• 18.03.2009

Verkehrsbetriebe gegen atheistische Werbung

Die BVG glaubt noch an Gott

Die Berliner Verkehrsbetriebe lehnen eine Werbung an Bussen ab, die die Existenz Gottes anzweifelt: Man wolle die Fahrgäste nicht unnötig aufregen. Berlins Senat mischt sich nicht ein.von Svenja Bergt

  • 11.06.2011 18:34 Uhr

    von bastapapsta!:

    Wie in ihrem Artikel steht, darf der Verein Pro Reli für sich werben, jedoch anderen freien Vereine und Gesellschaften wird der öffentliche Raum, der Hauptstadt vorenthalten. Das ist ein Skandal und verärgert "ungläubige" Bürger und Bürgerinnen. Konsequent wäre es, Werbung im Öffentlichen Raum für den Papst Besuch zu verbieten.

  • 21.03.2009 00:41 Uhr

    von endlos-möbius-schleife:

    sind es die aus der alten BRD eingereisten gottgläubigen Individuen, die uns in den verschiedenen Ministerien in Berlin beeinflussen wollen?
    Bitte beantwortet mir anläßlich der bevorstehenden Volksbefragung: für welchen Religionsunterricht würde ER, der LIEBE GOTT, sich anmelden? Für den christlichen (evangelen, katholen, 7.Tages-Adventisten, Zeugen Jahves....???) Ich vermute, er würde diesen Unterricht schwänzen und versuchen, sich im Ethik-Unterricht mit seinen Kollegen zu verständigen und interessante Gespräche zum "Wohle der Menschen" führen, d.h. keine bedrohlichen gottesfürchtigen, vVrdammnis und Hölle beschwörenden Reden schwingen. Möge alles dazu dienen, die Kinder relgiöser Eltern davor zu bewahren.

  • 19.03.2009 12:37 Uhr

    von wanja:

    Weshalb wird denn mein Kommentar bislang nicht publiziert? Verträgt die taz denn keine sachliche Kritik? Wäre echt schade, wenn es so weit gekommen wäre.

  • 19.03.2009 01:44 Uhr

    von Frank Habermann:

    religiöse spinner, mehr gibts dazu kaum zu sagen. aber auch die bvg kann nichts daran ändern, dass die erde rund ist. religion ist heilbar, wenn auch leider nicht in allen fällen.

  • 18.03.2009 20:52 Uhr

    von Felipe:

    Na ja... ich bin ein Master-Student in einer öffentlichen Universität hier in Brasilien und es ist mir schwierig ein Stipendium einer Stiftung oder des Staats zu kriegen, damit ich weiter studieren kann und in Deutschland in einer Woche sammelt man schon über 20.000 Euro für eine Werbung in ein paar Bussen! Was ist los auf dieser Welt??
    Wenn ich auch eine Kampagne pro-mein-Studium mache, würden diese Menschen auch Geld spenden??
    "Mehr Licht" zur Menscheit!!!

  • 18.03.2009 19:47 Uhr

    von wanja:

    "Die BVG glaubt noch an Gott" - Kurzschluss, bzw. Fehlschluss! Wenn schon, dann bleibt genauso die Möglichkeit, dass die BVG für sich den großteils sehr irrationalen Streit um Theismus versus Atheismus zugunsten eines unaufgeregten und rational konsequenteren Agnostizismus beantwortet hat.

  • 18.03.2009 19:21 Uhr

    von derNoergler:

    Dass dieses in einem angeblich aufgeklärten Staat wie Deutschland möglich ist, ist verdammt traurig - Deutschland auf dem Weg zum Gottesstaat?

    Also in der Türkei hätt's sowas nicht gegeben!


    Im Ernst: Ich finde, hier wird eindeutig das Recht auf freie Meinungsäußerung und Religionsfreiheit beschnitten. Die BVG ist immerhin ein öffentliches Unternehmen, und in anderen Ländern Europas gabs auch keine brennenden Busse...

  • 18.03.2009 18:51 Uhr

    von Alice:

    Ich weiß nicht, was sich die "Initiative Buskampagne" davon verspricht, Muslime unnötig zu provozieren. Vielleicht sollte man die Muslime einfach mal von (aus ihrer Sicht) gotteslästerlichen Karikaturen, Idomeo-Aufführungen und Bus-Werbung verschonen. Dann würden sich viele Probleme so nicht stellen.

    Was verspricht sich die "Initiative Buskampagne" von einer solchen Provokation der Muslime?

  • 18.03.2009 15:14 Uhr

    von Florian:

    Unglaublich! Seit Jahren hängt in U-Bahnen irgendwelche "Erlöser"-Werbung, daran haben sich zumindest die BVG-Entscheider nie gestört. Wie weit geht der Einfluss der Christen-Lobby? Auf der Website www.buskampagne.de steht immerhin, dass die BVG "in Zukunft überhaupt keine religiöse oder weltanschauliche Werbung mehr akzeptiert" werde. Es wäre doch viel erreicht, wenn endlich diese Sekten-Plakate verschwinden.

