Online Einkaufen geht jetzt auch über Twitter. Was für das Unternehmen eine potenzielle Einnahmequelle bedeutet, heißt für die Nutzer: mehr Werbung.von Svenja Bergt

Eine Website mehr, um Waren zu bestellen: Twitter. Bild: ap
Der Kurznachrichtendienst Twitter startet erste Versuche, sich als Online-Händler zu betätigen: Nutzer in den USA können seit dieser Woche mittels Kurznachricht Einkäufe tätigen. Das Unternehmen ist dafür eine Kooperation mit American Express eingegangen.
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Die Funktionsweise: Nutzer lassen ihr Twitterkonto mit den Daten ihrer Kreditkarte bei American Express verknüpfen. Dann können sie aus einer Reihe von Produkten wählen, die über Twitter angeboten werden. Der Kauf kommt zustande, indem der Nutzer das dem Produkt zugeordnete Hashtag - ein Schlagwort, das mit einem #-Zeichen davor gekennzeichnet ist – twittert. Im Anschluss daran erhält er einen Hashtag als Bestätigung, den der Nutzer wiederum twittern muss. Das Produkt wird anschließend geliefert oder vom Kunden abgeholt. American Express betont, dass die Kontodaten "natürlich" nicht weitergegeben würden.
Noch ist das Angebot an Waren übersichtlich und umfasst nur ein knappes Dutzend Produkte, vor allem elektronische Geräte. Doch die Funktion dient auch als eine Art Testballon. Twitter eröffent sich mit der Kooperation neue Möglichkeiten in Sachen Geldverdienen. Denn auch wenn sich sowohl Twitter als auch American Express über die Details der Vereinbarung ausschweigen: Twitter könnte mittels Provision an den getätigten Einkäufen verdienen.
Der Kurznachrichtendienst ist seit seinem Start 2006 auf der Suche nach einem einträglichen Geschäftsmodell. Bislang setzt das Unternehmen auf Werbung, sogenannte promoted Tweets, und den Verkauf von Zugriffsrechten auf seine Datenbank. So zahlt ein Unternehmen beispielsweise dafür, Tweets zu einer bestimmten Anfrage zu erhalten.
Für die beteiligten Unternehmen ist darüber hinaus ein weiterer Aspekt interessant: Werbung. Wer mittels Hashtag einkauft, macht den Kauf öffentlich, der Kreis der Follower wird sogar direkt per Kurznachricht darüber informiert. Für das Unternehmen, dessen Produkt der Nutzer so erwirbt, ist diese Nachricht sogar wertvoller als etwa ein Werbebanner, der auf einer Seite aufblinkt. Denn die Follower, die die Kurznachricht erhalten, nehmen sie nicht als Werbung war, sondern vielmehr als Empfehlung eines Freundes. Für den Verbraucher bedeutet das gleichzeitig, dass seine Konsumgewohnheiten noch öffentlicher werden - je mehr Produkte er auf diese Art und Weise kauft, desto stärker.
Laut Wall Street Journal hat American Express ähnliche Kooperationsvereinbarungen unter anderem mit dem sozialen Netzwerk Facebook und dem Standortdienst Foursquare abgeschlossen.
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