Die Startheoretiker der Rebellion, das Duo Antonio Negri/ Michael Hardt schlagen wieder zu. In „Demokratie - Wofür wir kämpfen“ geht es ums Ganze.von Jan Feddersen

Hoffnung für die Demokratie? Bild: dpa
Beide sind für linke und linksradikale Kräfte aus dem Kultur- und studentoiden Milieu seit vielen Jahren die wichtigsten Stichwortgeber - ihre, gemessen an Karl Marx, apokryphen Schriften zur grundsätzlichen Gesellschafts- und Staatsveränderung, also zur Hoffnung in und für die Revolution, genießen Auflagen in Höhen, von denen gewöhnlich-bürgerliche Buchclubs oft nur träumen können.
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Wer in den neunzigern und nuller Jahren seinen Negri, seinen Hardt nicht las, hatte nicht verdient, als gleichwertiger Rebell unter dem Himmel aller Volxbühnen der Republik ernstgenommen zu werden. Jetzt haben beide ein kleines Vademecum, ein Brevier des Aktuellen geschrieben. Es geht um Demokratie, um die Notwendigkeit, alle schlechten Verhältnisse zu suspendieren. Hardt und Negri schreiben auf wenigen Seiten sehr kompakt über Repression, Herrschaft (schlechte, weil seitens der Linken nicht innehabend), über Occupy und darüber, dass das, was es selbst in den westlichen Industrie- und Zivilisationsländern gibt, nicht als Demokratie begriffen werden darf.
Ja, es fehlt überall an Demokratie - was Hardt und Negri allerdings nicht weiter begründen. Aber das dürfen sie ohnehin nicht, denn würden die theoretischen (und womöglich heilsgeschichtswissenschaftlichen) Wurzeln ihrer Sätze offenbar, erkennte man womöglich, dass sie luftig argumentieren, um nicht zu sagen: fragebedürftig.
Michael Hardt, ein freundlicher, sehr sympathischer Mann aus den USA, ist momentan auf Europatournee mit seinem Buch - und auch auf der Leipziger Buchmesse am Stand des taz.studios.
Michael Hardt/Antonio Negri: „Demokratie - Wofür wir kämpfen“. Campus Verlag, Frankfurt am Main 2013, 130 Seiten, 12,90 Euro.
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