Politiker und Behörden weisen Vorwürfe aus der Türkei zurück, die Ermittlungen würden einseitig geführt. Das Außenamt in Ankara hatte sich besorgt gezeigtvon Daniel Bax

Blumenstrauß für die Opfer des Wohnungsbrands in Köln-Höhenberg. Bild: dpa
BERLIN taz | „Die türkische Regierung weiß, dass sie durch Angriffe auf Deutschland innenpolitisch Punkte sammeln kann“, kritisiert Memet Kilic, der integrationspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion im Bundestag, am Dienstag gegenüber der taz. „Hier wird ein Feindbild aufgebaut, und die türkeistämmigen Migranten hierzulande werden dafür instrumentalisiert.“
Ist Ihnen dieser Artikel etwas wert?
Kilic ärgert sich über den türkischen Vizepremier Bekir Bozdag. Der hatte am Montag geargwöhnt, bei dem Brand in einem überwiegend von Türken und Italienern bewohnten Haus in Köln hätten die deutschen Behörden zu schnell einen rechtsextremen Hintergrund ausgeschlossen. Der Kölner Oberstaatsanwalt Alf Willwacher wies den Vorwurf zurück. „Eine entsprechende Erklärung haben wir nie verbreitet.“ Die Ermittlungen gingen weiter „in alle Richtungen“. Die Kölner Feuerwehr hatte bei dem Brand im Stadtteil Höhenberg am Samstag mehrere Menschen gerettet, aber auch die Leichen eines 30-jährigen Mannes und einer 19-jährigen Frau geborgen. Die Ursache des Feuers ist bislang nicht bekannt.
„Man darf sich nicht wundern, wenn solche Vorwürfe aus der Türkei kommen“, findet dagegen die Linken-Abgeordnete Sevim Dagdelen. „Gerade was die Verfolgung rassistischer und fremdenfeindlicher Straftaten angeht, hat die deutsche Polizei und Justiz bisher nicht gerade den Eindruck hinterlassen, dass eine lückenlose Aufklärung und Verfolgung zu ihren obersten Prioritäten gehörten“, sagte sie der taz. Ähnlich äußerte sich der Sprecher des Koordinationsrats der Muslime (KRM), Aiman Mazyek. „Die muslimische Bevölkerung ist stark verunsichert“, sagte er. Die Politik müsse diese Ängste viel ernster nehmen.
Das türkische Außenministerium in Ankara äußerte sich am Dienstag besorgt über einen angeblichen „Anstieg derartiger Brandfälle in Deutschland“. Am Osterwochenende kam es in Deutschland noch zu weiteren Hausbränden: In Flensburg kam dabei eine Frau ums Leben, in Luckenwalde starb in der Nacht zu Dienstag ein 46-jähriger Mann. In Hamburg dagegen konnte die Feuerwehr am Sonntagabend drei Menschen aus einem brennenden Haus retten.
Rund 188.000 Brände und Explosionen gebe es jedes Jahr in Deutschland, sagte Silvia Darmstädter, Pressesprecherin des Deutschen Feuerwehrverbands, der taz. Im Jahr 2010 seien 373 Menschen bei Bränden ums Leben gekommen, davon 328 in ihrer privaten Wohnung.
Naja, einen rechtsextremen Hintergrund schließen die deutschen Behörden IMMER aus. Kein Wunder, dass das streng riecht. ...
Ich drücke mit euch die Daumen: Hoffentlich hat der Brand einen rechtsradikalen, rassistischen Hintergrund. Nach dem Mord i ...
"Gerade was die Verfolgung rassistischer und fremdenfeindlicher Straftaten angeht, hat die deutsche Polizei und Justiz bish ...
Einschnitte im Sozialhaushalt und bei Staatsgehältern: Geht nicht, sagen die Verfassungsrichter. Die Regierung weiss nun nicht, wie sie die Troika-Auflagen erfüllen soll.

Von Stierhörnern in Stierkämpfern, Zombies und menschlichen Engeln. Unsere Bilder der Woche.

Das Handy hat Geburtstag: Eine kurze Geschichte der ebenso erfolgreichen wie nervtötenden Erfindung.

Was der nordkoreanische Führerkult mit Raketen und Rammlern aus Brandenburg zu tun hat.

Schnee verpiss dich, keiner vermisst dich. Der Frühling muss kommen. Jetzt, sofort. Hau rein, Lenz!


Für alle, die mitreden wollen
Der lange Abschied vom Wachstum, Kriminalität ohne Grenzen, der Kampf um die richtige Landwirtschaft, Sozialpolitik gegen den sozialen Fortschritt, die überfällige Reform der UN: Der neue Atlas der Globalisierung von Le Monde diplomatique veranschaulicht auf 176 Seiten und in über 150 neuen Karten und Infografiken in welchem Tempo die Globalisierung voranschreitet und die Welt verändert.