• 11.10.2012

Türkisch-syrischer Konflikt

Kampfjets gegen Passagiermaschine

Die Türkei zwingt ein aus Russland kommendes syrisches Flugzeug zur Landung. In der Maschine soll Munition gefunden worden sein. Die türkische Armee sammelt Truppen an der syrischen Grenze.von Jürgen Gottschlich

  • 16.10.2012 16:47 Uhr

    von Ant-iPod:

    @Jürgen Orlok:

    Ich korrigiere Sie gern: Nur weil Diplomaten einen Sonderstatus haben, dürfen sie nicht alles. Bsw. darf Diplomatengepäck ausdrücklich nicht zum Waffentransport an Dritte genutzt werden. In diesem Fall wird ja nicht unterstellt, man habe für Angehörige der russischen Botschaft zur Selbstverteidigung auch Waffen und Waffenteile dabei gehabt, sondern Waffenteile die ausdrücklich für das syrische Verteidigungsministerium gedacht gewesen seien.

    Exterritorial bedeutet mitnichten, dass man über dem Gesetz steht.

    Ferner hat sich die Türkei an dem Waffenembargo gegen Assad beteiligt und die Maschine ist über türkischen Luftraum geflogen. Folglich ist es völlig unerheblich, von wo die Maschine gekommen ist und die Türkei hat selbstverständlich das Recht auf und über ihrem Territorium ihren Gesetzen Geltung zu verschaffen.
    Juristisch ist der Türkei also überhaupt nichts vorzuwerfen - wie ich mir von einem Deutschen Jura-Professor habe sagen lassen, ist der Verdacht bereits hinreichend, um das Diplomatengepäck zu untersuchen.

    Sie mögen bsw. die NATO zu Recht kritisieren, wenn Sie auf die Libyenlage verweisen... das ändert aber nichts an der völligen Rechtmäßigkeit des türkischen Vorgehens.
    Fraglich finde ich aber, dass Sie dies bei der NATO kritisieren und im Falle Russlands (und des Irans) offenbar nicht? Warum eigentlich?

    Ferner sind die letzten Meldungen die ich gehört habe von ganz anderen Gegenständen ausgegangen, nämlich Telekommunikationsequipment und Raketenteile - also Mittel, mit denen Truppen effektiver geführt werden können und Mittel mit denen Raketen verbessert werden. Das Assad's Armee Raketen dazu verwendet, auf bewohnte Gebiete zu feuern, ist hinlänglich bekannt. Wenn durch die Beschlagnahme ein paar Zivilisten weniger sterben, war es die Sache schon wert.

    Glauben Sie wirklich immer noch daran, dass Baschar Al-Assad rechtens handelt, lieber Jürgen?
    Oder das die Politik der NATO-Staaten die Verbrechen von Baschar, seiner Armee und seiner Schabiha in irgendeiner Weise relativiert?

  • 13.10.2012 00:08 Uhr

    von Stimme der Demokratie:

    Ein klare Akt der Luftpiraterie. Erdoghan muss vor den Internationalen Gerichtshof!
    (Ist natürlich Schwachsinn, aber ich habe siene Argumentation auf ihn umgemünzt.)

  • 12.10.2012 09:03 Uhr

    von Basta:

    Assad muß weg. Was gibt es noch zu diskutieren. Die Hunde alle bällen, der Karavan zieht weiter. Basta

  • 11.10.2012 19:07 Uhr

    von Jürgen Orlok:

    @Ant-iPod
    "Diplomatengepäck zum Waffentransport missbraucht haben - vgl. Waffenembargo gegen Syrien."
    Man korrigiere mich, falls nötig.
    Diplomatengepäck ist exteritorial, wie auch die Botschaften. Also darf ALLES transportiert werden, was so üblich ist. Dazu gehören bestimmt auch Waffen.
    Da weiß mal einer wieder etwas, das es gar nicht gibt.
    Es gibt KEIN von der UN verhängtes Waffenembargo gegen Syrien, sondern nur eines der Massenmörder von NATO&Co.
    Also Dummheit oder Lüge !
    Für NATO&Co bedeutet ein Waffenembargo der UN gegen ein Land eh nichts, wie der Bruch des Embargos gegen Libyen zeigte.

    Die letzten Meldungen zu den beschlagnahmten Gegenständen sprechen von Spürgeräten für Sprengsätze.
    Wenn wahr, ist eine eine offene Unterstützung der Türkei für den Terrorismus !

  • 11.10.2012 18:13 Uhr

    von lal:

    der sheriff des nahen ostens erdogan lässt die muskeln spielen, nimmt sich das recht ein nur über die türkei fliegendes passagierflugzeug zur landung zu zwingen. kann das gut gehen? sollen ab heute alle "verdächtigen" flugobjekte zur landung gezwungen werden? nicht auszudenken, dass dann in der luft, also schon vor der landung ein chaos ausbrechen könnte! ... das der intern. waffenschmuggel auch über die türkei läuft, ist nichts neues, aber diese art, den schmuggel zu unterbinden ist seltsam, unberechenbar. die grenzen zu schützen sind eine sache, öl ins feuer gießen, eine andere sache. anstatt zu schlichten, schnürt der den konflikt.
    erdogan will macht und biegt sich "das recht zu recht", dabei ist der syrien-konflikt und all die anderne konflikte im arabischenraum ein konflikt der araber - und türken sind bestimmt, das zeigt die geschichte, nicht gerade als "freunde" willkommen! also was will erdogan wirklich bezwecken? mit wem will er kooperieren? einst war assad sein "bester" politikerfreund gewesen! wen wünscht er sich als an der macht der arabischenländer? gleichgesinnte? islamisten?

