Werbung für Grauhaar-Shampoo

Danke, Doktor Klenk!

Die Shampoo-Chemiker von Alpecin bewerben graue Haare als sexy – und machen damit sogar die Bildzeitung zu einem Lesevergnügen.

Danke dafür: Shampoowerbung auf der Seite 1 der „Bild“.  Bild: taz

Die Jungs und Mädels aus der Werbeabteilung von Alpecin müssen entweder furchtbar blöd sein oder unverschämt guten Humor haben. Für diesen Text wird einfach mal die zweite Hypothese verfolgt: Die Alpeciner sind großartige Witzeerzähler.

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Wie sonst käme man auf die Idee, den prominenten Seite-eins-Werbeplatz der Bild mit folgendem Anzeigentext (Überschrift: „Die SEXy Geheimnisse grauer Männer“) zu bespielen: „Ihr Muskelapparat ist es nicht. Sie sind auch keine Draufgänger, ihre Stärke sind Erfahrungen mit Frauen, ihre guten Manieren, ihr männliches Verständnis für unglückliche Seelen.

Woran erkennt frau (sic!) diesen Typ? Als Erstes an seinen grauen Haaren.“ Um die Haarpracht so richtig schön und gepflegt zu bekommen, sollte Mann zum PowerGrau-Shampoo greifen. Der graue Wolf als Versteher der unglücklichen Seelen (Frauen); als Mann, der keine Muckis braucht, sondern nur eine George-Clooney-Frisur, um bei allen zu landen. Das ist Satire in der Werbung. Ein viel zu selten bespieltes Feld.

Und wer glaubt, die Anzeige sei nur ein peinlicher Ausrutscher von Alpecin, dem sei gesagt: „In der Tat.“ Nein, Quatsch, das sagt nur immer dieser Dr. Klenk in der Fernsehwerbung, dann zieht er – mit Kittel im Alpecin-Labor stehend – auf seinem Laptop ein paar Kurven erst zusammen und dann auseinander, und beweist so, dass das Koffein im Alpecin-Shampoo dazu beiträgt, beim Haupthaar „die Wachstumsphasen wieder zu verlängern“.

Noch ein Beweis für Spitzenhumor? Die Marke aus dem Hause Dr. Kurt Wolff GmbH & Co. KG, die mit dem Werbespruch „Doping für die Haare“ wirbt, verpflichtete im Februar dieses Jahres den überführten und – na ja, teilweise – geständigen Jan Ullrich als Werbegesicht. Uns Ulle! Der einst die französischen Alpen hochgeklettert war und dann vom Fahrrad geschweißt werden musste, weil sein Blut mittlerweile so dick geworden war, dass er die Finger nicht mehr vom Lenker lösen konnte.

Das, liebe Alpeciner, ist ganz großer Humor. Danke, dass ihr damit die Seite eins der Bild etwas erträglicher macht.

 

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