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Nancys Bemmen

Nancy Krüger ist die gute Seele der taz

von MARTIN REICHERT

taz-Köchin Nancy Krüger
taz-Köchin Nancy Krüger

"Ich vermisse Nancys Bemmen!" - dieser Wehklang durchzog vor kurzem das hausinterne "tagesthema"-Mailforum: Jahrelang hatte Nancy stets für Kaffee und liebevoll geschmierte Brote gesorgt, stets stand sie als beruhigender Anker im Mittelpunkt des manchmal überdrehten taz-Getriebes: Ihre Mini-Kantine befand sich im ersten Stockwerk, gleich angrenzend an den Konferenzraum.

Mit der Gründung des taz-Cafés war sie auf einmal verschwunden, und zwar hinter der Küchentür. Dort ist die aus Bolivien stammende gelernte Köchin für die Zubereitung der Tapas und Salate zuständig, außerdem ist sie Dessert-Beauftragte. "Am Anfang war ich ganz schön traurig" erzählt Nancy, "plötzlich kam niemand mehr, der mir erzählt hat, dass sein Fahrrad geklaut wurde oder gerade die Wohnung gestrichen werden muss".

Nancy kennt sie alle, die Geschichten aus der taz. Schon im alten Redaktionsgebäude in der Weddinger Wattstraße hatte sie für die taz-Besatzung gekocht ("Gulasch und Ratatouille"), doch heute wäre ihr das zuviel, sie ist voll ausgelastet: "Ich komme nicht mal dazu, die taz zu lesen, früher war das nicht schlimm, durch die Konferenzen wußte ich ja immer, worum es geht", erklärt Nancy lachend. Immerhin gehört sie zu den wichtigsten Mitarbeiterinnen der Zeitung: "Die Menschen hier brauchen etwas Warmes im Bauch, die meisten frühstücken gar nicht erst, und abends gibt es dann vor lauter Terminen nur Tiefkühlpizza". Eine muss sich kümmern!

Vor 25 Jahren hatte Nancy ihre Heimatstadt La Paz in Bolivien verlassen, mit einem Koffer und ihren beiden Kindern - ihr Mann hatte ihr das Leben dort zur Hölle gemacht. In Berlin fand sie eine neue Heimat. Und bei der taz. Wenn Nancy ausnahmsweise nicht arbeitet, geht sie am liebsten Salsa tanzen, neben dem Tauchen ihre größte Leidenschaft.

Und Nancys Bemmen?
Es gibt sie noch: Nancy ist auch für die Zubereitung der belegten Brötchen zuständig.

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