taz-Gebrauchsanweisung
So vertreiben Sie die Heuschrecken
Nach drei Jahren auf dem deutschen Medienmarkt hat David Montgomery kapituliert und verkauft "Berliner Zeitung" und "Hamburger Morgenpost". Die taz zeigt, wie man Heuschrecken los wird.von S.grimberg & K. Raab
Leserkommentare
20.01.2009 10:24 Uhr
von S. Beuting:
Informativer Gehalt und gute Unterhaltung müssen sich nicht ausschließen.
Ich habe den Artikel wirklich genossen. Großes Lob.
Grüße,
S.B.
14.01.2009 11:06 Uhr
von Sonntag:
Danke! Wunderbar, und sehr wohltuend diese Auflistung, die ein wunderbares Mittel gegen den selbstlähmenden Pessimismus ist, der einen derzeit befallen kann. Wenn möglich: Mehr davon!
14.01.2009 07:31 Uhr
von Sabrina Schmidt:
Sehr schöne Gebrauchsanweisung.. Liest sich wirklich gut! Dass sich andere Medienhäuser von der Arbeit der Taz ne gehörige Portion abgucken können war mit schon immer klar, ihr Konzept ist einfach dem eines unabhängigen, freien Journalismus wirklich würdig! Klar geht es auch ums Geld verdienen, aber die Zeitung an sich ist es um die es eben primär gehen sollte. Das brinen sie in ihrer Gebrauchsanweisung schön auf den Punkt.
13.01.2009 19:13 Uhr
von Christoph Assheuer :
Nicht zur Veröffentlichung als Leserbrief, nur als Empfehlung an die Redaktion:
Die Berliner Zeitung war vor dem Einstieg von David eine Zeitung, deren Kommentarspalten wirklich lesbar waren, auch der Rest war so schlecht nicht.
Eine andere Heuschrecke verdient nun umso mehr Eure Aufmerksamkeit: Nämlich die Käufer der größten, ehemals landeigenen GSW(ca.70.000 Wohnungen) die ein paar Meter weiter von der TAZ mit ihrer Verwaltungszentrale residiert(und die Rudi-Dutschke Str. in Nachfolge der Kochstr. als Addresse vermeidet, sie haben den Nebenausgang Charlottenstr. dafür genommen).
Die GSW ist eine der schlechtesten Vermieter, die man sich vorstellen kann. Als Mieter einer GSW-Wohnung zum Beispiel konnte ich feststellen, dass diese Vermieter 30 Jahre nicht
bemerkt hatten, dass eine dicke Birke aus der Mauer ihres Besitzes bzw. Mietshauses wuchs und immer mehr die Bausubstanz bedrohte (wir haben uns dann erfolgreich dagegen gewehrt, die 900 Euro für die Abholz-aktion zu zahlen).
Die GSW renoviert auch grundsätzlich ihre Häuser kaum, z.B. durchlässige Fenster oder alte Bleileitungen.
Jedenfalls gäbe eine Recherche u.a. bei alten Mietern (z.B. hier in der Köpenicker Str.189 und 191 etc), aber besonders bei dem Heuschreckenverein doch bestimmt einiges her.
Vorher-nachher. Und wies um die neuen Eigentümer eigentlich finanziell steht, und wie die alte Verwaltung ausgedünnt wurde.
Ich hatte den Namen der Heuschrecke vergessen, Kobra, nein, Zyklop, nein - Cerberus wars
mit freundlichen Grüßen C.A.
aus Archiv:
"Im Dezember 2003 beschloss der Senat auf einer Klausursitzung, einen neuen Anlauf zum Verkauf der Wohnungsbaugesellschaft GSW zu unternehmen - am Dienstag erhielt das Konsortium um die US-Investmentgesellschaft Cerberus den Zuschlag. Zwar zahlt das Konsortium nur 405 Millionen Euro, doch übernimmt es auch die Schulden der GSW von 1,7 Milliarden Euro. Bezogen auf den Gesamtpreis von 2,1 Milliarden Euro zahlt das Konsortium um die US-Investmentgesellschaft Cerberus für jede GSW-Wohnung einen Preis von rund 32 300 Euro. Was für eine durchschnittlich etwa 65 Quadratmeter große Wohnung nicht nach einem hohen Betrag aussieht, gilt in der Branche durchaus als marktgerecht. Schließlich befinden sich viele der GSW-Wohnungen in Hochhaussiedlungen wie an der Heerstraße in Spandau oder an der Thermometersiedlung in Lichterfelde-Süd. Da müssen Abschläge in Kauf genommen werden."