Wegen Fifa-Investorendeal: Kulturstaatsminister Weimer fordert Rücktritt von Infantino
Mit Wolfram Weimer fordert erstmals ein Mitglied der Bundesregierung den Rücktritt des Fifa-Chefs. Vom DFB erwartet er „aktiven Widerstand“.
Foto: Georg Wendt/dpa
dpa | Kultur- und Medienstaatsminister Wolfram Weimer fordert als erstes Mitglied der Bundesregierung den Rücktritt des Fußball-Weltverbandspräsidenten Gianni Infantino. „Infantino hat dem Weltfußball mit einem geplanten Ausverkauf der WM schwer geschadet“, sagte der parteilose 61-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. „Er hat das Vertrauen der europäischen Fußballcommunity verloren und sollte sich im kommenden Jahr nicht mehr zur Wiederwahl stellen.“
Infantino hatte versucht, Anteile an Turnieren des Weltverbandes an private Investoren zu verkaufen. Nach wenigen Tagen stoppte er diese Pläne unter großem Druck, vor allem von der Europäischen Fußball-Union Uefa.
„Stimme des DFB hat Gewicht“
„Fußball ist ein Kulturgut für alle und keine Spekulationsware für wenige“, sagte Weimer. „Die Uefa hat sich mit einer WM-Boykottdrohung eindeutig positioniert – das verdient Respekt und unsere Unterstützung.“
Vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) fordert Weimer „aktiven Widerstand“ gegen Infantino: „Der DFB ist mit seinen 24.000 Vereinen und acht Millionen Mitgliedern der größte Sportverband der Welt. Seine Stimme hat Gewicht.“ Ohne DFB, Uefa und den europäischen Fußball werde es keine Fußball-WM geben. Die Uefa hat ihre Boykottdrohung auch nach dem Aus des Investorendeals aufrechterhalten.
„Hinterzimmer-Methoden“
Weimer kritisiert auch „die Hinterzimmer-Methoden“, mit denen Infantino den Weltverband führe. So müsse aufgeklärt werden, wie es bei der Fußball-WM zur Aussetzung der Rotsperre für den US-Fußballer Folarin Balogun gekommen sei und ob ein Anruf des US-Präsidenten Donald Trump bei Infantino dabei eine Rolle gespielt habe.
„Clever-gierige Dealmaker“
„Der Fußball gehört allen, nicht einer Clique von clever-gierigen Dealmakern“, sagt Weimer. „Er ist keine niedrige Ware, sondern ein hoher Wert, ein demokratisches Gemein- und Kulturgut, das auf Offenheit, Mitmachen, Respekt und Fairness basiert. Teilhabe von allen gehört zur Integrität des Fußballs, nicht die Gewinne von Wenigen. Die Preise für Tickets und Fan-Trikots sind bereits jetzt zu hoch.“
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