4. - 13. Oktober 2013 (fällt aus)

Libanon

Reiseleiterin Larissa Bender.

Römische Tempelruinen in Baalbek in der Bekaa-Ebene.  Bild: Franziska Ziegler

Beirut – Bscharré – Zedernpass – Baalbek – Beiteddin – Sidon – Wardaniye

Kooperationspartner dieser Reise: medico international

Im Libanon erleben Sie den Nahen Osten auf engstem Raum: er hat eine siebentausendjährige Zivilisationsgeschichte, von den Phöniziern über die Römer bis zu den Osmanen und in den letzten Jahrhunderten auch italienische und französische Einflüsse. Der Libanon war immer - wie auch andere Länder in der Region - eine Drehscheibe für Völker, Religionen und Kulturen.

PROGRAMM

PREISE UND LEISTUNGEN

LITERATUR ZUM EINLESEN

 

PREIS: 1.890 Euro (DZ/HP/Flug)

VERANSTALTER: via cultus Studienreisen, Stutensee,

Tel. 0721 - 9684 773,

info@via-cultus.de

Die Reise kann nur beim Veranstalter gebucht werden

Ihre Spuren werden Sie bei der Reise in Ausgrabungen, römischen Tempeln, frühchristlichen Kirchen und Kreuzritterburgen wiederfinden. Und Beirut ist sicher die am stärksten westlich geprägte Hauptstadt der arabischen Welt mit einer breiten ethnischen und konfessionellen Vielfalt seiner Bewohner, auch für arabische Besucher ein attraktives Ziel.

Larissa Bender, freie Journalistin und Übersetzerin für Arabisch

 

Der Libanon bietet aber auch Einzigartiges: landschaftlich das 3000 Meter hohe Libanongebirge mit seinen berühmten Zedern in Sichtweite zum Mittelmeer, politisch einen Staat und eine Gesellschaft, die beide aufgrund ihrer sehr spezifischen Geschichte nach konfessionellen Linien fragmentiert sind. Dies muss immer wieder neu verhandelt werden.

Ein Blick in den BeitEddin-Palast.  Bild: Franziska Ziegler

Bei der Reise werden Sie mehrfach die Folgen und Problemen der konfessionellen Fragmentierung von Politik und Gesellschaft kennen lernen – und die zivilgesellschaftliche Kräfte, die sich dagegen stemmen, genauso wie gegen patriarchalische Sitten und Strukturen.

Die Region wird seit Jahrhunderten von Menschen verschiedener Religionen bewohnt: Christen, Juden, Drusen, sunnitische und schiitische Muslime. Dabei haben die Menschen vielfältige Formen eines geregelten Nebeneinanderlebens entwickelt. So ist ein Geflecht verschiedener religiös-sozialer Gruppierungen und Konfessionen entstanden.

In der Geschichte war und ist dies immer wieder spannungsreich und kann von Fundamentalisten aller Couleur bedroht werden, lässt aber auch Freiräume. Und da konfessionelle Zugehörigkeit wichtig ist für den Zugang zu Macht und Reichtum, liegt in dieser konfessionellen Verfasstheit eine Quelle ständiger gesellschaftlicher Dynamik.

18 anerkannte Konfessionen (darunter verschiedene christliche, vor allem die Maroniten, aber mehrheitlich Sunniten und Schiiten sowie Drusen) haben nicht nur ihren festen Proporz bei der Besetzung des Parlaments und der wichtigen Regierungsposten, sondern bilden auch die Keimzellen des Lebensalltags für die rund 4 Millionen Menschen.

Zur Hälfte leben sie in Beirut. Die Zahl schwankt schon deswegen, weil über 15 Millionen Libanesen – teilweise seit dem 19. Jahrhundert – im Ausland leben, in den USA und Frankreich, auch in Westafrika und vor allem in Lateinamerika (in Brasilien gibt es heute mehr „Libanesen“ als im Libanon). Sie unterhalten durch Familienbande und Geschäftsbeziehungen häufig engen Kontakt zum Heimatland. Für viele Familien gibt es die Möglichkeit eines Art doppelten Wohnsitzes: in Kriegszeiten leben sie eher im Ausland, in prosperierenden Perioden eher im Libanon.