    Bedenklich finde ich aber auch dies. Dürfen dann z.B. Gewerkschaften nicht mehr werben? Oder die witzigen Campact-Plakate gegen Atomkraft?

  • 18.03.2009 14:50 Uhr

    von Andi Ypsilon:

    Werbung an Berliner Bussen, in denen die Existenz von Mohammed angezweifelt wird, fände Svenja Bergt wohl auch ok

  • 18.03.2009 13:49 Uhr

    von (noch)BVG-Nutzerin:

    Also ich rege mich ja immer auf, wenn ich in den Bus ansteige und mich da so ein blödes Christenwerbeplakat angrinst. Das lässt mich richtig aggressiv werden. Weil, die christlichen Kirchen unterdrücken mittels Einfluss auf unsere Gesetzgebung Minderheiten in unserem Land. So eine Gruppe sollte man nicht werben lassen. Das halte ich für unethisch.

    Auch habe ich mich sehr darüber geärgert, dass die BVG auf dem U-Bahnhof hat für PRO-Reli werben lassen. Will doch die Pro-Reli Aktion verhindern, dass Kindern in der Schule auch eine kritische Auseinandersetzung mit der christlichen Religion verwehrt wird.

    Aber warum sollte man eine Werbung verbieten, die die Existenz eines Gottes anzweifelt? Gibt es jemanden auf unserer Erde, der die Existenz eines Gottes beweisen kann? Wieviel Leid hat der Gottesglaube schon auf unsere Erde gebracht? Wie viele Kriege, weil jede Gruppe glaubte, IHR Gott wäre der einzig wahre? Wieviel Unterdrückung, weil man "Gott" einen bestimmten Willen andichtete, nämlich, diese bestimmte Unterdrückungsform zu praktizieren? - Ich denke, es lohnt sich, darüber nachzudenken, ob es diesen (oder einen) selbstgerechten und unheilvollen Gott überhaupt gibt.

    Ich bin enttäuscht über die BVG. Religiöse Einrichtungen mag ich nicht unterstützen. Wenn die BVG keine weltanschauliche Neutralität zeigt und entweder alle Kirchenwerbeplakate entfernt oder aber die Bus-Aktion zulässt, dann steige ich demnächst auf das Fahrrad um.

  • 18.03.2009 13:14 Uhr

    von fred kasulke:

    Es ist doch kein Wunder, wenn die weltliche Welt untergeht. Wenn Kreuzzüge von Politikern ausgelöst werden und die höchstePolitikergilde auf Gottes Hilfe bei Amtseinführung schwört, wie soll den da eine Zusammenarbeit der Menschen einer gemeinschaft möglich sein!? Es ist kein Wunder, dass sich die aktuelle Generation wieder von den Demagogien der Gottesvereine, der virtuellen Welten oder den kultur-beschränkten Nationalisten verführen lassen.
    Freiheit für den Geist, Religion nur hinter dicke Mauern.

  • 18.03.2009 12:49 Uhr

    von Uwe:

    Tja, das ganze scheint vielleicht auch eine Frage des Preises zu sein. Wenn man wahrscheinlich noch einen Monat weiter Spenden sammelt und dann der BVG für ein Jahr doppelt so viel bietet, wie üblich ist, dann knickt auch die BVG ein. Die haben in 2008 ja einen schönen Verlust hingelegt.

    Und ganz so fromm ist die BVG wohl dann doch nicht, da es anscheinend kein Problem ist für Alkohol, Zigaretten, Diskotheken und Bordelle Werbung zu machen.

  • 18.03.2009 09:45 Uhr

    von nurSo:

    Wie unsensibel, ohne jede Emphatie muss man sein, dass es so unverständlich scheint das sich jede/r Gläubige durch solche Werbungen und Aussagen tief verletzt fühlt.

    Es ist eine Frage des Respekts vor der Religion und dem Glauben anderer Menschen das so eine Werbung nicht an den Bussen klebt.

    Bei der Taz ist in der Hinsicht noch ein gewaltiges Umdenken nötig.

  • 18.03.2009 08:28 Uhr

    von Einheimischer:

    Es ist unfassbar. Jesus-Werbung darf in der U-Bahn kleben, Wahrheitswerbung ("mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit") aber darf nicht an Bussen kleben. Das ist religiöse Ungleichbehandlung und wohl auch Diskriminierung. Die überschüssigen Gelder sollten in einen Anwalt investiert werden.

