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Karl-Heinz Ruch

Mitbegründer und Geschäftsführer der taz

Keiner ist länger bei der taz als er. Wie auch? 1977 gehörte Karl-Heinz Ruch, damals 23 Jahre alt und Student der Volkswirtschaftslehre, zu den Ersten, die sich für die Gründung einer "linken alternativen tageszeitung" stark machten. Dass Kalle, wie sie ihn nannten, sich freiwillig um die leidigen Geldangelegenheiten kümmern wollte, rechnete ihm das taz-Plenum hoch an. "Beschließt nur, kann sowieso keiner bezahlen", soll Ruch so manche traumtänzerische Entscheidung der Basisdemokraten lakonisch kommentiert haben. Insgeheim war ohnehin allen auf der taz-Fabriketage klar: Ohne Kalle geht nix. Und gegen ihn erst recht nicht.

Ohne das spartanische und zugleich visionäre Wirtschaften ihres wortkargen Geschäftsführers wäre die taz nach drei Monaten pleite gewesen. Die ziemlich verwegene Idee, sich Ende der achtziger Jahre ein eigenes Verlagshaus zu kaufen, ging auf sein Konto. Die Differenzierung der Abopreise Anfang der Neunziger auch. Und die Genossenschaft wäre ohne ihn niemals gegründet worden. Mit stoischer Ruhe sitzt Ruch bis heute da, wo er 1979 seine eigene taz-Karriere erfand: im Zentrum eines quirligen Großraumbüros. Auf einem schlichten, aber eben auch unverwüstlichen Holzstuhl.