• 11.07.2012

Umstrittene Diagnose Onlinesucht

Verschollen im Cyberspace

Machen Onlinespiele, soziale Netzwerke und Pornoseiten süchtig? Psychologen und Ärzte streiten sich, ob ständiges Online-sein abhängig macht.von Christian Gehrke

  • 09.10.2012 21:10 Uhr

    von Markus:

    Ich bin mir nicht sicher, was ich davon halten soll, wenn *andere* Verhaltensweisen als *krank* beschrieben werden.

    Natürlich kann man sehr viel mit dem Internet machen ("im Internet" finde ich übrigens keine sinnvolle Formulierung, weil das Internet immer da ist und ich nicht nur dann mit dem Internet interagiere, wenn ich einen Browser geöffnet habe) und wahrscheinlich können die einen oder anderen auch darunter leiden. Aber das Internet darum als Sucht, also als Krankheit zu bezeichnen finde ich kritisch.

    "Krankheit" bedeutet immer "unnormal", beschreibt also vor allem, was der Autor oder die Autorin über die beschriebene Verhaltensweise denkt. Gleichzeitig könnte aber ein Placeboeffekt eintreten: Menschen, die viel im Internet machen, könnten durch solche Berichterstattung tatsächlich im klassischen Sinn krank werden.

    Ich finde die Kritik berechtigt, aber die Art und Weise, in der Sie formuliert wird, lenkt nach meiner Einschätzung von den eigentlichen Problemen ab.

  • 11.07.2012 16:33 Uhr

    von Felix:

    Gerade die Browsergames, endlos spielbar und am Anfang kostenlos, sind vielen Psychiatern ein Dorn im Auge. „Diese Spiele arbeiten mit dem Belohnungssystem. Belohnt zu werden und mit anderen Usern in Kontakt zu treten, gleicht dem Glücksspiel und kann süchtig machen“, sagt der Psychiater Bert te Wildt vom Fachverband für Medienabhängigkeit.


    na, welch bahnbrechende erkenntniss... ein spiel das belohnt ... WUHUUU was solls denn sonst tun? bestrafen? dann wärs doch wohl nur für masochisten...

  • 11.07.2012 15:30 Uhr

    von tobin:

    Ich bin immer wieder fasziniert davon, wie selbstverständlich wir von "Onlinesucht", "Spielesucht" und "Glücksspielsucht" reden (was sogar soweit geht, dass im letzteren Fall eine gesonderte "Glücksspielsteuer" erhoben wird) und dann aber am Ende scheinbar doch alle damit einverstanden sind, dass die Zockerei an den Börsen nun gerade ausgerechnet NICHT als "Sucht" angesehen wird und auch nicht mit einer speziellen Zockersteuer belegt wird, obwohl doch klar ist, dass mit dieser Krankheit ganze Staaten in den Ruin gezogen werden.

Ihr Name (wird angezeigt):*

Email (wird nicht angezeigt):*

Kommentar* - bitte beachten Sie unsere Netiquette:

Bitte geben Sie hier das Wort ein, das im Bild angezeigt wird. Dies dient der Spamvermeidung Wenn Sie das Wort nicht lesen konnten, bitte hier klicken.

CAPTCHA Bild zum Spamschutz

Wenn Sie auf "Abschicken" klicken, wird ihr Kommentar ohne weitere Bestätigung an taz.de verschickt. Er wird veröffentlicht, sobald einRedakteur ihn freigeschaltet hat. taz.de behält sich vor, beleidigende, rassistische oder aus ähnlichen Gründen unangemessene Beiträge nicht zu publizieren.

*Pflichtfelder