Gegner der geplanten Flüchtlingswohnungen verweisen auf schlechte Erfahrungen mit der schon existierenden Unterkunft. Die aber gilt als Musterbeispiel.von Dominik Brück

Gilt als vorbildlich: Flüchtlingsunterkunft am Mattkamp. Bild: Jonas Walzberg
HAMBURG taz | Seit Wochen diskutiert Billstedt über die geplante Unterbringung von 60 Flüchtlingen und Wohnungslosen in einer alten Schule am Oststeinbeker Weg. Aufgrund gestiegener Flüchtlingszahlen benötigt die Stadt nämlich dringend zusätzliche Unterkünfte. In vielen Stadtteilen sollen daher neue, öffentlich geförderte Unterbringungen entstehen.
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Die Gegner der jetzt geplanten Unterkunft in Billstedt verweisen aber auf negative Erfahrungen mit der bisher einzigen Unterkunft für Flüchtlinge und Wohnungslose im Stadtteil, dem Pavillondorf am Mattkamp.
Dieses Dorf besteht seit fast 20 Jahren und beherbergt 360 Menschen aus über 30 Nationen. Sie leben in 16 Leichtbauhäusern. Je zwei Personen wohnen dort in einem der 15 Quadratmeter großen Zimmer; Familien teilen sich mehrere Zimmer. Auf einem Flur befinden sich sechs Zimmer, Waschräume und eine Gemeinschaftsküche.
Obwohl der Mattkamp ursprünglich als Provisorium eingerichtet wurde, wirkt alles sehr gepflegt, zumal die Häuser erst voriges Jahr renoviert wurden. „Natürlich wünschen wir uns oft, Einzelzimmer für besonders belastete Menschen zu haben. Doch das ist leider nur selten möglich“, sagt Regina Barthel vom öffentlichen Dienstleistungsunternehmen „fördern&wohnen“.
Das Unternehmen betreibt im Auftrag der Stadt rund 70 öffentlich geförderte Unterbringungen. Und trotz der sichtbar beengten Verhältnisse gilt der Mattkamp im Vergleich zu anderen Unterkünften als positives Beispiel.
„Ich spreche mich generell dafür aus, dass Menschen nur einen sehr begrenzten Zeitraum in öffentlichen Unterkünften leben sollen“, sagt Renate Hercher-Reis, Abgeordnete der Linken in der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte.
Der Weg aus der öffentlichen Unterbringung in normale Wohnverhältnisse ist aber schwer. 50 Menschen verlassen jedes Jahr den Mattkamp und beziehen eine eigene Wohnung. „Es fehlen bezahlbare Wohnungen“, sagt Regina Barthel.
Das sechsköpfige Team, das die Einrichtung betreut, engagiert sich sehr für die hier untergebrachten Menschen. Täglich sind die Mitarbeiter ansprechbar und stehen den Bewohnern bei Behördenangelegenheiten und Problemen des Alltags zur Seite. Auch die Vermittlung von Sprachkursen übernimmt das Team.
„Es ist wichtig, dass die Menschen aus der Einrichtung rauskommen und sich integrieren können“, sagt Beate Boch, die Leiterin des Mattkamp. „Die meisten kommen mit großen Erwartungen her und sind dann enttäuscht, dass sie nicht arbeiten dürfen“, sagt Boch weiter.
Beschwerden von Nachbarn über die Bewohner hört Beate Boch selten. Es gebe alltägliche Konflikte, aber besondere Zwischenfälle habe es lange nicht gegeben. Für den Oststeinbeker Weg wünscht sich das Team des Mattkamp mehr Verständnis von den Anwohnern. „Es ist doch auch in unserem Interesse und dem der BewohnerInnen, dass mehr Wohnungen entstehen“, sagt Beate Boch.
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Leserkommentare
19.03.2013 14:34 | gast
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