Seit es Handys mit Kameras gibt, ist die Welt um Millionen Hobbyfotografen reicher. Wer Polizisten bei der Arbeit knipst, kann der Staatsmacht auf die Finger schauen.von David Stumpp

Keine Fotos? Wenn Polizisten das Fotografieren verbieten, ist das meist nicht rechtmäßig. Bild: dpa
BERLIN taz | Jede Kamera kann – richtig eingesetzt – für ein bisschen mehr Transparenz sorgen. Bei kleinen und großen gesellschaftlichen Ereignissen übernehmen Hobby-Fotografen eine wichtige Funktion: Sie kontrollieren und können damit den Staat überwachen. Das ist nicht immer einfach.
Im Occupy-Camp in New York zum Beispiel hinderten Polizisten Fotojournalisten daran, die Verhaftung von Occupy-Demonstranten zu fotografieren. Die New York Times schrieb der Polizei daraufhin zwei wütende Briefe. Das New York Police Department antwortete, sie würden ihre Angestellten den Umgang mit Medien in speziellen Trainings beibringen.
Profi-Fotografen wissen sich eher gegen Polizisten-Willkür zu wehren und beharren auf ihr Recht, öffentliche Ereignisse abzulichten. Amateur-Fotografen hingegen lassen sich leichter gängeln und packen ihre Kamera weg, wenn ein Polizist sie auffordert. Die American Civil Liberties Union (ACLU), eine US-amerikanische Nichtregierungsorganisation, klärt Bürger deshalb über ihre Rechte als Fotografen auf.
Die US-Produktionsfirma hitRECord hat daraus eine Video-Animation für Hobby-Fotografen gemacht, die vor allem junge Menschen ansprechen soll. Regie führte der Schauspieler Joseph Leonard Gordon-Levitt ("500 Days of Summer", "Inception"). Die Band "The Gregory Brothers" kümmerte sich um die Musik.
Im Video fotografiert ein Mädchen Occupy-Protestler in der Wall-Street, worauf ein Polizist ihr den Fotoapparat wegnimmt. Daraufhin erscheint Benjamin Franklin als Engel. "Just because he has a badge, it doesn't give him any right to be mean" (Nur weil er eine Dienstmarke trägt, hat er nicht das Recht, fies zu sein).
Mit erhobenem Zeigefinger singt Franklin, einer der Gründervater der USA, und erinnert an die Grundrechte der amerikanischen Verfassung. Smartphones mit ihren Kameras seien wichtig, um den Staat zu überwachen. Sie verhelfen zu mehr Transparenz. Und das sei grundlegend für eine Demokratie. Kein Polizist dürfe Bilder löschen. Sie dürften auch keine Kamera konfiszieren, sagt Franklin. Außer, es liege ein Verdacht vor.
Das Volk müsse den Staat überwachen. Die diskriminierende Handlungen des New Yorker Cop werden im Filmchen auf youtube hochgeladen und millionenfach angeklickt. Währenddessen verwandelt sich das Mädchen – ihrer Rechte als Fotografin bewusst – zu einer kleinen Freiheits-Ninja.
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Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

Leserkommentare
16.02.2012 00:08 | stephan2503
Pressefreiheit gilt in Deutschland wie der Name schon sagt nur für die Presse. Die Rechtslage ist in dieser Frage leider no ...
15.02.2012 21:14 | stauffenberg
deshalb haben die Israelis auch den Leuten vom int. Gaza Hilfskonvoi ihre Handies weggenommen, nachdem sie 12 Aktivisten er ...
15.02.2012 20:32 | Deutschland?
Hallo liebe taz-Reaktion, ...