Vietnam

Programm der Reise

vom 7. bis 20. Januar 2019

Ein Park im Zentrum von Hanoi Bild: Gerhard Heckmann

Kooperationspartner: Verein "Dorf der Freundschaft" e.V.

1. Tag (Montag) Anreise

Am frühen Nachmittag Direktflug mit Vietnam Airlines von Frankfurt am Main nach Saigon (Ho-Chi-Minh-Stadt), Flugdauer ca. 11,5 Stunden.

2. Tag (Dienstag) Saigon

Ankunft am Morgen in Saigon, Transfer zum Hotel im Zentrum der Stadt. Nach dem Check-in beginnt ein geführter Rundgang zu den Sehenswürdigkeiten des „kolonialen“ Saigon wie das Hauptpostamt, die Notre-Dame-Kathedrale, das Opernhaus und das Rathaus. Danach haben wir Zeit zum Ausruhen.

Nach dem Begrüßungscocktail (Sundowner) beim ersten gemeinsamen Abendessen führt der Reiseleiter in das Programm ein.

3. Tag (Mittwoch) Saigon

Morgens besuchen wir einen deutsch-vietnamesischen Betrieb, der für den Export produziert. Wir lassen uns von Managern und Arbeiterinnen Vietnams Rolle in den globalen Wirtschaftsbeziehungen sowie die lokalen Arbeitsbedingungen erklären.

Anschließend fahren wir mit dem Bus in das Chinesenviertel Cholon. Wir besuchen die Thien Hau Pagode und die Medizin-Straße und schlendern über den Binh Tay Markt, einen traditionellen Großmarkt.

Am Nachmittag besuchen wir das Kriegsmuseum, das die Kriege gegen Frankreich und vor allem die USA aus offizieller vietnamesischer Perspektive zeigt. Anschließend sprechen wir mit der Direktorin des Museums über die dortige Darstellung des Krieges und den Umgang damit.

Am Abend sprechen wir im Stadtzentrum mit einem Architekturexperten über aktuelle Fragen der Stadtplanung und -entwicklung sowie über die Implikationen von Großprojekten.

Gespräch mit Tourismus-Studentinnen in der Nationaluniversität in Saigon Bild: Sven Hansen

4. Tag (Donnerstag) Saigon und Fahrt ins Mekongdelta 

Am Morgen treffen wir uns an der Nationaluniversität mit einer in Deutschland ausgebildeten Tourismusprofessorin und diskutieren mit ihren Studierenden in Kleingruppen über deren persönliche Erfahrungen und Perspektiven.

Dann fahren wir in das 170 Kilometer von Saigon entfernte Can Tho, der größten und wichtigsten Stadt im Mekong-Delta. Das Delta ist ein sehr fruchtbares, aber auch sehr empfindliches Ökosystem und die am meisten vom Klimawandel betroffene Region des Landes. Dort können wir am Nachmittag, den wir zur freien Verfügung haben, individuell bei einem entspannten Spaziergang das Stadtzentrum erkunden.

5. Tag (Freitag) Can Tho und Flug nach Danang

Frühmorgens Bootsfahrt zum traditionellen schwimmenden Großmarkt am Stadtrand, wo der Handel immer noch auf dem Wasser direkt von Boot zu Boot erfolgt. Anschließend fahren wir mit dem Boot in einen Seitenarm zu einem lokalen Uferschutzprojekt und lassen uns die dortigen Maßnahmen zeigen.

Bettelmönche in Can Tho, Mekongdelta Bild: Thomas Hartmann

Später treffen wir den Leiter des Climate Change Coordination Office der Delta-Region und lassen uns die offizielle Politik und die bereits ergriffenen Maßnahmen im Umgang mit dem Klimawandel erläutern. Vertreter einer Jugendumweltgruppe berichten uns von ihren Aktivitäten sowie deren Grenzen und Möglichkeiten.

Nachmittags fahren wir nach Saigon zurück und zwar direkt zum Flughafen. Gegen 17 Uhr Abflug nach Danang, wo wir nach einer Stunde ankommen. In einer halbstündigen Fahrt in die südlich gelegene kleine Hafenstadt Hoi An erreichen wir das Van Loi Hotel. Es ist im Cam Nam Stil erbaut und bietet einen großartigen Panoramablick: Über eine Brücke erreicht man direkt das Stadtzentrum mit seinen bunten Märkten.

6. Tag (Samstag) Hoi An

Die vom Krieg unberührte Altstadt von Hoi An ist ein UNESCO-Weltkulturerbe und hat den Charakter eines vietnamesischen Museumsdorfes. Es ist Vietnams Touristendestination schlechthin. Die Kleinstadt ist zwar voller Besucher, aber dennoch eine einmalige Sehenswürdigkeit, die eine Vorstellung vom Leben und Handel vergangener Zeiten gibt.

