KOLUMNE VON JAN FEDDERSEN
Jan Feddersen ist taz-Redakteur. Foto: taz
with a little help from their parents, leisten könnten. Ist das okay, dass, mit dieser Urbanisierung, besser: Entghettoisierung, nun Ökoläden Platz greifen, Goldschmieden und Künstlercafés? Natürlich, muss man sagen, denn, um Michael Rutschky zu paraphrasieren, die Schwabisierung des Prenzlauer Bergs mag bei Menschen, die Ureinwohnerhaftigkeit schätzen, einen gewissen Ekel wecken, aber sicher hat diese Lage in Ostberlin heftig dazu beigetragen, die frühere Hauptstadt der DDR aufzuhübschen - ihr ein ökofarbiges Image zu verpassen. Ist doch nett, in freundlichen Cafés zu sitzen, in nette Clubs zu gehen - das ist dann nicht mehr die gastronomische Kultur jener, die Konstantin Wecker in seinem Lied "Willy" skizzierte, die stinkenden Bierschwemmen mit den edlen proletarischen Wilden, aber man hat eine gediegene Friedlichkeit um sich, die nur nicht schätzt, wer sich nach jugendlichem Rock n Roll zurücksehnt. ]]>