: „Protest ist völlig egal“
Mahnwache in der City anlässlich der China-Wochen: Menschenrechtsverletzungen werden „tabuisiert“
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), die Tibet Initiative Deutschland e. V. (TID) und Falun Gong-Praktizierende haben gestern vormittag auf der Reesendammbrücke am Rathaus eine Mahnwache abgehalten. Sie protestierten dagegen, dass bei den offiziellen China-Wochen in Hamburg die Menschenrechtsverletzungen in dem fernöstlichen Land „tabuisiert“ werden. Zeitgleich stellten Bürgermeister Ole von Beust (CDU) und der chinesische Generalkonsul Chen Jianfu im Rathaus das Programm der Wochen vor.
„Wer Menschenrechtsfragen ausgrenzt, wird nicht nur dem Alltag der Chinesen nicht gerecht“, so die GfbV, „er unterstützt damit auch indirekt eine unmenschliche Diktatur. Von Beust kommentierte auf Nachfrage: „Der Protest ist völlig egal.“ Die Veranstaltungsreihe sei kein „closed shop“ gewesen, „es ist nur von niemandem eine Veranstaltung zu diesem Thema eingereicht worden“. Diese Behauptung möchte die GAL-Fraktion nun überprüfen. Auch sie kritisiert das Fehlen „jeglichen kritischen Bezuges“.
Die China-Wochen, die kommenden Dienstag offiziell eröffnet werden, sollen dazu dienen, die Beziehungen in den Bereichen Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft zu vertiefen. bg
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen