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Unfall von CDU-AbgeordnetemThomas Bareiß crasht bei voller Dröhnung

Der CDU-Politiker hat wohl auf Drogen einen Unfall verursacht. Er ist eine schillernde Persönlichkeit – und scharfer Gegner der Cannabis-Legalisierung.

Die Sommerpause begann für den CDU-Politiker Thomas Bareiß mit einem Crash. Bei einem Unfall Mitte Juli war das Auto des Politikers mit einem anderen zusammengestoßen und hatte sich überschlagen. Der 51-Jährige wie auch die drei Insassen des anderen Wagens wurden schwer verletzt. Jetzt holt ihn der Vorfall auch politisch ein.

In einer Stellungnahme sprach die Familie des evangelischen Christdemokraten von einem „großen Schutzengel“, der ihm neben den Rettungskräften das Leben gerettet habe. Bareiß’ Stellungnahme diese Woche verzichtete auf solches Lametta. „Ich habe in der vergangenen Zeit Entscheidungen getroffen, die ich sehr bereue und die die an mich zu Recht gestellten Ansprüche nicht erfüllen“, heißt es in der Erklärung, die er über seinen Anwalt verbreiten ließ. Er lasse seine Parteiämter ruhen und nehme über die Sommerpause eine Auszeit.

Kurz vorher hatte die Staatsanwaltschaft bekanntgegeben, dass er als mutmaßlicher Verursacher wohl unter Drogeneinfluss gestanden habe. Die synthetische Substanz, die in nicht geringer Menge in seinem Blut gefunden worden sei, unterliege dem Betäubungsmittelgesetz, erklärten die Ermittler.

Thomas Bareiß, der seit 2005 im Bundestag sitzt, ist nach dem Rücktritt von Jens Spahn schon der zweite dezidierte Konservative, der sein Privatleben nicht mit der selbst formulierten eigener politischen Linie in Einklang bekommt und damit seine Karriere stoppt. Als dezidierter Kritiker einer Teillegalisierung von Cannabis sagte er im April 2024 der Funke Mediengruppe, „dass man Konsum und Verkehrssicherheit schwer unter einen Hut bekommt“.

Auch als rechter Scharfmacher aufgefallen

Bareiß war auch in den Merkel-Jahren der CDU ein verlässlicher Rechtskonservativer, der regelmäßig Kritik auf sich zog, auch aus den eigenen Reihen. So war er Mitbegründer des rechten „Berliner Kreises“ der CDU, aus dem später die „Werte Union“ hervorging. Bareiß wandte sich gegen die Gleichstellung von eingetragenen Lebenspartnerschaften: Man dürfe die Ehe „nicht verwässern“, fand er. In der Flüchtlingskrise 2016 gehörte er zu den Kritikern von Merkels Linie und lud zu einem Kreisparteitag zum Thema einen Minister Viktor Orbáns als Redner ein.

Auch jenseits von Orbáns Ungarn pflegte Bareiß, den „Greenpeace“ mal den „schlimmsten Klimabremser der Großen Koalition“ unter Merkel nannte, undurchschaubare Kontakte nach Osteuropa. Die Vermutung, Bareiß habe in der Coronakrise versucht, Beatmungsgeräte eines deutschen Unternehmens nach Aserbaidschan umzuleiten, konnte nicht bewiesen werden. Bareiß’ Name fiel auch immer im Zusammenhang mit der Aserbaidschan-Connection der baden-württembergischen CDU.

Auch gegenüber Russland zeigt Bareiß wenig Berührungsängste und schlug als einer der CDU-Unterhändler bei den Koalitionsverhandlungen mit der SPD öffentlich vor, die russische Gaspipeline Nordstream 2 zu reparieren. Diese könne „Teil eines Deals Trumps mit Putin sein“, um den Krieg zu beenden. Auch aus der eigenen Reihen erntete Bareiß dafür harsche Kritik.

Auch der Crash unter Drogeneinfluss muss nicht zwingend sein politisches Ende bedeuten. Denn Bareiß ist ein Stehaufmännchen. Nach den Aserbaidschan-Vorwürfen verkündete er schon einmal eine Auszeit, die er in einem Benediktinerkloster in Jerusalem verbrachte. Nach wenigen Monaten kehrte er, angeblich geläutert, nach Berlin zurück. Bei der letzten Bundestagswahl holte er erneut seinen Wahlkreis mit immerhin 37 Prozent direkt.

