23. - 31. Mai 2015 (nur noch wenige Plätze)

Bosnien und Herzegowina

Reiseleitung: Erich Rathfelder in Kooperation mit Amela Maldosevic

„Stari most“ – die alte Brücke ist das Wahrzeichen von Mostar   Bild: Archiv

Sarajevo - Mostar - Prijedor - Jajce - Banja Luka - Visegrad

Diese Reise hat bereits mehrere Male mit verschiedenen Routen stattgefunden. 2015 fahren wir von Sarajevo nach Mostar, das noch vom bosniakisch-kroatischen Konflikt geprägt ist, dann über Prijedor, wo Überlebende des Massakers von 1992 uns vom Zusammenleben mit den Serben heute berichten, nach Jajce und Banja Luka.

PROGRAMM

PREISE UND LEISTUNGEN

LITERATUR ZUM EINLESEN

 

PREIS: 1.480 € (DZ/HP/ohne Anreise)

VERANSTALTER: Reise-Zeichen, Göttingen, Tel: 0551 - 3893 2596, susanne.hoppe@reise-zeichen.de

 

Die Reise kann nur beim Veranstalter gebucht werden.

Über Travnik geht es zurück nach Sarajevo, wo wir noch zwei Tage bleiben, Gespräche auch mit internationalen Beobachtern führen, Projekte besuchen und einen Ausflug nach Visegrad unternehmen.

Erich Rathfelder, taz- Korrepondent auf dem Balkan seit 1991, lebt  in Sarajevo

Amela Maldosevic, Historikerin aus Sarajevo

Wie immer bei dieser taz-Reise werden wir mit politischen Akteuren, Funktionsträgern und Projekten der Zivilgesellschaft zusammen treffen, doch dabei auch die herrliche Landschaft, gutes Essen sowie den Wein der Region genießen.

Gleich zu Beginn werden Sie das Flair von Sarajevo erleben können. Und dabei einige interessante Persönlichkeiten der Zivilgesellschaft, u.a. einen Stadthistoriker, kennenlernen.

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Die Altstadt von Sarajevo  Bild: Archiv

Geschichtsträchtiges Sarajevo

Sarajevo gehört zu den magischen Städten in Europa. Obwohl eigentlich an der Peripherie gelegen, hat die Stadt im letzten Jahrhundert zwei Mal die europäische Geschichte nachhaltig beeinflusst. 1914 als serbische Extremisten den Thronfolger des Habsburgerreiches ermordeten, was zum Anlass für den I. Weltkrieg werden sollte. Und 1992 als die über dreieinhalb Jahre von serbischen Truppen belagerte Stadt trotz großer Opfer dem Angriff standhielt.

Viele haben Sarajevo damals mit dem belagerten Madrid 1936 verglichen, nur blieben die internationalen Brigaden zur Verteidigung der Stadt aus. Dafür kamen UN-Truppen, die zur Enttäuschung der Einwohner lediglich die humanitäre Hilfe in die Stadt bringen durften.

Der Krieg hat Fakten geschaffen. Das einstmals multikulturelle, multireligiöse Bosnien wurde in seiner Identität schwer erschüttert, die sogenannten „ethnischen Säuberungen“ haben Gräben zwischen den Bevölkerungsgruppen der Bosniaken (Muslime), der Serben (Orthodoxe) und der Kroaten (Katholiken) aufgeworfen, die einstmals vor dem Einmarsch der Nazis 1941 in Sarajevo dominierenden Juden sind nach dem letzten Krieg auf 800 Menschen geschrumpft.

Ein Blick über die bosnische Hauptstadt Sarajevo  Bild: Archiv

Im Kontakt mit der aktuellen politischen Dynamik

Doch Bosnien und Herzegowina und vor allem die Hauptstadt Sarajevo ziehen in den letzten Jahren immer mehr Besucher an. Und die meisten waren über den Wiederaufbau der Stadt, über den Flair und die offene, tolerante Atmosphäre überrascht.

Nach wie vor werden die Konflikte von Nationalisten in allen drei Bevölkerungsgruppen geschürt. Doch nach wie vor gibt es auch das Bosnien der Toleranz und des geordneten Mit- und Nebeneinanders. Städte wie Sarajevo stehen für diese Tradition. Junge Leute wollen eine Perspektive im eigenen Land erreichen, wollen die Dinge verändern, die Mehrheit der Bevölkerung will vor allem eines: Frieden, eine wirtschaftliche Entwicklung und langfristig die Aufnahme in die Europäische Union.

Die spannende Frage, wie ein Land, das durch einen der grausamsten Kriege des letzten Jahrzehnts gegangen ist, eine demokratische Normalität entwickeln kann, wird auch auf dieser Reise nicht vollständig beantwortet werden. Aber Sie werden den Stand der Dinge vor allem bei Gesprächen mit Überlebenden des Massakers von 1992 in Prijedor konkret erfahren können. Und damit Einsichten gewinnen, die auch für andere Konfliktherde der Welt von Bedeutung sind.

„Stecak“ heißt der charakteristische altbosnische Grabstein – was in etwa „Schlafender“ bedeutet  Bild: Amela Maldosevic

Die Reise wird vom langjährigen taz-Korrespondenten vor Ort, Erich Rathfelder, und der Kunsthistorikerin Amela Maldosevic organisiert und begleitet. Seit 1991 hat Erich Rathfelder die Kriege und den Friedensprozess auf dem Balkan durchlebt und beschrieben – und kennt das Land wie kaum ein anderer.