was fehlt ...: ... die Illegalen
Die US-Nachrichtenagentur „ap“ streicht den Begriff „illegal immigrants“ aus ihrer Meldungssprache. In Deutschland gibt es keine feste Regelungen.
Dass kein Mensch illegal ist, hat nun auch die amerikanische Nachrichtenagentur ap eingesehen. Sie streicht den englischen Begriff für „illegale Einwanderer“ aus ihrem Stylebook, ein Handbuch für die Sprache der Agentur. Die neue Vorgabe ist, dass zwar die Handlung, also das Einwandern als illegal bezeichnet werden kann, aber nicht mehr der Mensch, der Einwanderer.
In ihrem Blog erklärt die Agentur, dass Menschen, bei denen „Schizophrenie diagnostiziert wurde“, nicht als „schizophren“ bezeichnet werden sollten - konsequent sei es daher, auch beim Thema Illegalität zu differenzieren. Dies alles gilt fürs Englische. Die Auslandsredaktion der deutschen ap spricht hingegen schon lange nicht mehr von „illegalen Einwanderern“, so Agenturjournalist Peter Zschunke in seinem Blog. Andere deutschsprachige Agenturen haben keine feste Reglung.
In den Agenturmeldungen auf taz.de sind trotzdem nur selten „illegale Menschen“ zu finden. Denn die Redaktion überarbeitet die Sprache der Agenturnachrichten. Manchmal flutscht jedoch auch uns etwas durch (Dachzeile): www.taz.de/!30896/ (Anmerkung der Redaktion: in einer früheren Ausgabe des Textes hieß es, dieser Begriff würde nicht in der taz benutzt werden. Dies stimmt so aber nicht, wie uns ein Leser aufmerksam machte, taz sb)
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen
meistkommentiert