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21 Kommentare

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  • Donni

    „dass man Konsum und Verkehrssicherheit schwer unter einen Hut bekommt“.

    Hat er mit einem Selbstversuch bewiesen!

    Was anderes fällt mir zu diesen Superheiligen, äh sorry Scheinheiligen nicht mehr ein.

  • Janix

    (Als ob die taz jetzt immer so anti-drogen-isch unterwegs wäre.)



    Bareiß kann man seine Schuld vorwerfen, seine Untaten zuvor auch, und er sollte sich vielleicht besser ein anderes Betätigungsfeld suchen oder wirklich in sich gehen. Für jeden einzelnen Punkt daraus.

    Ein unappetitliches Gesicht des aktuellen Christdemokratismus.

    • Barnie

      @Janix:

      Nun, anti-dro-gen-isch oder nicht.



      Der feine Herr hat immerhin nicht nur konsumiert, sondern auch ein Fahrzeug unter Einfluss geführt. Und dann noch einen schweren Unfall verursacht.



      Das ist doch eine andere Nummer als nur Konsum. Vor allem wenn man sich immer als Anti-Drogen Hardliner aufführt, Schill lässt grüßen.....



      Dem Rest muss ich zustimmen.

  • K.M.

    Wenn er sagt, „dass man Konsum und Verkehrssicherheit schwer unter einen Hut bekommt“, dann kann man ihm immerhin nicht vorwerfen, dass er über etwas spricht, von dem er nichts versteht.

    • intergo

      @K.M.:

      Der ist gut. Sehr gut.

  • Frank Burghart

    Scharfer Gegner der Cannabis-Legalisierung.



    Spahn ist ja auch ein scharfer Gegner der Leihmutterschaft.



    Union eben - das eine sagen und das Gegenteil tun.

    • Hitchhiker

      @Frank Burghart:

      Was heißt Union eben?

      Grüne: fliegen nicht gut - Baerbock liebte das fliegen.



      Gewalt gegen Frauen ganz schlimm- so schlimm das man drei Jahre gebraucht hat um überhaupt was vorzuschlagen was dann nur durch di3 Union umgesetzt wurde.

      Die drei Jahre Ampel waren eine so herbe politische Enttäuschung.wahlkampf 15 Euro Mindestlohn SPD Grüne die Arbeitnehmer haben das verdient.schade nur das drei Monaten vorher ihnen 10 Millionen Arbeitnehmer egal waren und man still und heimlich,ohne Diskussion um eine 60 Prozentregel, an die EU geschrieben hat die Mindestlohnrichtline wurde umgesetzt. Und nein,das hat Nichts mit der FDP zu tun, man hätte es diskutieren können Gesellschaftlich und Druck ausüben. Aber das schöne Wahlkampfthema

      SPD: Die unten entlasten - Resultat oben wurde entlastet und unten durch zusätzliche Belastungen insgesamt mehr belastet .aber darauf bestanden auch die unten entlastet zu haben.

      Und die Grünen haben erst 2024 über die Ungerechtigkeit der Erbschaftssteuer erfahren. Wenn man es glaubt,dann war es den Grünen vorher egal. Und das soziale Blabla halt blabla

      Also nicht Union eben. SPD und Grüne sind genauso.



      Woher kommt wohl Dr Frust?

  • Dreja

    Eine Auszeit zu nehmen und die Ämter ruhen zu lassen - bedeutet das, kein Geld mehr zu bekommen? Auch, wenn das bei diesen Leuten ja finanziell eh nicht viel zu sagen hat, könnte man seine auf reumütig inszenzierte "Ich muss mal in Ruhe nachdenken"-Attitüde vielleicht wenigstens ein kleines bisschen ernst nehmen.

  • Perkele

    Wir alle sind Menschen und wir alle sind fehlbar. Doch es ist bezeichnend, wie sich gerade solche Pharisäer bemühen, anderen Menschen etwas vorzugaukeln um dann selbst grob versagen. Dem sollte kein öffentliches Amt mehr anvertraut werden und die cdU täte gut daran, ihn aus der Partei auszuschließen, sofort.