  • 18.03.2009 08:07 Uhr

    von Christoph Braunberger:

    Na wunderbar, die BVG verzichtet auf Einnahmen, die dazu beitragen könnten die Fahrpreise zu senken oder stabil zu halten,

    Gehts noch oder was ?

    muß man halt wieder mehr schwarzfahren

    lol

    Chris,Zweibrücken
    regelmäßiger Berlinbesucher

  • 18.03.2009 07:31 Uhr

    von Alex:

    Dagegen ist 4 meter hoch Puff-Werbung auf Bussen völlig OK... Sowie monatelang und flächendeckende Pro-Reli und Tempelhof Propaganda. Und noch aggressiver und scheusslicher 10-Etage-hoch Werbung für Autos, z.B. auf der Charité.

    Die Deutschen sind komische Leute.

    Ein kopfschüttelnder Ausländer.

  • 18.03.2009 00:59 Uhr

    von Christian:

    Komisch, dass ich heute erst "Jesus liebt dich" in der Bahn erfuhr. Erinnere mich auch an Werbung für kostenlose Bibeln... hilft wohl nur: dagegen beschweren!

  • 18.03.2009 00:08 Uhr

    von vic:

    Das ist ganz übel. Denn es bedeutet, die Fahrer sind für nichts verantwortlich, weil die Wege des Herrn...

  • 17.03.2009 23:52 Uhr

    von Norbert Froese:

    Die Reaktion der BVG offenbart ein erschreckend paternalistisches Denken. Mit freiheitlicher Verfassungskultur hat dies nichts mehr zu tun. Man phantasisiert, fabuliert, erwartet irgendwelche Reaktionen und leitet daraus die Berechtigung zum zensierenden Eingriff ab. Die BVG ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts und damit, wie jede Institution dieses säkularen Staates, zur Neutralität in weltanschaulichen und religiösen Fragen verpflichtet. Eine Beurteilung von weltanschaulichen Positionen steht der BVG nicht zu!!! Das Konstrukt dennoch auf Grund vermeintlich vorausschauend diagnostizierten Reaktionen zensierend in die im öffentlichen Raum zugänglichen Meinungen eingreifen zu dürfen, ist schlichtweg absurd. Beschäftigt die BVG denn keinen einzigen Juristen, der wenigstens über Grundkenntnisse zu unserer Verfassung verfügt? Wenn die BVG religiöse Werbung zulässt (was der Fall ist), hat sie kein Recht Ungläubigen die selben Darstellungsmöglichkeiten zu verweigern. Oder versteht sich die BVG als Ersatzzensur für Arme?

  • 17.03.2009 21:21 Uhr

    von Bendte:

    Merkwürdig, bei Werbung für Prostitution (Bordell Artemis) hat die BVG solche Bedenken nicht. Dabei ist die sogar gesetzlich untersagt.
    Das ein (stadt)staatlicher Betrieb in einem säkularisierten, weltanschaulich neutralen Land Atheismuswerbung ablehnt, halte ich für kriminell. Zumal man hier bei Christentumswerbung keine Skrupel hat.

  • 17.03.2009 20:14 Uhr

    von Kleiner Onkel:

    Schade, mit der Toleranz ist es nicht allzuweit her in unserer Gesellschaft. Die einen wollen keine atheistischen Aussagen auf Bussen, für andere ist schon ein Christbaum religiöse Missionierung. Aber offensichtlich arbeitet die EU schon an Schadensbegrenzung, kath.net meldet:
    "Brüssel (kath.net)
    In der EU könnten nach dem Willen der Europäischen Union (EU) öffentlich zur Schau gestellte christliche Symbole bald verboten sein. Derzeit werde an einem Gesetzesvorschlag gearbeitet, der vorsieht, dass Atheisten gegen das Aufstellen etwa von Kruzifixen klagen können wie das christliche Medienmagazin PRO berichtet. Damit könnten bald sämliche christliche Symbole aus öffentlichen Gebäuden verschwinden. Allerdings wäre auch blasphemische Symbole von der "Zensur" betroffen, da der Vorschlag sowohl Christen wie auch Atheisten erlauben würde, gegen von ihnen als diskriminierend empfundene öffentliche Symbole zu klagen. Betroffene Gebäude wären alle Gebäude, in denen öffentliche Dienste angeboten werden, darunter Krankenhäuser, Hotels, Gefängnisse und Gebäude wohltätiger Organisationen. Simon Calvert von dem britischen evangelikalen "Christian Institute" meint, dass das Gesetz eine "Büchse der Pandora" sei. "Was ist mit Bibeln in Hotels? Würden Gerichte Krippenszenen von Weihnachtsmärkten verbannen?" Die Abstimmung über den Antrag soll noch in diesem Jahr stattfinden. "
    Bei Schulen, Gerichtssälen und Gefängnissen ist staatliche Neutralität sicherlich geboten. Aber sonst wünsche ich mehr Toleranz. Oder sollen wir am Ende unsere Auffassung nur noch in den eigenen vier Wänden kund tun dürfen? Arme Gesellschaft, die es nicht aushält, dass unterschiedliche Menschen unterschiedlich selig werden.

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