Schweiz

Programm der Reise

der Alpenwanderung vom 21. - 27. August 2015

Rast über der Gletscherzunge  Bild: Gerhard Fitzthum

1. Tag (Freitag) Ins Reich der Viertausender

Anreise nach Interlaken und weiter mit der Berner-Oberland-Bahn nach Wengen, ins Historic-Hotel Falken. So zivilisationsnah der traditionelle Fremdenverkehrsort auch scheint – wir sind bereits im Gravitationsfeld von Eiger, Mönch und Jungfrau, dem unverwechselbaren Dreigestirn der Berner Alpen.

2. Tag (Samstag) Vom Wasserfall ins Kerzenhotel

Genussvolle Panoramawanderung über Mürren nach Gimmelwald. Nach ausgiebiger Mittagsrast weiter hinauf zum Berghotel Obersteinberg im Unesco-Welterbegebiet, umgeben von den Bergriesen der Berner Hochalpen. Elektrizität gibt es an diesem weltfernen Ort keine. Wir genießen das Abendessen bei Kerzenlicht, während draußen Dunkelheit über das stille Tal fällt.

3. Tag (Sonntag) Ans Ende der Welt

Anspruchsvolle Rundwanderung durch das weltferne hintere Lauterbrunnental. Vorbei am Oberhornsee zum Breithorngletscher, wo wir den ersten Kontakt mit den zurückschmelzenden Gletschern haben – mit einer Einführung in die globale Klimageschichte. Am späteren Nachmittag geht es auf schmalen Pfaden nach Stechelberg hinunter – der längste Abstieg der Woche. Von dort Rücktransfer mit Postauto und Jungfraubahn nach Wengen, wo wir ein letztes Mal unsere Zimmer im Falken beziehen.

Aletsch-Gletscher, mit 23 Kilometern Länge der längste und der größte Gletscher in den Alpen  Bild: Gerhard Fitzthum

4. Tag (Montag) Labile Felsen und bröselnde Gletscher

Auf einer der berühmtesten Bahnstrecken der Welt über die Kleine Scheidegg nach Grindelwald-Grund – mit ausgiebigen Blicken auf Eiger, Mönch und Jungfrau. Von dort wandern wir zur Gletscherschlucht, überqueren sie auf einer abenteuerlichen Brücke. Dann beginnt der eindrückliche Aufstieg zur Bäregg-Hütte, die wir in eineinhalb Wanderstunden erreichen. Sie bietet einen Logenblick auf die Stelle, wo im Sommer 2006 Hunderte von Tonnen Fels zu Tal stürzten (dazu Interview mit Hüttenwirt).

Im Moment scheint der Berg wieder zur Ruhe gekommen. Bei einem weiteren Temperaturanstieg im Hochgebirge ist es jedoch nur eine Frage der Zeit, bis sich hier wieder Schaulustige versammeln. Am Nachmittag steigen wir noch zu einem faszinierenden Aussichtsbalkon auf – vis-à-vis des Eismeeres. Im Halbstundentakt stürzen hier große Eispakete auf den Rücken des Unteren Grindelwaldgletschers. Abendessen und Übernachtung in der Bäregg-Hütte. Gesprächsrunde zum Thema Gletscherrückzug und alpine Gefahren (der Vorgängerbau der Hütte musste nach einem Bergrutsch abgebrochen werden) sowie „Klimawandel und Wintersport“.

Bäregg-Hütte vor den drei Fielscherhörnern im Berner Oberland  Bild: Archiv

5. Tag (Dienstag) In die Welt des einstigen Geldadels

Genusswanderung zum oberen Grindelwaldgletscher, wo uns der Wirt des Chalet Milchbach von den glücklichen Tagen erzählt, als sein Haus noch direkt am Gletscher lag. Von dort auf bezaubernden Wanderwegen hinunter nach Grindelwald. Zugtransfer über Interlaken und Spiez nach Brig, der Hauptstadt des deutschsprachigen Oberwallis. Dabei benutzen wir den neuen Lötschberg-Basistunnel, eines jener engagierten Bauwerke, die die Schweiz mehr und mehr zum Schlaraffenland sanfter Mobilität werden lassen. Weiter dann auf der Glacier Express-Spur nach Mörel und Auffahrt mit der Seilbahn zur Riederalp. Von dort kurze Wanderung zur einmalig aussichtsreichen Riederfurka.

