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»Zur Zeit der Verleumder« Eine ideologiekritische Intervention gegen die Instrumentalisierung von Juden, Judentum und der jüdischen Katastrophe

Der Rechtstrend in der westlichen Welt hat bizarre Erscheinungsformen. Linke werden als »Nazis«,
jüdische Antifaschisten als »Verräter« diffamiert. Bereits Anfang der 1980er-Jahre klagte der Dichter Erich Fried die Stigmatisierung jüdischer Linker an. Seine von den ersten Verwerfungen des neoliberal radikalisierten Kapitalismus geprägte Gegenwart beschrieb er als »Zeit der Verleumder«.
Mittlerweile sind die wüsten Polemiken zu einem Komplex aus Rufmordkampagnen und Sanktionen ausgewachsen, die aus den etablierten Parteien plus AfD wie von »Antideutschen« initiiert und von den hegemonialen Medien propagiert werden. Die jüngst von der Bundesregierung angenommene Antisemitismus-Definition, mit der so gut wie jede Kritik an Israel, sogar an »nicht-jüdischen Einzelpersonen und/oder deren Eigentum« als Judenhass gebrandmarkt werden kann, zielt vor allem auf eine Kriminalisierung jüdischer Marxisten und anderer Antikapitalisten. 
Die Mehrheit der deutschen Linken schweigt zu der Inflationierung des Antisemitismusvorwurfs – nicht wenige beteiligen sich sogar daran. Dieser Verrat an Emanzipation und Aufklärung ist besonders verstörend, weil mit ihm ein Eliten- und Westliche-Welt-Chauvinismus, die Affirmation deutschen Großmachtstrebens, eine vergangenheitspolitische Regression und nicht zuletzt die Auflösung der Errungenschaften des Historischen Materialismus einhergeht.
Das 2017 gegründete Projekt Kritische Aufklärung wird diesen Niedergang auf einer ideologiekritischen Konferenz mit Vorträgen und anderen Beiträgen von Wissenschaftlern, Künstlern, Journalisten und Aktivisten analysieren und Gegenstrategien diskutieren.