  • 11.10.2012 17:41 Uhr

    von beauburroghs:

    So oder so wird Baschar Hafiz al-Assad das selbe Los treffen wie Muammar Muhammad Abdassalam Abu Minyar al-Gaddafi !

  • 11.10.2012 15:16 Uhr

    von I.Q:

    Und welche Geheim- und Wunderwaffen waren jetzt an Bord ?

    Und wie haben die türkischen Behörden sichergestellt, dass es hinterher nicht heißen könnte, man habe da der syrischen Maschine den Transport von Gütern untergeschoben, die gar nicht an Bord waren.

    Daran wird man doch hoffentlich in Ankara gedacht haben, oder nicht?

  • 11.10.2012 14:28 Uhr

    von Bernd Goldammer:

    Die Türkei will die NATO in einen Krieg gegen Syrien hineinziehen. Das was jetzt läuft, nennt man Strategie der permanenten Spannungen. Katar und der Westen zahlen bereits die Freischärler die sich in syrischen Wohngebieten verschanzen um die dortige Zivilbevölkerung als Geiseln zu nehmen.Sie schmuggeln ihre Waffen über türkisches Gebiet und als Dank dafür schießen sie ständig auf die Türkei ein.Damit die Türken planmäßig durchdrehen können.

  • 11.10.2012 13:08 Uhr

    von Ant-iPod:

    Ich hoffe, die Türken zeigen der Weltgemeinschaft ganz genau, was sie da gefunden haben.

    Entweder haben sie widerrechtlich russisches Diplomatengeüäck an Bord der Maschine geöffnet - oder sie haben die Russen dabei überführt, wie diese widerrechtlich Diplomatengepäck zum Waffentransport missbraucht haben - vgl. Waffenembargo gegen Syrien.

    Bisher entnehmen wir den Medien nur Spekulationen - da aber Gegenstände aus dem Diplomatengepäck einiger Russen entnommen wurden, kann man diese auch zeigen und deren Funktion beschreiben.
    Dann sollte sich die Wahrheit recht einfach ermitteln lassen, oder?

    Witzig ist Putins Absage seiner für Montag geplanten Türkei-Reise... plötzlich sind ihm "wichtige Termine" dazwischen gekommen und Media Nowosti berichtet, "Moskau wolle sich im Konflikt zwischen Damaskus und Ankara nicht auf eine Seite stellen" - dabei steht Russland offensichtlich schon fest auf der Seite von Baschar Al-Assad - oder hat daran jemand Zweifel?

  • 11.10.2012 12:43 Uhr

    von Wolfgang:

    Aber gute 'Waffen' - Lieferungen für Demokratie, Freiheit und Menschenrechte?

    Wer kontrolliert die Lieferungen aus Saudi-Arabien, Katar und VAE, für deren (geopolitischen NATO-)Freiheitskämpfer? Für die Kämpfer der Monarchisten und Öl-Prinzen? Für deren militärischen Kampf für 'Frauenrechte' und 'Emanzipation'? Für deren militärischen Kampf für die Gleichberechtigung von Mädchen und Frauen? Für deren bewaffneten Emanzipationskampf für Gleichheit in Erziehung, Bildung und Beruf?

  • 11.10.2012 11:33 Uhr

    von Joe Doe:

    Mann kann von Assad halten was man will, aber das extrem agressive Verhalten der Türkei ist erschreckend. Man kann die Luftpiraterie durch das türkische Militär nur als kriegerischen Akt werten. Das ganze Manöver muss mit der NATO abgesprochen worden sein. Sind wir schon wieder so weit, dass die NATO den dritten Weltkrieg anzetteln will? Das zündeln ist extrem gefährlich!

  • 11.10.2012 10:14 Uhr

    von kluma:

    Ich verstehe die Karte nicht, die Farben lassen sich nicht wirklich unterscheiden. Welche Gebiete sind von Regierungstruppen kontrolliert?

Ihr Name (wird angezeigt):*

Email (wird nicht angezeigt):*

Kommentar* - bitte beachten Sie unsere Netiquette:

Bitte geben Sie hier das Wort ein, das im Bild angezeigt wird. Dies dient der Spamvermeidung Wenn Sie das Wort nicht lesen konnten, bitte hier klicken.

CAPTCHA Bild zum Spamschutz

Wenn Sie auf "Abschicken" klicken, wird ihr Kommentar ohne weitere Bestätigung an taz.de verschickt. Er wird veröffentlicht, sobald einRedakteur ihn freigeschaltet hat. taz.de behält sich vor, beleidigende, rassistische oder aus ähnlichen Gründen unangemessene Beiträge nicht zu publizieren.

*Pflichtfelder