  • My Sharona

    unionstypisches Integritätslevel

  • behr Behr

    „Der sein Privatleben nicht mit seiner politischen Linie in Einklang



    bringt“ - die Aufzählung mit J. Spahn könnte man auch noch



    verlängern - in Erinnerung (offensichtlich nicht beim Autor) sind



    Steuerzahlungsvergehen von Politikern, die gerne zur Steuergerechtigkeit, dh. Steuererhöhung für Reiche aufrufen,



    aber bei der korrekten Abgabe ihrer Zweitwohnsteuer schon mal



    strauchel, natürlich aus „Vergesslichkeit“ oder „Irrtum“ oder sonst



    einem entschuldbarem Grund.

    • Janix

      @behr Behr:

      Das kann wirklich vergesslich sein (ich würde es bei mir selbst nicht ausschließen wollen, dass mir so etwas unterliefe), anderes aber kaum.



      Bareiß ist wie Spahn überfällig und sollte sich wohl ein anderes Feld suchen.

  • BAJFu

    Weil solche Typen die Politik dominieren,



    stehen die Faschisten vor der Tür.

  • intergo

    Gegner einer vernünftigen Sache, fallen gerne damit auf, dass sie selbst, als das Gegenteil dessen gelten können, was sie öffentlich vertreten.



    Ich erinnere mich da an einen New Yorker Politiker, der an allen Fronten gegen Schwule kämpfte, dann aber eines Tages in einer Toilette beim Bespielen eines anderen Zipfels erwischt wurde.



    Letztlich bleibt die Frage: Warum tun die das?



    Ist es der Versuch mögliche kleine Verdachtsfälle schon gleich von Anfang an jede Grundlage zu entziehen? So nach dem Motte: Wenn ich nur ordentlich draufhaue, dann kommt keiner auf die Idee, dass ich Pazifist sein könnte.



    In meiner Ecke der Welt gibt es ein Sprichwort:



    Je weiter man versucht einen Ball wegzuwerfen, umso näher kommt er bei einem zum Liegen.



    Ich finde, die Altvorderen haben es wieder einmal auf den Punkt gebracht.

  • Helmut Fuchs

    Ich wüsste schon gerne, ob er die Substanz alleine oder in Gesellschaft eingenommen hat. Und mit wem.

    Mir gingen bei der Nachricht jedenfalls gleich Bilder der konservativen Hardliner Ted Haggard und József Szájer durch den Kopf.

  • FtznFrtz

    Komischerweise sind es die Hardliner, die hinter der Fassade des guten Bürgers besonders über die Stränge schlagen. Ich vermute da ein psychologisches Kompensationsverhalten.



    Aber in der Union zeigt man immer ein großes Herz für die tiefschwarzen Seelen der tiefschwarzen Schafe. Nach ein paar Jahren ist Gras über die Sache gewachsen, dazu ein paar Erinnerungslücken, schon winkt das nächste Pöstchen.

    • Janix

      @FtznFrtz:

      Ich weiß jetzt nicht, ob Beruhigungsmittel oder Aufputscher.



      Politik mit Selbstüberschätzungsanteil ist kein gesunder Lebensstil.

  • MC

    CDU pur

  • Sabine Hofmann-Stadtländer

    In der normalen Arbeitswelt würde wohl kaum jemand, der einen Unfall unter Drogeneinfluss "baut", eine Weiterbeschäftigungsmöglichkeit erhalten; man würde diese Person sogar außerordentlich kündigen.



    Aus dem, was ich bislang zu Bareiß' Entschuldigung gelesen habe, kann ich noch nicht erkennen, wie weit sein Bedauern gegenüber den Opfern reicht. Ich halte deshalb den vollständigen Rückzug aus allen Ämtern für geboten.

  • Andreas Flaig

    Ja ja, der Job als Politiker ist wirklich hart.



    Da muss es einem schon mal erlaubt sein, ab und an ne Brise Koks reinzuziehen.

    Wenn die, dies richten sollen sich selber richten dann hat die Politik versagt.

  • Orten

    Noch einer der dafür sorgt, daß die AFD noch mehr stimmen bekommt.



    Es muss wohl so sein, daß wir erst mal ein paar Schritte rückwärts gehen, bevor wir wieder vorwärts kommen.



    Mit all den falschen und verlogenen Politikern, die nur an ihr eigenes und nicht an des Volkes Wohl denken, lässt sich eine zukünftige AFD-Regierung kaum noch verhindern.