Die japanische Brücke in Hoi An erinnert an die Zeit, als die Stadt ein wichtiger Hafen im Seehandel zwischen China und Europa war Bild: Sven Hansen

Vormittags Stadterkundung zu Fuß mit Besuch traditioneller Häuser und Pagoden sowie einem Bummel über den Markt. Besuch bei Reaching Out Handicrafts: In dieser kommerziellen Firma stellen Menschen mit Behinderungen hochwertiges Kunsthandwerk her, das nicht aus Mitleid, sondern wegen seiner Qualität gekauft wird.

Nachmittag zur freien Verfügung: Möglichkeit zum Bummel durch die Gassen, zum Besuch von Schneidereien oder für einen Ausflug etwa per Rad zum nahegelegenen Strand.

Abends Einblicke in die vietnamesische Kulinarik bei einem privaten Kochkurs durch ein vietnamesisches Ehepaar.

7. Tag (Sonntag) UNESCO-Weltkulturerbe My Son und Hué 

Vormittags Besuch der Cham-Ruinen von My Son, einem UNESCO-Weltkulturerbe 50 Kilometer südwestlich von Hoi An. In einem üppig-grünen Tal gelegen war die Tempelstadt My Son zwischen dem 7. und 13. Jahrhundert Hauptstadt und kulturelles Zentrum der Cham. Heute zeugen 70 Tempelruinen von dieser Hochkultur.

My Son, die historische Tempelstadt der Cham, überwuchert vom Regenwald Bild: Gerhard Heckmann

Nachmittags etwa dreistündige Fahrt gen Norden nach Hué mit Mittagessen in einem Seafood-Restaurant an einer Lagune. In Hué. Besuch der Zitadelle mit der alten Kaiserstadt und der Verbotenen Purpurnen Stadt, einer Festung innerhalb der Festung: die vietnamesische Kopie des Pekinger Vorbilds. Übernachtung in Hué.

8. Tag (Montag) Hué und Dorfentwicklungsprojekt

Treffen mit Le Van Anh, dem ehemaligen Bürgermeister von Hué und heutigen Vorsitzenden der Union der Freundschaftsgesellschaften Hués (HUEFO). Er berichtet von der internationalen Zusammenarbeit und beantwortet Fragen zur Partizipation der Bevölkerung. Mit seinen Mitarbeitern besuchen wir ein Gemeindeentwicklungs-programm, das vom Berliner Solidaritätsdienst International e.V. (SODI) mit Mitteln des Bundesminsteriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) an der Tam Giang Lagune gefördert wird.  Die Maßnahmen zum Umwelt- und Naturschutz sowie zur Einkommenssteigerung insbesondere der dortigen Fischerfamilien lassen wir uns von diesen u.a. bei eiener Bootsfahrt zeigen. Anschließend essen wir mit unseren Gastgebern in ihrem Dorf zu Mittag.

Gegen 15 Uhr Abfahrt entlang der Küste nach Norden Richtung Dong Hoi. Wir fahren zu einem idyllisch gelegenen Ökotourismusprojekt in der Nähe des Phong Nha-Ke Bang Nationalparks, ca. 35 Kilometer nordwestlich von Dong Hoi.

Dort Übernachtung im Chay Lap Farmstay in der Gemeinde Phuc Trach am Rande des Phong Nha-Ke Bang Nationalparks. 

Traditionelle Gräber katholischer Vietnamesen in der Nähe von Dong Hoi Bild: Thomas Hartmann

9. Tag (Dienstag) Phong Nha-Ke Bang Nationalpark 

Spaziergang durch einen Teil des bis an die Grenze zu Laos reichenden Phong Nha-Ke Bang Nationalparks. Dieses UNESCO-Weltnaturerbestätte am ehemaligen Ho-Chi-Minh-Pfad ist u.a. wegen seiner Grotten, bizarren Kalkfelsen und großen Artenvielfalt berühmt. Der von westlichen Touristen bisher erst wenig besuchte Park bildet das Kernstück des letzten geschlossenen Waldgebiets Zentralvietnams. Wir besuchen die erst in den 1990er Jahren entdeckte Paradies-Höhle, eine der größten und wirklich beeindruckendsten Höhlen der Welt.

Später spazieren wir entlang wilder Bäche auf einem mit deutscher Hilfe eingerichteten Naturtrail. Ein einheimischer Experte berichtet uns über den Aufbau des Nationalparks, über Vietnams Naturschutzpolitik und über die Herausfoderung, in Phong Nha-Ke Bang Primaten zu schützen und gefangene Tiere wieder auszuwildern. Auch reflektiert er die Strategie, die Region mittels Ökotourismus wirtschaftlich zu entwickeln. Wir übernachten eine zweite Nacht im Farmstay.

