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Neulich im tazcafé

Macht Sprühreiniger eigentlich high?

VON KATHI PREPPNER

tazcafe

Pfft, pfft. Welch vertrautes Geräusch. Mit ihm steigt der Duft des nahenden Feierabends in meine Nase. Die Kaffeemaschine ist sauber, das Geschirr gespült, die Aschenbecher sind geleert. Bleibt nur die Glasvitrine. Wo Kinder ihre Nasen plattgedrückt und Mohnbrötchen gekrümelt haben, verwische ich die Spuren. Glasreiniger drauf und Lappen drüber. Pffft. Was für ein friedliches Geräusch. So ruhig war es hier die letzten zwölf Stunden nicht.

Morgens kann man vielleicht noch von einer Ruhe vor dem Sturm sprechen, von einem sanften Sprühregen im Gegensatz zum mittäglichen Betrieb. In der Früh stecken die meisten Gäste zwischen Kaffee und Croissant ihre Nase in die Zeitung. Oder sie schneien nur kurz herein und bestellen einen tazpresso to go. Einen Kaffee "zum Davonlaufen", wie auf den von Tom illustrierten Pappbechern steht.

Nancy und Christoph setzen derweil in der Küche alles daran, dass die Leute mittags wieder herlaufen. Das klappt meistens sehr gut. Manchmal sogar so sehr, dass alle Plätze unten im Café besetzt sind und besonders Hungrige ihre Suppe oben im Hängesessel löffeln. Zwischen Tapas, randvollen Suppentellern und handgerührten Trinkschokoladen haben wir dann alle Hände voll zu tun. Dabei versuchen wir natürlich, so cool zu bleiben wie möglich.

Ob mir das wohl so gut gelingt wie jetzt, beim Vitrine- Putzen? Pffft. Manchmal frage ich mich, ob Glasreiniger high machen kann. Siggi, eine unserer Chefinnen, ist mal mitsamt der Sprühflasche in die Vitrine vom taz-shop gekrochen. Und wie sie da so auf dem Rücken lag und sich durch Reiniger-Nebel und Scheibe in der verspiegelten Decke beim Putzen zusah, da sei ihr schon ein bisschen schummrig geworden, sagt sie. Na, zum Glück muss ich jetzt nicht in die Vitrine kriechen. Und überhaupt ist die mindestens wieder so sauber wie heute früh. Noch ein letzter Sprühstoß und dann tschüss, bis morgen.

Kathi Preppner, 24, arbeitet im Service des Tazcafes. Die gebürtige Sauerländerin studiert Französisch, Englisch und Medienwissenschaft an der HU Berlin

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