.08.2012 17:19 Uhr

    von Anti-Berliner:

    Arme Berliner! Vielleicht würden sie gern weiterhin in den 1970er Jahren verweilen:

    Hochsubventioniert von den westdeutschen Steuerzahlern, anziehend auf Dauer-Studenten oder Pazifisten (Bundeswehrvermeider) wirkend und eingemauert, wie in einem Reservat von gehätschelten "Opfern des Kalten Krieges".

    Willkommen im 21. Jahrhundert:
    Mauer weg, Subventionen brechen weg, Dauerstudenten können sich ihre Faulheit nicht länger leisten und noch kommen Touristen und spülen Millionen in die Kassen von Kleinunternehmern, Hotels, Service-Jobbern usw.

    Vielleicht sollte man die dümmliche Touristen-Abneigung "der Berliner" mal im Internet international publik machen. Könnte sein, dass dann immer weniger Lust haben das stinkende Hundeklo Berlin zu besuchen. Metropole ist Berlin ja sowieso nicht, eher eine Verklumpung spießigster Klein- und Mittelstädte. Kein Vergleich jedenfalls mit dem weltoffenen Geist, der in echten Metropolen, wie New York, London, Paris oder Madrid selbstverständlich ist.

    Berlin? Nee, was soll ich in diesem versifften Drecknest!

  • 09.08.2012 14:27 Uhr

    von Laufrad:

    Diese Debatte ist überfällig. Berechtigte Gentrifizierungskritik darf nicht zu Fremdenfeindlichkeit werden!

  • 09.08.2012 12:46 Uhr

    von bescheuerte "linke":

    hach ja, was sich heutzutage nicht alles "links" nennt... niemand hat ein problem mit touris, weil die "fremd" sind oder woanders herkommen. auch nicht, wenn sie rollköfferchen hinter sich herziehen und schick gestylt durch die gegend rennen. aber sie sind das sichtbare zeichen für eine senatspolitik, die die eigene lebensrealität als bewohner_in von neukölln, kreuzberg, F'hain usw. nur noch als kulisse für die marktkonforme zurichtung berlins akzeptiert. und auch das nur, solange die eigene wohnung, das eigene hausprojekt, die eigene kneipe usw. nicht einer noch effizienteren vermarktung im wege steht.

    ganz zu schweigen davon, dass mensch natürlich auch in stuttgart, madrid oder birmingham gelernt haben dürfte, dass nächtliche saufexzesse auf bürgersteigen unter wohnhäusern vielleicht nicht immer witzig für die anwohner_innen sind. gibt (noch) genügend parks und freiflächen in berlin, wo das problemlos möglich ist.

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