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Spiegel immer noch ein besonders Blatt ist. Und das ist das eigentlich Verwunderliche: dass der Spiegel den Menschen trotz Austs Wirken nicht völlig egal geworden ist - schließlich war er es Aust zuletzt ja auch.]]>
Spiegel zuletzt so, und die Geschichten, die man aus der Redaktion hörte, verstärkten den Eindruck. Im Grunde, so hieß es, interessiere sich Aust nur noch für eine Freundschaft zum FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher und seine Pferde, von denen er unlängst einen rassigen Renner für eine sechsstellige Summe verkauft hat. Gern würde er auch für die ARD RAF-Dokus basteln. ]]>
Spiegel viel zu oft so, als säße der Chefredakteur irgendwo in Stade im Pferdestall oder so tief in die Ledersitze eines VW-Touareg oder Porsche 911 versunken, dass man kaum noch rausschauen kann. Mal erklärte das Nachrichtenmagazin auf dem Titel Hamburg zur coolsten Stadt der Welt, dann entdeckte er "Second Life" oder pries die Klimakatastrophe als touristischen Heilsbringer für Sibirien. Die Stromindustrie wurde quasi jede Woche anders bewertet: Mal klarsichtig als oligarchische Krake, dann wieder als letzter Hort der Vernunft in Zeiten der Klimahysterie. Einem ernsten Thema wie dem Erbe der 68er konnte sich der intellektuell ausgehöhlte Spiegel zuletzt nur noch in Herrenwitz-Manier nähern: "Es war nicht alles schlecht", lautet die Zeile vor wenigen Wochen, dazu stellte man eine schlechte Karikatur von Reiner Langhans. Das sah schon alles mehr nach Eulenspiegel als nach Spiegel aus.]]>
Spiegel-Chefs, danach wurde er irgendwie lustlos. Zumal es auch nicht klappte, Joschka Fischer zu stürzen.]]>
Spiegel brauche eine "neue, frische Kraft" - diesen Satz hat sich der Sprecher der Mitarbeiter-KG, Armin Mahler, nun abgerungen - und diese Hellsichtigkeit hätte man sich schon vor Jahren gewünscht, oder zumindest zu der Zeit, als Aust mit Gabor Steingart und Matthias Matussek zwei restaurative Großkaliber an entscheidenden Stellen installierte: Den einen ließ er das Berliner Parlamentsbüro von jeglicher Widerrede gegen einen neoliberalen Kurs und die internen Hierarchien befreien - dem anderen gestattete er, ausgerechnet im Feuilleton einen Hosenträger-Journalismus zu kultivieren, der den Aufbau des Berliner Stadtschlosses als Vision feiert und sich mit seiner Pop-Journalisten-WG Gedanken darüber macht, ob die Volksseele nicht leidet, wenn auf deutschen Bühnen zu viel Kunstblut vergossen wird.]]>
Spiegel immer noch irgendwie fast jede Woche über die Auflagenmillion, aber seine inhaltliche Relevanz hat er längst verloren. Und das liegt auch an ihm selbst. Der Spiegel hat in einer immer ausdifferenzierteren Gesellschaft, in der etliche Lebensstile nebeneinander existieren, unbeirrbar ein zu großes Raster angelegt und immer neue Trends ausgerufen, die in Wahrheit nicht nur haarscharf an der Realität vorbeigingen. Der Kampf gegen die Windkraft, das Gerede vom "neuen Bürgertum", der nicht nachlassende Furor gehen die politischen Gutmenschen, die es in der Zahl, wie sie der Spiegel bekämpft, ja nie gegeben hat - wen interessierte das denn noch? Was hatte das mit der Realität außerhalb des Restaurant Borchardt zu tun, in dessen Sesseln Aust, Schirrmacher und Springer-Chef Mathias Döpfner einst den Sturm auf die Rechtschreibreform planten. Dass sich Aust in dieser Situation zum Büttel von Bild-Chef Kai Diekmann und dem Springer-Verlag hat machen lassen, ist eigentlich der größte Sündenfall in seiner Spiegel-Karriere. Mit dieser Männerbündelei, die sich um eine eigenständige publizistische Haltung nicht mehr scherte, hat er dem Ansehen des Blattes nachhaltig geschadet.]]>
Focus nur panische Antworten fand. Aust galt ihnen als Mann des Privatfernsehens, der nun gedrucktes Fernsehen machen würde - aber letztlich schaffte er es, den Spiegel aus dem Auflagentief zu holen - mit seinen geliebten Agentengeschichten wie der über den Plutoniumschmuggel oder Schnurren über die "Letzten Tage im Führerbunker". ]]>
Spiegel, was viele Enthüllungsreporter, die sich eine eigene Meinung anmaßten, zu anderen Blättern trieb. Die Skandale entdeckten fortan andere.]]>
Spiegel ein geschwätziges Blatt geworden sei, begegnete die eingeschüchterte Redaktion, als sei das eine Majestätsbeleidigung. ]]>
Spiegel noch andere Blätter aus dem Haus geben könne - was beim Spiegel immer kritisch ist, weil sich die Mitarbeiter, denen 50,5 Prozent des Ladens gehören, immer so auf die jährliche Gewinnausschüttung freuen und daher wenig investieren wollen. Zuletzt soll die Sprachlosigkeit zwischen Aust und Frank so groß gewesen sein, dass sie bis in die Redaktionsstuben hineindröhnte. ]]>
Spiegel-Chef nicht schickt, in einem Beirat der Telekom zu sitzen. Oder mit dem Springer-Verlag Geschäfte zu machen. Und der, in dieser Hinsicht vielen Politikern nicht unähnlich, einfach nicht gehen mochte - und so lange gewartet hat, bis man ihm den Stuhl vor die Tür setzt. ]]>
Spiegel zu den gesellschaftlichen Realitäten wieder zu verringern. ]]>
Spiegel ist nicht hinterhergekommen.]]>
Konkret und den St. Pauli-Nachrichten. In dieser Zeit knüpfte er persönliche Kontakte zur ersten Generation deutscher Linksterroristen. Von 1972 bis 1986 produzierte er viel beachtete Beiträge für das NDR-Politmagazin "Panorama". 1985 veröffentlichte er seinen RAF-Bestseller "Der Baader-Meinhof-Komplex", 1988 verhalf er der Sendung "Spiegel-TV" zu einem erfolgreichen Start - und erweiterte das Format zu einem kleinen Imperium mit Ablegern bei Vox, Sat.1 und RTL. Aus der Führungskrise beim Spiegel 1994 konnte sich Aust - als Wunschkandidat des Herausgebers Rudolf Augstein - anstelle des entlassenen Hans Werner Kilz als Chefredakteur durchsetzen. 2004 wurde sein Vertrag bis Ende 2008 verlängert. Am Donnerstag entschied die Mitarbeiter KG des Spiegel, von der Option auf eine Verlängerung um weitere zwei Jahre Abstand zu nehmen. FRA]]>