taz logo klein

Astrid Prange

Historikerin, Journalistin und Aufsichtsrätin der Genossenschaft

Das Zeilengeld der taz fand sie zunächst „sehr ernüchternd“. Also rief die neue Lateinamerika-Korrespondentin in der Berliner Redaktion an: „Mein brasilianischer Freund muss mich finanziell unterstützen, damit ich für euch schreiben kann. Ihr beutet also die Dritte Welt aus.“ Das saß. Sieben Jahre lang berichtete Astrid Prange für die taz aus Südamerika über das Schicksal von Straßenkindern und Indianern, beschrieb Brasiliens Wirtschafts-Samba oder die Brände im Amazonas. Auf ihrer Honorarabrechnung blieben die Berliner ein bescheidener, aber treuer Auftraggeber. Im Herzen wurde die taz, die sich immer um eine koninuierliche Lateinamerika-Berichterstattung bemühte, „zur wichtigsten Zeitung in meinem Korrespondentenleben“.

Nach ihrer Rückkehr aus Rio fand die Mutter zweier Töchter eine neue journalistische Heimat beim christlichen Rheinischen Merkur. Sie engagiert sich in ihrer Kirchengemeinde und in der taz Genossenschaft. Singt daheim im Gospelchor von Sankt Augustin und schätzt Zeitungen mit einem „weiten Horizont“. Wie die taz, für die sie nun im Aufsichtsrat der Genossenschaft sitzt. Ehrenamtlich. Ihr Freund „aus der Dritten Welt“ ist übrigens heute ihr Ehemann. Und auch er findet die taz damals wie heute unterstützenswert.