Abendblick auf Aletschgletscher, Weiss- und Matterhorn. Übernachtung in der atemberaubenden Villa Cassel, einem Fin-de-Siècle-Palast auf 2.000 Metern Meereshöhe, in dem schon Winston Churchill zu Gast war. Heute dient er der Schweizer Naturschutzorganisation Pro Natura als Bildungs- und Informationszentrum. Mit dem Geschäftsführer und Biologen Laudo Albrecht treffen wir einen Kenner von Flora und Fauna der Aletschregion und einen weiteren Gletscherspezialisten.

Am Wegesrand  Bild: Jürg Meyer

6. Tag (Mittwoch) Aletschgletscher: 23 Kilometer Eis am Stück

Wanderung durch den Jahrhunderte alten Arvenwald, dann hinunter zum größten Eisstrom der Alpen, dem Aletschgletscher. Zwei erfahrene Bergführer führen uns nun über die Moränen aufs »ewige« Eis hinaus, wo wir uns einen ungefährlichen Weg zwischen Spalten, Schmelzwasserbächen und weiteren faszinierenden Gletscherstrukturen suchen. Wahrscheinlich werden wir auch Gletscherflöhen begegnen. Jedenfalls erhalten Sie einen Einblick in das Innenleben und Funktionieren von Alpengletschern.

Der Ausstieg vom Gletscher befindet sich an den sogenannten Katzenlöchern, von wo wir auf wildromantischen Pfaden zur Riederfurka zurückkehren. Da dieses Gebiet seit Jahrzehnten strengstens geschützt wird, lassen uns die Gämsen ganz nah herankommen. Abendessen in der Villa Cassel, danach gemütliches Zusammensein im Tee-Salon des noblen Sommersitzes.

Villa Cassel  Bild: Gerhard Fitzthum

7. Tag (Donnerstag) Zurück zur Kultur

Am Morgen nehmen wir uns noch Zeit für eine spektakuläre Runde um das Riederhorn. Den unschwer zu begehenden Fußweg ließ Ernest Cassel für seine herzkranke Schwester anlegen, die sich hier mit einer Sänfte an die schönsten Aussichtspunkte der Region tragen ließ. Mindestens 14 Viertausender sind unterwegs zu bestaunen – von Dom über Matterhorn bis zum Weißhorn. Danach mit der Kabinenbahn ins Tal.

Ab 11 Uhr vom Bahnhof Mörel nach Hause. Entweder auf der kürzesten Strecke über Brig, Bern und Basel oder auf der Glacier Express-Route nach Andermatt und von dort nach Luzern und Basel.

Wir empfehlen ohnehin eine Verlängerung in der Villa Cassel – zweitausend Meter über dem Meer. An einem derart schönen Ort hält man es ganz sicher noch ein paar Tage aus. Die günstigen Verlängerungstarife (pro Kopf und Tag) im Doppelzimmer HP 105 Franken, ÜF 85 Franken, EZ Zuschlag 20 Franken. Es gibt auch noch günstigere Tarife im Lager-Stockwerk. In der Villa Cassel muss allerdings sehr früh gebucht werden, weil sie sehr gefragt ist.

Umstellungen und Änderungen im Detail sind möglich. Stand: 05.Dezember 2014

Wie die Anreise ist auch die Rückfahrt gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln möglich. Rund drei Stunden braucht man mit einem Linienbus zurück zum Ausgangspunkt der Tour, nach Wengen im Berner Oberland.