Vier leere Zeitungsseiten. Stille. Zwanzig junge Menschen zwischen 18 und 28 erstarren vor Ehrfurcht. Nach wenigen Minuten schlägt die Wetterlage um. Zwanzig junge JournalistInnen reden durcheinander: unmöglich, alle Reportagen, Interviews, Kommentare und Essays unter einen Hut zu bringen. Diskussionen, sehr lange Diskussionen. Vier Tage später gehen vier Seiten in den Druck. Das steht fest bei den taz-Workshops. Sonst nichts.
Manchmal läuft es schräg ab, manchmal wie geschmiert. Manche Workshops sind träge, andere völlig chaotisch. Oft sind sie überraschend, aber immer lehrreich. Auch für uns tazzler - glücklicherweise aber nicht nur für uns. Das behaupten die TeilnehmerInnen, bei aller Kritik, die jede Gruppe am Ende äußern muss und die bei der Planung der neuen Workshops berücksichtigt wird.

Die taz ist wie ein Lebewesen, das sich entwickelt, lernt, älter wird und sich wieder verjüngt. Häufig fangen neue und meistens junge JournalistInnen an und stellen spätestens nach einem Jahr im Rudi-Dutschke-Haus fest, dass dieser Laden was mit ihnen macht. Er verändert ihr Sehen. Und mit dem Sehen nicht selten auch das Denken. Die Workshops sind das im Kleinen. Für uns wirken sie wie eine Frischzellenkur. Sie durchlüften unsere Zeitung. Deswegen betreut unser Team gerne diese Workshops, denn sie erweitern unseren Horizont.
Für die jungen Talente ist der Workshop ein Praxistest. Vier Tage lang eröffnet sich für sie der taz Journalismus. Immer herrscht Zeitdruck. Auch beim Workshop gilt die unerbittliche Deadline: 17 Uhr - dann ist Schluss. Wir tazzlerInnen, die die Seiten produzieren, machen Druck, wenn es sein muss. Wie im Redaktionsalltag. Begabung ist das eine - Produktionssicherheit das notwendige andere. Die meisten von uns sind Handwerker. Wichtigstes Werkzeug: Fragen, fragen, fragen. Wer das Rätsel ergründen möchte, ob er oder sie wirklich Journalist oder Journalistin werden will, wird hier Antworten bekommen.
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