
Ethnologin, Tischlerin und erste Stipendiatin der taz Panter Stiftung
„Das bin ja ich!“, durchfuhr es Marie-Claude Bianco, als sie in der taz die Ausschreibung des Panter-Volontariats für eine Frau mit Migrationsgeschichte las. Wie wichtig das Zusammenspiel von berechtigtem Anliegen, selbstbestimmter Bürgerarbeit und öffentlicher Wahrnehmung ist, spürt sie bei ihrer Arbeit in dem Kulturverein „Kulturbotschaft Sardinien“ praktisch täglich. Politische Entscheider reagieren vor allem auf mediale Aufmerksamkeit. Auch deshalb ist die taz mit ihrem Blick für und auf kleine Initiativen ihre Zeitung.
Dass der Genozid an den Tutsi die Familie ihrer Mutter fast völlig auslöschte, hat Marie-Claude 1994 in eine tiefe Krise gestürzt, aber nicht bitter gemacht. Im Gegenteil. „Wer über das Lachen zum Engagement findet, bleibt doch meist viel länger dabei.“ Deshalb die Kulturarbeit. Für Menschen mit einer Migrationsthematik gehe es oft zunächst darum, zu begreifen, dass sie eine Stimme haben können. „Manchmal ist es nicht nur wichtig, was geschrieben wird, sondern auch wer schreibt“, stand in der taz-Ausschreibung. Dieser Satz habe seine Berechtigung. Weiß die Frau mit dem französischen Vornamen, dem italienischen Nachnamen, dem Berliner Vater und der ruandischen Mutter, dem sardischen Mann und den ruandisch-deutsch-italienisch geprägten Söhnen.
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