
Der Seminarbesuch ist den Workshop-TeilnehmerInnen vorbehalten.
Donnerstag, 4. März, 19.00 Uhr
Seminar I mit Ute Scheub
Es gibt journalistische Grundregeln, die man während der Ausbildung lernt, es gibt Redaktionsstatute und den Verhaltenskodex des Presserates. Das sind wichtige Leitplanken, die Ute Scheub vorstellen und erläutern wird. Aber im Alltag reichen sie nicht aus, um das zu befördern, was in ihren Augen am wichtigsten und am schwierigsten ist: Haltung, Rückgrat, aufrechter Gang. Dazu gehört nicht nur Unbestechlichkeit und die klare Trennung zwischen Journalismus und PR, dazu gehört auch ein reflektierter Umgang mit Distanz und Nähe im Verhältnis zur politischen Elite und die kritische Solidarität mit Unterprivilegierten.

Ute Scheub, Jahrgang 1955, ist Mitbegründerin der taz und freie Publizistin. Nach dem Studium der Politikwissenschaften baute sie 1978/79 die taz mit auf und war europaweit die erste Ökologieredakteurin einer Tageszeitung. Später war sie in der Nachrichtenredaktion, der Lokalredaktion Hamburg und Berlin, der Inlands- und Frauenredaktion tätig. Seit 1997 ist sie freie Journalistin und Autorin und hat sechs Bücher geschrieben, zuletzt den Bestseller "Das falsche Leben - eine Vatersuche" über ihren Nazivater. Sie ist viel ehrenamtlich unterwegs, unter anderem als Kuratoriumsvorsitzende der taz Panter Stiftung.
Freitag, 5. März 13.30 Uhr
Seminar II mit Elisabeth Schmidt-Landenberger
Und wo bitte geht`s hier zum Thema? Wie man Leser in drei Sekunden loswerden - oder gewinnen kann.

Elisabeth Schmidt-Landenberger, Jahrgang 1955, hat in Tages- und Wochenzeitungen und Magazinen als Reporterin ("Badische Zeitung", Freiburg), Ressortleiterin ("annabelle", CH), Textchefin ("arte", Straßburg, "Vanity Fair", Berlin) und Chefredakteurin ("Zeitung zum Sonntag", Freiburg) gearbeitet. Seit 10 Jahren unterrichtet sie an Journalistenschulen im In- und Ausland und hat einen Lehrauftrag an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.
Samstag, 6. März, 10.00 Uhr
Seminar III mit Michael Sontheimer
Das Interview ist die Urszene des Journalismus. Neben der Auswertung von schriftlichen Quellen ist das Befragen von Personen für Journalisten die entscheidende Methode, um Informationen zu gewinnen. Neben Informations- und Hintergrundgesprächen ist das in Frage-und-Antwort-Form veröffentlichte Interview ein nach wie vor populäres Genre. Wir bereitet man sich auf ein Interview vor? Wie führt man ein Interview? Wie bearbeitet man das Originaltranskript? Wie verhandelt man mit Interviewpartnern um die Fassung, die schließlich veröffentlicht wird? Wie versuchen Interviewpartner Journalisten zu funktionalisieren - und umgekehrt?

Michael Sontheimer studierte vor allem Geschichte, zählte zu den Mitbegründern der taz, arbeitete in der Redaktion der Zeit und ist heute Autor für den Spiegel. Zwischendurch war er Chefredakteur der taz. Er hat den Musiker Eric Clapton interviewt, die Schrifstellerin Doris Lessing, aber auch die Politikerin Angela Merkel.
Samstag, 6. März, 11.45 Uhr
Seminar IV mit Yassin Musharbash
Online-JournalistInnen sind Technik-Geeks und Print-RedakteurInnen anachronistische Mitarbeiter der holzverarbeitenden Industrie: Manche Klischees sind so doof, dass sie unmöglich stimmen können. So wie diese. Aber es ist sinnvoll, über die Unterschiede von Online- und Print-Journalismus zu sprechen - und über die jeweiligen Stärken und Schwächen. Doch auch hier lauern Missverständnisse: Weder ist Online zwangsweise boulevardesk, noch eine gedruckte Zeitung automatisch hintergründig. Beide Schulen sind immer dann am besten, wenn sie ihre Stärken ausspielen: Der fehlende Redaktionsschluss beim Online-Magazin etwa, oder die Möglichkeit, einen Text wieder zu verändern und upzudaten. Und in der Zeitung lässt es sich, am Tag danach, vielleicht einfacher mit etwas mehr Tiefe und Anspruch analysieren. Umgekehrt gilt freilich: Wer sich im Netz dazu verleiten lässt, Qualität dem Aktualitätsdruck zu opfern, wird ebenso schlechten Journalismus abliefern wie die Zeitung, die so tut, als sei gestern noch heute. Vornehmlich an Beispielen sollen diese Gedanken illustriert werden - an gelungenen ebenso wie an missratenen. Und dann wird diskutiert, z.B. über die Frage, ob für Online und Print eigentlich dieselben Regeln gelten, oder gelten sollten?

Yassin Musharbash, Jahrgang 1975, ist Redakteur im Hauptstadtbüro von SPIEGEL ONLINE. Er ist Halb-Niedersachse und Halb-Jordanier, hat in Göttingen und Bir Zeit (Palästina) Arabistik und Politikwissenschaften studiert und während des Studiums unter anderem auch für die "taz" gearbeitet.
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Nr. 14 vom 14. - 17. März 2013
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Nr. 12 vom 7. - 10. Juni 2012
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Nr. 7 vom 10. - 13. März 2011
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Nr. 3 vom 22. - 25. Oktober 2009
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Nr. 1 vom 17. - 19. April 2009
Thema: Chancen