: Gesetz des Dschungels
■ Erklärung von Alexander Solschenizyn
Am 8. April 1999 erklärte der russische Schriftsteller und Nobelpreisträger Alexander Solschenizyn gegenüber der Nachrichtenagentur Tass, er unterschreibe das Manifest „Die Europäer wollen Frieden!“ Damit verlieh er dem internationalen Komitee „Non à la guerre“ seine Unterstützung. Er hat dazu eine eigene Zusatzerklärung verbreitet, die – übersetzt – im folgenden dokumentiert wird.
„Nachdem sie die Vereinten Nationen auf den Müll geschmissen und ihre Charta mit Füßen getreten hat, proklamiert die Nato der Welt für das kommende Jahrhundert ein altes Gesetz – das des Dschungels: Der Stärkere hat immer recht. Übertreffe den von dir verurteilten Gegner in der Gewalt – und sei es hundertfach –, wenn deine Hochtechnologie es zuläßt. Und in dieser Welt lädt man uns nunmehr ein, zu leben.
Unter den Augen der Menschheit ist man dabei, ein großartiges europäisches Land zu zerstören, und die zivilisierten Regierungen applaudieren. Wenn die Menschen in Verzweiflung die Schutzräume verlassen und Menschenketten bilden, um unter Einsatz ihres Lebens die Donaubrücken zu retten, ist das nicht der hohen Taten der Antike würdig? Ich sehe nicht, was Clinton, Blair und Solana morgen davon abhalten könnte, sie bis zum letzten Mann auszulöschen, mit Feuer und Wasser.“
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