• 10.09.2012

Zukunft der Paralympics

Kein blödes Glotzen mehr

Viele Behinderte gewinnen mit den Sportspielen von London neues Selbstbewusstsein. Sie hoffen auch auf mehr Akzeptanz in den Sportclubs.von Daniel Zylberzstajn

  • 11.09.2012 10:26 Uhr

    von Rollimops:

    Nicht nur, dass ich meiner/meinem VorrednerIn recht gebe, mir fehlt auch das Wort Menschen im Artikel. Wir sind Menschen mit Behinderung(en). Uns auf "die Behinderten" zu reduzieren, führt genau zu den Diskriminirungen, die wir fast täglich erleben, nämlich uns nur defizitär wahrzunehmen und uns auch nichts zuzutrauen. Auch tut das "die Behinderten" so, als wären wir eine homogene Gruppe. Diese Sichtweise ist ebenso falsch. Richtig dagegen es gibt zig verschiedene Behinderungsarten und jeder Mensch hat einen anderen Bedarf, weil er nicht nur in einer anderen Art Behindert ist, sondern auch von der eigenen Sozialisazion und vom Umfeld her anders eingeschränkt ist. Ein Mensch mit Behinderugen hat in Grossbritannien ganz andere Möglichkeiten, als in einem Schwellenland. Richtig ist auch, mein Menschsein macht mehr aus, als die Summe meiner Einschränkungen. In meinem Fall sind das in erster Linie mein Menschsein, mein Frausein, meine Bildung, meine Befähigungen etc..
    Darüber hinaus verstehe ich als Rollstuhlnutzerin meinen Rollstuhl nicht als etwas, an das ich grausamerweise gebunden bin, sondern als Freiheit. Ich wünsche mir von JournalistInnen einen Paradigmenwechsel weg vom defizitären Blick und Sprachgebrauch.

  • 10.09.2012 21:14 Uhr

    von dst:

    Ihr Artikel diskutiert Akzeptanz für Behinderte - gute Absicht - , und Sie schaffen es, anstelle des oft unbewusst verwendeten "an den Rollstuhl gefesselt" entweder ganz bewusst "an den Rollstuhl gebunden" zu schreiben oder einfach "wheelchair bound" blöd zu übersetzen?
    Verzeihung, aber dieses sprachliche Schleifen, mit dem Sie hier jemanden an den Rollstuhl binden, dass ist genau das "blöde Glotzen", was Sie implizit kritisieren. Jemand sitzt nach einem Ereignis im Rollstuhl, jemand kommt mit einer Behinderung zur Welt. Niemand ist gefesselt, niemand ist gebunden. Das ist eines der ganz wenigen No-Gos des Berichtens über Behinderte, und es ist ein klares Indiz, dass man im Kopf bei allem guten Willen im diskriminierenden Sinne über Behinderung denkt: Der Rollstuhl ist für einen Rollstuhlfahrer ein Mittel zum Zweck, mobiler zu werden, als es der Körper selbst erlaubt. Ganz große und wirklich wohlwollende Bitte: Zu so einem Thema können Sie nur seriöse Diskussionsanstöße liefern, wenn Sie sprachliche Barrieren abbauen - empfehle ich Ihnen als Nichtbehinderter, der im paralympischen Sport genau das gelernt hat...

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