
Zahlenfreund, Rechercheredakteur und Hausblogger der taz
MIT SECHZEHN WOLLTE ER FINANZBEAMTER WERDEN, mit zwanzig BWLer. Schließlich wurde der Aachener nach eigenem Bekunden „Fachjournalist für trockene Themen“. Man muss Sebastian Heisers Faszination für Bilanzeckdaten und Tortendiagramme nicht teilen. Aber es hilft zu verstehen, wieso jeder Tipp, den man bei der opentaz abgibt, bei ihm in den besten Händen ist: Als ihm die geheimen Berliner Wasserverträge zugespielt wurden, informierte Heiser die Öffentlichkeit mit präzisen Analysen und den Originaldokumenten als pdf-download. Journalismus zum Nachrechnen und Mitdenken.
So sehr sich Sebastian Heiser für Wirtschaftsfragen interessiert, so wenig denkt er als Homo oeconomicus. Aus purer Lust am Mitrechnen und Nachdenken hat er sich einen zweiten, gänzlich unbezahlten taz-Job erfunden: Seit 2008 organisiert er nach Feierabend das Hausblog, eine rasante Mischung aus Verlagsverlautbarungen und Redaktionsdebatten. Wenn zum Beispiel Bild zum Ärger vieler Leser in der taz eine Anzeige schaltet, schlüsselt Heiser in seinem Blog die Finanzlage der taz in zwei Diagrammtorten auf: „Wofür wir Geld brauchen“ und „Woher das Geld kommt“. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Welche, will nicht Heiser entscheiden. Das überlässt er der wachsenden Zahl von „Unique Users“, die er mit seinem Hausblog erreicht.
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