10. Tag (Mittwoch) Dong Hoi Community Projekt / Nachtzug nach Hanoi

Besuch des Quang Binh Community Development Center in Dong Hoi. Es wird von internationalen Entwicklungshilfeorganisationen unterstützt und soll auf Gemeindeebene benachteiligte Bevölkerungsgruppen in der Fähigkeit zur kommunalen Selbstorganisation stärken.

Dieser Ansatz wird von der Zentralregierung gefördert und auch kontrolliert. Er soll zur Selbsthilfe befähigen und einen Beitrag zur Armutsbekämpfung leisten. Wir besuchen ein lokales Gemeindeprojekt und sprechen dort mit Projektteilnehmern.

Vogelhandlung in Hanoi Bild: Sven Hansen

Gegen 18 Uhr besteigen wir in Dong Hoi den „Wiedervereinigungs-zug“ und fahren im bequemen Schlafwagen nach Hanoi.

11. Tag (Donnerstag) Hanoi

Ankunft gegen 5 Uhr morgens in Hanoi. Nach dem Frühstück erkunden wir mit dem deutschen Kulturmittler Christian Oster (HanoiKultour) zu Fuß die quirlige und einzigartige Altstadt. Wir nehmen in einer Garküche ein leckeres Mittagessen zu uns und fahren dann in eine "Gated Community" sowie ein modernes Neubauviertel. Im dortigen "Center for New Urban Planning" lernen wir die offiziellen Entwicklungsvisionen für die Hauptstadt kennen und erörtern die damit verbundenen Herausforderungen.

Am späten Nachmittag treffen wir Madame Thuy vom "Center for Family Support and Community Development". Madame Thuy hatte Vietnams erste zwei Frauenhäuser gegründet und forscht, lehrt und berät heute zu Fragen häuslicher Gewalt und des Frauenhandels. Sie wird uns über ihre Pionierarbeit berichten.

Wer möchte kann an diesem oder nächsten Abend eine Vorstellung des Wasserpuppentheaters besuchen (optional).

Wasserpuppenspieler verabschieden sich nach der Aufführung vom Publikum Bild: Thomas Hartmann

12. Tag (Freitag) Hanoi

Wir besuchen am Rand Hanois das „Dorf der Freundschaft“, ein internationales Versöhnungsprojekt zur Rehabilitierung von Opfern des im Krieg versprühten dioxinhaltigen Entlaubungsmittels Agent Orange.

Das Dorf wurde von einem in Deutschland lebenden und inzwischen an Krebs verstorbenen US-Veteranen initiiert. Dort werden auch Kinder betreut, die heute noch in dritter Generation Opfer der erbgutschädigenden Chemikalie sind. Wir treffen vietnamesische Veteranen, die von ihren individuellen Erfahrungen mit dem Krieg und dem giftigen Agent Orange berichten.

Diskussion mit Veteranen, die unter den Spätfolgen des Einsatzes von Agent Orange leiden, im Dorf der Freundschaft bei Hanoi Bild: Sven Hansen

Am späten Nachmittag Besuch der Union der Freundschafts-gesellschaften (VUFO), unter deren Dach die Zusammenarbeit zwischen ausländischen und vietnamesischen Organisationen kanalisiert und kontrolliert wird.

Wir diskutieren mit ehemaligen vietnamesischen Diplomaten aus dem Vorstand der VUFO-Mitgliedsorganisation "Vietnamesisch-Deutsche Freundschaftsgesellschaft" über die Entwicklung beider Länder.

Beim letzten gemeinsamen Abendessen in der Altstadt besteht die Möglichkeit, die Erfahrungen und Erlebnisse der Reise gemeinsam zu besprechen.

13. Tag (Samstag) Hanoi

Am Vormittag treffen wir den Leiter des Landesbüros der Friedrich-Ebert-Stiftung, der mit uns seine Einblicke und Analysen von der Entwicklung des Landes teilt.

Die restliche Zeit des Tages steht zur freien Verfügung - und bietet noch einmal Gelegenheit, auf Märkten oder in Andenkenläden zu stöbern, Galerien, Tempel oder Museen zu besuchen oder durch die schmalen Gassen des Old Quarter zu schlendern, wo uns in jeder Straße ein anderes Universum erwartet. Abends Transfer zum Flughafen. Rückflug nach Deutschland.

14. Tag (Sonntag) Rückflug

Morgens Ankunft in Frankfurt am Main. Individuelle Weiterfahrt in die Heimatorte.

Umstellungen und Änderungen im Detail sind möglich. Stand: 9. Mai 2017

Der Rückflug kann individuell auch später erfolgen. Sie können anschließend z.B. eine 2-tägige Fahrt zur Halong-Bucht unternehmen (mit Übernachtung auf einem Boot), die so genannte "trockene Halong-Bucht" bei Ninh Binh besuchen oder einen Badeurlaub auf der südvietnamesischen Insel Phú Quoc buchen. Näheres beim Veranstalter.