|
Die Postkarte zum Straßenkampf gibts im tazshop |
|
7. März 1940
Als vierter Sohn eines Postbeamten und einer Hausfrau aus Schönefeld bei
Luckenwalde geboren. Wächst in der DDR in enger Bindung zur gläubigen
Mutter auf.
1957
Dutschke redet in der Luckenwalder Oberschule gegen Eintritt in die NVA
und für die Wiedervereinigung. Folge: darf in der DDR nicht studieren.
1961
Wechsel in den Westen, Soziologiestudium an der Freien Universität Berlin.
1963
Mitarbeit bei der "Subversiven Aktion", die 1964 im SDS (Sozialistischer
Deutscher Studentenbund) aufgeht. Nie Asta-Mitglied oder
Studentenfunktionär.
23. März 1966
Heiratet die US-Amerikanerin Gretchen Dutschke, geb. Klotz. Kinder:
Hosea Che, Polly Nicola und Rudi-Marek (nach Dutschkes Tod geboren).
Ab November 1966
Zunehmend im Fokus der Öffentlichkeit. Das verstärkt sich nach dem
Schah-Besuch in Berlin und der Erschießung des Studenten Benno Ohnesorg
am 2. Juni 1967.
1967
Entwicklung zum führenden Kopf des »antiautoritären Lagers« innerhalb
des SDS. Hohe Außenwahrnehmung, da Dutschke bewusst die Öffentlichkeit
sucht.
17.-18. Februar 1968
Internationaler Vietnam-Kongress in West-Berlin. Dutschke ruft die
Weltrevolution« aus.
11. April 1968
Opfer eines Attentats auf dem Berliner Ku'damm. Dutschke bekommt drei
Kugeln in den Kopf - und überlebt.
23. Februar 1970
Attentäter Josef Bachmann tötet sich selbst im Gefängnis. Er war zu
sieben Jahren Haft verurteilt worden.
1971
Nach langem Krankenlager Wiederaufnahme des Soziologiestudiums in
London. Im Frühjahr wegen "subversiver Tätigkeit" ausgewiesen.
1971
Asyl in Dänemark. Lehrauftrag am Institut für Geistesgeschichte an der
dänischen Universität Aarhus. Lebt dort mit Frau und Kindern (hier mit
Hosea Che) in einer WG.
1974
»Versuch, Lenin auf die Füße zu stellen« erscheint als Buch. Es ist eine
popularisierte Form seiner Dissertation über den ungarischen Marxisten
Georg Lukács. Zuvor Promotion an der FU Berlin zum Dr. phil.
1974
Gegenkritik: »Ein Teil des 68er-Milieus hatte Sesshaftigkeit ins Auge
gefasst: Das Kopfschütteln über Dutschkes Parole am Grab eines
RAF-Gefangenen war nur der unausweichliche Reflex« (Lutz Taufer,
Ex-RAF-Mitglied).
1977
Am Grab des Philosophen Ernst Bloch: Exkurs über den von der RAF
exekutierten »Hohen Bankspekulanten« Jürgen Ponto, der selbst die
linksliberale Öffentlichkeit empört.
Ab Mitte der 70er
Ökologie wird wichtig. Dutschke lernt ökologisch sprechen und denken.
Herbst 1979
Polizeiliche Anmeldung in Bremen, Arbeit bei den Bremer Grünen.
Landtagswahl: Grüne erstmals über 5 Prozent.
Oktober 1979
Rudi Dutschke besucht eine Pressekonferenz des chinesischen Parteichefs
Hua Guofeng und Kanzler Schmidt - mit einer Presseakkreditierung der
taz. Ihm wird das Wort verweigert. Ordner zerren ihn aus dem Saal.
24. Dezember 1979
Nach einem epileptischen Anfall Tod in der Badewanne. Zu Hause in Aarhus.
© taz Entwicklungs GmbH & Co. Medien KG, Vervielfältigung nur mit Genehmigung des taz Verlags